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Shared Psychotic Disorder (Folie à deux): StatPearls

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die Shared Psychotic Disorder (Folie à deux) ist eine seltene Erkrankung, bei der zwei oder mehr Personen in einer engen Beziehung dieselbe Wahnvorstellung teilen. Eine primär erkrankte Person (Induktor) mit einer psychotischen Störung überträgt dabei ihren Wahn auf eine sekundäre, zuvor nicht psychotische Person.

Im DSM-5 wird das Krankheitsbild nicht mehr als eigenständige Entität geführt, sondern den anderen näher bezeichneten Schizophrenie-Spektrum-Störungen zugeordnet. Die ICD-10 listet es als induzierte wahnhafte Störung.

Zu den wesentlichen Risikofaktoren zählen eine lange Beziehungsdauer, soziale Isolation sowie eine unbehandelte psychische Erkrankung der primären Person. Die sekundäre Person weist häufig abhängige Persönlichkeitszüge, kognitive Einschränkungen oder eigene psychiatrische Komorbiditäten auf.

Empfehlungen

Die StatPearls-Übersicht formuliert folgende Kernaspekte zur Diagnostik und Behandlung:

Klassifikation

Historisch werden laut Quelle vier Subtypen der Erkrankung unterschieden:

TypSynonymCharakteristikVerlauf nach Trennung
Folie imposéeAufgezwungene PsychoseÜbertragung von psychotischer auf nicht-psychotische PersonWahn verschwindet meist
Folie simultanéeSimultane PsychoseGleichzeitige Entwicklung bei beiden PartnernKeine spezifische Angabe
Folie communiquéeKommunizierte PsychoseÜbertragung nach langer Resistenz der sekundären PersonWahn bleibt bestehen
Folie induiteInduzierte PsychosePsychotische Person übernimmt neue Wahnideen einer anderen psychotischen PersonKeine spezifische Angabe

Diagnostik

Vor der Diagnosestellung wird der Ausschluss organischer Ursachen und substanzinduzierter Störungen empfohlen. Hierfür ist ein Urin-Drogenscreening sowie bei Bedarf eine Bildgebung und Labordiagnostik erforderlich.

Zudem wird eine umfassende psychiatrische Beurteilung empfohlen. Die Einholung einer Fremdanamnese durch Dritte ist essenziell, da die betroffenen Paare oft sozial isoliert leben und die primäre Person den Wahn verschleiern kann.

Es wird dringend geraten, das Risiko für suizidale oder homizidale Fremd- und Selbstgefährdung zu evaluieren. Bei aggressivem Verhalten in der Vorgeschichte sollte eine Hospitalisierung erwogen werden.

Therapie

Die Behandlung sollte individuell angepasst werden. Eine räumliche Trennung von der primären Person wurde historisch als hilfreich erachtet, neuere Daten weisen jedoch darauf hin, dass dies allein unzureichend sein oder die Situation sogar verschlechtern kann.

Für beide Partner wird eine medikamentöse Therapie empfohlen:

  • Monotherapie mit Antipsychotika oder Antidepressiva

  • Kombinationstherapien (z.B. Phasenprophylaktika und Antipsychotika)

  • Elektrokonvulsionstherapie (EKT) als weitere Option bei schweren Verläufen

Zusätzlich wird eine Psychotherapie für beide Partner empfohlen. Diese kann als Einzeltherapie oder als gemeinsame Paartherapie durchgeführt werden.

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💡Praxis-Tipp

Ein wesentlicher Fallstrick im klinischen Alltag ist die fehlende Krankheitseinsicht beider Partner. Oft wird nur die primäre Person psychiatrisch vorstellig, während die wahnhafte Beteiligung der sekundären Person aufgrund der sozialen Isolation und der harmonischen Paardynamik lange unentdeckt bleibt. Eine sorgfältige Fremdanamnese über Dritte ist daher unerlässlich, um das volle Ausmaß der Störung zu erfassen.

Häufig gestellte Fragen

Es handelt sich um eine seltene psychotische Störung, bei der zwei oder mehr Personen in einer engen Beziehung denselben Wahn teilen. Eine primär erkrankte Person überträgt dabei ihre Wahnvorstellungen auf eine sekundäre Person.

Laut StatPearls-Übersicht sind Verfolgungswahn (persekutorischer Wahn) am häufigsten. An zweiter Stelle stehen Größenwahnvorstellungen.

Die Evidenz hierzu ist uneindeutig. Während man früher davon ausging, dass eine Trennung den Wahn der sekundären Person auflöst, zeigen neuere Daten, dass eine Trennung allein oft nicht ausreicht oder den Zustand sogar verschlimmern kann.

Die Behandlung umfasst den Einsatz von Antipsychotika, Antidepressiva oder Phasenprophylaktika. Diese können als Monotherapie oder in Kombination bei beiden Partnern angewendet werden.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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