Leser-Trélat-Zeichen: StatPearls Leitlinie
Hintergrund
Das Leser-Trélat-Zeichen ist ein seltenes paraneoplastisches Hautmerkmal, das auf eine zugrunde liegende innere Malignität hinweisen kann. Es ist durch das abrupte Auftreten zahlreicher seborrhoischer Keratosen gekennzeichnet.
Die genaue Pathophysiologie ist laut der StatPearls-Monographie noch nicht vollständig geklärt. Es wird jedoch vermutet, dass Zytokine und Wachstumsfaktoren, die vom Tumor freigesetzt werden, das eruptive Wachstum der Hautläsionen stimulieren.
Obwohl seborrhoische Keratosen bei älteren Menschen sehr häufig sind, zeichnet sich das Leser-Trélat-Zeichen durch ein schnelles Wachstum innerhalb eines Jahres aus. Häufig geht das Auftreten der Läsionen mit starkem Juckreiz einher.
Empfehlungen
Die Leitlinie formuliert folgende Kernaspekte zur Diagnostik und zum Management:
Klinische Untersuchung
Es wird eine gründliche Anamnese und körperliche Untersuchung bei Verdacht auf das Leser-Trélat-Zeichen empfohlen.
Laut Text sollte gezielt nach Begleitsymptomen wie unerwartetem Gewichtsverlust, Unwohlsein, Fatigue oder Teerstuhl gefragt werden.
Zudem wird empfohlen, nach weiteren paraneoplastischen Syndromen zu suchen. In etwa 20 % der Fälle tritt gleichzeitig eine Acanthosis nigricans maligna auf.
Diagnostik und Tumorsuche
Bei Bestätigung des Zeichens wird eine umfassende Suche nach einem zugrunde liegenden Malignom empfohlen.
Als Basisdiagnostik nennt die Leitlinie ein großes Blutbild (CBC) und ein umfassendes Stoffwechselpanel (CMP).
Abhängig von der klinischen Einschätzung werden folgende weiterführende Untersuchungen empfohlen:
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Altersentsprechende Krebsfrüherkennung (z. B. Mammographie, Pap-Abstrich, PSA-Test)
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Bildgebende Verfahren wie Röntgen-Thorax, Becken-Ultraschall oder CT von Thorax, Abdomen und Becken
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Obere und untere Endoskopien, da gastrointestinale Tumoren die häufigste Ursache darstellen
Assoziierte Erkrankungen
Der Text klassifiziert die mit dem Leser-Trélat-Zeichen assoziierten Erkrankungen in verschiedene Ursachengruppen:
| Kategorie | Häufigste assoziierte Erkrankungen |
|---|---|
| Gastrointestinale Malignome | Magen-, Kolon-, Rektum- und Ösophaguskarzinome |
| Weitere Malignome | Brustkrebs, Lymphome, Pankreas-, Lungen- und Prostatakarzinome |
| Nicht-maligne Auslöser | COVID-19, HIV, HPV, lepromatöse Lepra |
Therapie
Die primäre Behandlung besteht laut Leitlinie in der Therapie der zugrunde liegenden Krebserkrankung.
Dies führt in etwa 50 % der Fälle zu einer Rückbildung der seborrhoischen Keratosen.
Für symptomatische Hautläsionen werden folgende palliative Maßnahmen aufgeführt:
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Antipruritische topische Cremes zur Linderung des Juckreizes
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Destruktive Verfahren wie Kryotherapie, Kürettage, Shave-Exzision oder Elektrodesikkation
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Bei asymptomatischen Läsionen ist keine spezifische dermatologische Therapie erforderlich
💡Praxis-Tipp
Ein plötzliches, eruptives Auftreten von seborrhoischen Keratosen innerhalb eines Jahres, insbesondere in Kombination mit starkem Juckreiz oder einer Acanthosis nigricans, gilt als wichtiges Warnsignal für ein Malignom. Der Text warnt davor, das Ausbleiben einer Rückbildung der Hautläsionen als Indikator für ein Therapieversagen des Tumors zu werten, da sich die Keratosen selbst bei erfolgreicher Tumortherapie nur in etwa der Hälfte der Fälle zurückbilden.
Häufig gestellte Fragen
Laut StatPearls sind gastrointestinale Adenokarzinome, insbesondere das Magenkarzinom, die häufigste Ursache. Auch Brustkrebs und lymphoproliferative Erkrankungen werden häufig beobachtet.
Der Hauptunterschied liegt im zeitlichen Verlauf. Während gewöhnliche seborrhoische Keratosen über Jahre hinweg entstehen, zeichnet sich das Leser-Trélat-Zeichen durch ein abruptes Auftreten und eine schnelle Ausbreitung innerhalb eines Jahres aus.
Die Behandlung der zugrunde liegenden Malignität führt laut Text in etwa 50 % der Fälle zu einer Rückbildung der seborrhoischen Keratosen. Bei asymptomatischen Läsionen ist darüber hinaus keine weitere dermatologische Therapie notwendig.
Ja, in einer Minderheit der Fälle wird kein bösartiger Prozess gefunden, was als Pseudo-Leser-Trélat-Zeichen bezeichnet wird. Es kann auch bei Infektionen wie COVID-19 oder HIV auftreten.
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Quelle: StatPearls: Leser-Trélat Sign (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.