StatPearls2026

Diazepam: Dosierung, Anwendung & Nebenwirkungen (StatPearls)

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die StatPearls-Zusammenfassung beschreibt Diazepam als ein langwirksames Benzodiazepin. Es entfaltet seine anxiolytische, sedierende und muskelrelaxierende Wirkung über die allosterische Bindung an GABA-A-Rezeptoren.

Zu den von der FDA zugelassenen Indikationen gehören Angststörungen, Muskelspasmen, Status epilepticus und der akute Alkoholentzug. Off-Label wird das Medikament unter anderem zur Sedierung auf der Intensivstation eingesetzt.

Diazepam zeichnet sich durch eine hohe Lipophilie und eine rasche Umverteilung aus. Die Metabolisierung erfolgt primär über CYP2C19 und CYP3A4 zu aktiven Metaboliten wie Desmethyldiazepam, was zu einer sehr langen terminalen Halbwertszeit von bis zu 100 Stunden führt.

Empfehlungen

Die StatPearls-Quelle formuliert folgende Kernaspekte zur klinischen Anwendung:

Anwendung in speziellen Patientengruppen

  • Bei älteren Menschen und Niereninsuffizienz wird eine Dosisreduktion auf die geringste wirksame Menge empfohlen, da ein erhöhtes Risiko für Kumulation und paradoxe Reaktionen besteht.

  • Bei Leberinsuffizienz verlängert sich die Halbwertszeit signifikant, weshalb eine strenge Indikationsstellung angeraten wird.

  • In der Schwangerschaft (ehemals FDA-Kategorie D) wird vor dem Risiko eines "Floppy-Infant-Syndroms" und neonatalen Entzugssyndromen gewarnt.

  • In der Stillzeit wird bei wiederholter Gabe oder hohen Dosen zum Abstillen geraten, da die Metaboliten im Säugling kumulieren können.

Monitoring

  • Es wird eine engmaschige Überwachung von Atem- und Herz-Kreislauf-Status, Blutdruck und Herzfrequenz empfohlen.

  • Bei Langzeittherapie wird die Kontrolle von Leberenzymen und Blutbild angeraten.

  • Bei hochdosierter intravenöser Gabe wird auf die Überwachung hinsichtlich einer Propylenglykol-Toxizität (Bestimmung von Serumkreatinin, BUN, Laktat und Osmolalitätslücke) hingewiesen.

Toxizität und Überdosierung

  • Bei einer Überdosierung wird primär die Sicherung der Atemwege und eine Volumentherapie empfohlen.

  • Der Einsatz des Antagonisten Flumazenil ist möglich, jedoch wird vor der Auslösung von akuten Entzugssymptomen und Krampfanfällen bei toleranten Personen gewarnt.

Dosierung

Die Quelle gibt folgende Dosierungsschemata für Erwachsene an:

IndikationApplikationswegDosierung
Akuter AlkoholentzugIM / IVInitial 10 mg, bei Bedarf 5-10 mg nach 3-4 Stunden
Akuter AlkoholentzugOral10 mg alle 6-8 Stunden (Tag 1), danach 5 mg alle 6-8 Stunden
AngststörungenOral2-10 mg, 2- bis 4-mal täglich
MuskelspasmenOral2-10 mg, 3- bis 4-mal täglich
Präoperative AngstIM10 mg vor der Operation
Status epilepticusIV0,15-0,20 mg/kg (max. 10 mg/Dosis), einmalige Wiederholung möglich
Status epilepticusRektal0,2-0,5 mg/kg als Einmaldosis (max. 20 mg/Dosis)
Intensivmedizinische SedierungIVLoading-Dosis 5-10 mg, Erhaltung 0,03-0,10 mg/kg alle 0,5-6 Stunden

Kontraindikationen

Laut Quelle bestehen folgende Kontraindikationen für die Gabe von Diazepam:

  • Bekannte Überempfindlichkeit gegenüber Diazepam

  • Säuglinge unter 6 Monaten

  • Schwere respiratorische Insuffizienz und Schlafapnoe-Syndrom

  • Myasthenia gravis

  • Schwere Leberinsuffizienz

  • Akutes Engwinkelglaukom (bei Weitwinkelglaukom unter Therapie jedoch zulässig)

Zudem existiert eine Black-Box-Warnung (US Boxed Warning) vor der gleichzeitigen Anwendung von Benzodiazepinen und Opioiden, da dies zu schwerer Atemdepression, Koma und Tod führen kann.

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💡Praxis-Tipp

Ein wichtiges klinisches Risiko bei der parenteralen Gabe von Diazepam ist die Propylenglykol-Toxizität. Da Propylenglykol als Lösungsmittel für intravenöses Diazepam verwendet wird, kann es bei hohen Dosen oder Langzeitinfusionen zu einer Anionenlücken-Azidose, Hyperosmolalität und akutem Nierenversagen kommen. Zudem wird bei der Gabe von Flumazenil zur Antagonisierung davor gewarnt, dass dies bei chronischem Benzodiazepin-Gebrauch akute Krampfanfälle auslösen kann.

Häufig gestellte Fragen

Laut StatPearls tritt die Wirkung bei intravenöser Verabreichung innerhalb von 1 bis 3 Minuten ein. Bei oraler Gabe liegt der Wirkeintritt hingegen zwischen 15 und 60 Minuten.

Die Quelle ordnet Diazepam der ehemaligen FDA-Schwangerschaftskategorie D zu, was auf fetale Risiken hinweist. Es wird vor neonatalen Entzugssyndromen und dem Floppy-Infant-Syndrom gewarnt, weshalb eine strenge Nutzen-Risiko-Abwägung empfohlen wird.

Bei der intravenösen Therapie des Status epilepticus wird eine Dosis von 0,15 bis 0,20 mg/kg empfohlen, wobei eine Einzeldosis von 10 mg nicht überschritten werden darf. Bei rektaler Gabe liegt die Maximaldosis laut Leitlinie bei 20 mg.

Die Leitlinie weist darauf hin, dass Inhibitoren von CYP2C19 und CYP3A4 (wie Fluoxetin oder Ketoconazol) die Diazepam-Spiegel erhöhen können. Induktoren dieser Enzyme (wie Carbamazepin oder Rifampicin) führen hingegen zu erniedrigten Wirkstoffspiegeln.

Es existiert eine Black-Box-Warnung, die vor der gleichzeitigen Anwendung warnt. Die Quelle betont, dass diese Kombination synergistisch wirkt und zu schwerer Atemdepression, Koma und Tod führen kann.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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