StatPearls2026

Dyspnoe (Atemnot): StatPearls Leitlinie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Dyspnoe ist ein subjektives Gefühl der Atemnot, das durch ein komplexes Zusammenspiel physiologischer, psychologischer und umweltbedingter Faktoren entsteht. Die StatPearls-Leitlinie betont, dass es sich hierbei um ein Symptom und nicht um eine eigenständige Erkrankung handelt.

Akute Präsentationen treten häufig bei Lungenembolien, Asthma-Exazerbationen, Pneumonien oder Herzinsuffizienz auf. Chronische Verläufe entwickeln sich meist bei chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD), interstitiellen Lungenerkrankungen oder neuromuskulärer Schwäche.

Pathophysiologisch liegt der Dyspnoe oft ein Ungleichgewicht zwischen dem zentralen motorischen Atemkommando und der sensorischen Rückmeldung aus Lunge und Brustwand zugrunde. Eine strukturierte klinische Evaluation ist essenziell, um lebensbedrohliche Ursachen frühzeitig zu erkennen.

Empfehlungen

Akutversorgung und Red Flags

Laut Leitlinie beginnt das Management der akuten Dyspnoe mit der sofortigen Stabilisierung von Atemwegen, Atmung und Kreislauf. Es wird eine kontinuierliche Pulsoximetrie und ein Herzmonitoring empfohlen.

Als Zielwert für die Sauerstoffsättigung (SpO2) nennt die Leitlinie folgende Parameter:

PatientengruppeSpO2-Zielwert
Personen ohne chronische Lungenerkrankung94 %
Personen mit COPD88 - 92 %

Folgende klinische Zeichen erfordern laut Leitlinie eine sofortige Evaluation:

  • Herzfrequenz über 120/min oder Atemfrequenz über 30/min

  • Sauerstoffsättigung unter 90 %

  • Einsatz der Atemhilfsmuskulatur oder Unfähigkeit, in ganzen Sätzen zu sprechen

  • Stridor, Zyanose oder veränderter Bewusstseinszustand

Diagnostik

Die initiale Basisdiagnostik sollte gemäß Leitlinie ein Röntgen-Thorax, ein EKG, ein Blutbild sowie die Bestimmung der Serumelektrolyte umfassen.

Zusätzlich wird der Einsatz von Point-of-Care-Ultraschall (z. B. das BLUE-Protokoll) empfohlen. Die Leitlinie beschreibt hierbei spezifische Ultraschallmuster zur Ursachenfindung:

Ultraschall-Profil (BLUE)BefundAssoziierte Pathologie
A-ProfilA-Linien mit normalem LungengleitenCOPD oder Asthma
B-ProfilBilaterale B-LinienLungenödem
A'-ProfilFehlendes Lungengleiten mit A-LinienPneumothorax

Für die Abklärung einer Lungenembolie empfiehlt die Leitlinie ein stufenweises Vorgehen:

  • Risikostratifizierung mittels Wells-Score

  • Anwendung der PERC-Kriterien bei niedrigem Risiko

  • D-Dimer-Bestimmung bei mittlerem Risiko (Werte < 500 ng/ml schließen ein Ereignis weitgehend aus)

  • CT-Pulmonalisangiographie (CTPA) bei erhöhten D-Dimer-Werten

Spezifische Therapieansätze

Die Therapie richtet sich stets nach der zugrunde liegenden Ätiologie. Bei drohendem Atemversagen sollte die Indikation zur endotrachealen Intubation großzügig gestellt werden.

Eine nicht-invasive Beatmung (NIV, z. B. CPAP oder BiPAP) wird bei geeigneten Indikationen wie kardiogenem Lungenödem oder COPD-Exazerbation empfohlen. Als Kontraindikationen für eine NIV nennt die Leitlinie unter anderem Koma, Herz-Kreislauf-Stillstand, gastrointestinale Blutungen und die Unfähigkeit, die Atemwege offenzuhalten.

Chronische Dyspnoe und Monitoring

Bei chronischer Dyspnoe infolge einer COPD wird ein Management nach den GOLD-Richtlinien sowie eine pulmonale Rehabilitation empfohlen. Bei chronischer Hypoxämie (paO2 ≤ 55 mmHg oder SpO2 ≤ 88 % in Ruhe) ist laut Leitlinie eine Langzeit-Sauerstofftherapie indiziert.

Zur Objektivierung und Verlaufskontrolle der Symptomatik wird der Einsatz validierter Instrumente empfohlen:

  • 6-Minuten-Gehtest zur Beurteilung der funktionellen Kapazität

  • Modified Medical Research Council (mMRC) Skala

  • Visuelle Analogskala (VAS) oder modifizierte Borg-Skala

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💡Praxis-Tipp

Ein wichtiger Praxisaspekt der Leitlinie betrifft die Interpretation der Pulsoximetrie. Es wird darauf hingewiesen, dass Faktoren wie ein erhöhter Carboxyhämoglobin-Spiegel, dunkle Hautpigmentierung oder ein hoher HbA1c-Wert zu falsch-normalen oder falsch-hohen SpO2-Werten führen können. Bei Unklarheiten bezüglich der Genauigkeit der Pulsoximetrie wird daher eine arterielle Blutgasanalyse empfohlen.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie liegt der Zielwert für die Sauerstoffsättigung (SpO2) bei Personen mit COPD zwischen 88 und 92 %. Bei den meisten anderen Personen ohne chronische Lungenerkrankung wird ein Zielwert von 94 % empfohlen.

Die Leitlinie empfiehlt eine Computertomographie des Thorax nicht routinemäßig für alle Personen mit Dyspnoe. Sie wird primär bei traumaassoziierter Atemnot oder bei nicht eindeutigen Befunden im konventionellen Röntgen-Thorax als sinnvoll erachtet.

Es wird der Einsatz von Bedside-Ultraschall, wie beispielsweise dem BLUE-Protokoll, zur schnellen Differenzierung empfohlen. Damit lassen sich laut Leitlinie Ursachen wie ein Lungenödem, ein Pneumothorax oder ein Pleuraerguss direkt am Patientenbett identifizieren.

Die Leitlinie betont, dass psychogene Ursachen für eine akute Dyspnoe stets eine Ausschlussdiagnose darstellen. Eine entsprechende Behandlung sollte erst erfolgen, nachdem schwerwiegende kardiopulmonale Ursachen vollständig ausgeschlossen wurden.

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Quelle: StatPearls: Dyspnea (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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