PRES Leitlinie: Zusammenfassung nach StatPearls
Hintergrund
Das Posteriore Reversible Enzephalopathie-Syndrom (PRES) ist eine klinisch-radiologische neurovaskuläre Erkrankung. Sie ist durch das akute oder subakute Auftreten von Krampfanfällen, Enzephalopathie, Kopfschmerzen und Sehstörungen gekennzeichnet.
Als häufigste Auslöser gelten unkontrollierte Blutdruckkrisen, Nierenerkrankungen, Präeklampsie und Sepsis. Zudem wird PRES mit der Einnahme von zytotoxischen oder immunsuppressiven Medikamenten wie Tacrolimus oder Bevacizumab assoziiert.
Pathophysiologisch wird eine Störung der zerebralen Autoregulation vermutet, die zu endothelialer Dysfunktion und einem vasogenen Ödem führt. Dieses betrifft typischerweise, aber nicht ausschließlich, die posteriore Zirkulation des Gehirns.
Empfehlungen
Die StatPearls-Zusammenfassung formuliert folgende Kernaspekte für das klinische Management:
Diagnostik
Laut Leitlinie ist die Magnetresonanztomografie (MRT) des Schädels ohne Kontrastmittel der Goldstandard zur Diagnosestellung. Es wird empfohlen, in T2-FLAIR-Sequenzen auf vasogene Ödeme zu achten, die meist parieto-okzipital lokalisiert sind.
Zusätzlich wird eine Computertomografie (CT) empfohlen, um neurologische Notfälle wie intrakranielle Blutungen rasch auszuschließen.
Zur Ursachenklärung wird eine umfassende Labordiagnostik angeraten, um Auslöser wie Urämie oder Hypomagnesiämie zu identifizieren.
Blutdruckmanagement
Die Leitlinie empfiehlt eine rasche, aber kontrollierte Blutdrucksenkung bei Werten über 160/110 mmHg. Der Einsatz titrierbarer intravenöser Antihypertensiva wie Nicardipin, Clevidipin oder Labetalol auf einer Intensivstation wird angeraten.
Die Leitlinie definiert folgende Zielwerte und Parameter für das Blutdruckmanagement:
| Parameter | Zielwert / Empfehlung |
|---|---|
| Interventionsgrenze | > 160/110 mmHg |
| Systolischer Zielwert | 130 - 150 mmHg |
| Diastolischer Zielwert | 80 - 100 mmHg |
| Maximale Senkung | < 25 % in den ersten Stunden |
Symptomkontrolle und Medikamentenmanagement
Zur Behandlung von Krampfanfällen werden laut Leitlinie Antiepileptika wie Levetiracetam oder Phenytoin empfohlen. Diese können nach Abklingen der Akutphase oft wieder abgesetzt werden.
Es wird dringend angeraten, auslösende immunsuppressive oder zytotoxische Medikamente in ihrer Dosis zu reduzieren oder vollständig abzusetzen.
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Reduktion oder Absetzen von auslösenden Medikamenten
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Einsatz von Antiepileptika zur Anfallskontrolle
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Verzicht auf Steroide mangels Evidenz
Kontraindikationen
Es wird vor einer zu schnellen oder übermäßigen Blutdrucksenkung (mehr als 25 Prozent in den ersten Stunden) gewarnt, da dies das Risiko einer zerebralen Hypoperfusion und Ischämie erhöht.
Die Leitlinie rät vom routinemäßigen Einsatz von Steroiden ab, da diese in einigen Fällen selbst als Auslöser für ein PRES fungieren können.
💡Praxis-Tipp
Ein normales Blutdruckprofil schließt ein PRES nicht aus, da die Erkrankung auch bei normotensiven Personen auftreten kann, insbesondere unter zytotoxischer oder immunsuppressiver Therapie. Zudem wird darauf hingewiesen, dass die Bezeichnung der Erkrankung irreführend sein kann, da sich das Ödem nicht immer auf die posteriore weiße Substanz beschränkt, sondern auch andere Hirnareale betreffen kann. Eine verzögerte Diagnostik erhöht das Risiko für irreversible neurologische Defizite.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie präsentieren sich Betroffene am häufigsten mit Krampfanfällen, gefolgt von Kopfschmerzen, Sehstörungen und Enzephalopathie. Die Symptome entwickeln sich meist akut oder subakut innerhalb von Stunden bis Tagen.
Die Leitlinie empfiehlt ein MRT des Schädels ohne Kontrastmittel als Goldstandard, um vasogene Ödeme in den T2-FLAIR-Sequenzen darzustellen. Ein CT wird ergänzend empfohlen, um akute intrakranielle Blutungen auszuschließen.
Es wird empfohlen, den Blutdruck in den ersten Stunden um maximal 25 Prozent des Ausgangswertes zu senken. Eine zu rasche Senkung erhöht laut Leitlinie das Risiko für zerebrale Ischämien.
Die Leitlinie nennt unter anderem Immunsuppressiva wie Tacrolimus und Sirolimus sowie Chemotherapeutika und monoklonale Antikörper wie Bevacizumab als mögliche Auslöser. Bei Auftreten eines PRES wird eine Dosisreduktion oder das Absetzen dieser Substanzen empfohlen.
Obwohl die Prognose bei frühzeitiger Behandlung gut ist, betont die Leitlinie, dass ein PRES nicht immer reversibel ist. Bei verzögerter Therapie können permanente neurologische Defizite, chronische Epilepsie oder lebensbedrohliche Komplikationen resultieren.
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Quelle: StatPearls: Posterior Reversible Encephalopathy Syndrome (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.