StatPearls2026

Kokainintoxikation: StatPearls Leitlinie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Kokain ist ein starkes Stimulans, das die Wiederaufnahme von Monoaminen wie Dopamin, Noradrenalin und Serotonin blockiert. Dies führt zu einer verstärkten und verlängerten sympathischen Aktivität im zentralen und peripheren Nervensystem.

Obwohl die Halbwertszeit von Kokain mit etwa einer Stunde relativ kurz ist, können seine Metaboliten wie Benzoylecgonin über Wochen im Körper verbleiben. Diese Abbauprodukte können ebenfalls neurotoxisch wirken und zu verzögerten Komplikationen führen.

Eine akute Kokainintoxikation kann lebensbedrohliche Folgen haben. Zu den schwerwiegendsten Komplikationen zählen Tachydysrhythmien, schwere Hypertonie, akutes Koronarsyndrom, Schlaganfall und eine ausgeprägte Hyperthermie.

Empfehlungen

Die StatPearls-Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen zur Versorgung:

Diagnostik

Bei Verdacht auf eine Kokainintoxikation wird eine umfassende Labordiagnostik empfohlen. Diese sollte ein Blutbild, ein Stoffwechselpanel, Troponin, BNP, Kreatinkinase sowie eine Urinanalyse und ein Urin-Drogenscreening umfassen.

Zur Abklärung kardialer Ischämien oder Rhythmusstörungen wird die Durchführung eines EKGs empfohlen. Ein Schädel-CT ist laut Leitlinie bei verändertem Bewusstseinszustand oder Krampfanfällen indiziert, um eine intrakranielle Blutung auszuschließen.

Bei Verdacht auf inkorporierte Drogenpäckchen ("Body-Packer") wird eine Computertomographie des Abdomens empfohlen. Einfache Röntgenaufnahmen weisen ein hohes Risiko für falsch-negative Befunde auf.

Stadien der Toxizität

Die Leitlinie teilt die akute Kokainintoxikation anhand der klinischen Präsentation in drei Schweregrade ein:

StadiumZNS & PsychiatrieKardiovaskulärPulmonal
Stadium 1Kopfschmerzen, Mydriasis, Paranoia, AgitationErhöhter Blutdruck, ExtrasystolenTachypnoe
Stadium 2Enzephalopathie, Krampfanfälle, InkontinenzHypertonie, Arrhythmien, periphere ZyanoseTachypnoe, unregelmäßige Atmung
Stadium 3Koma, Areflexie, weite und lichtstarre PupillenHypotonie, Kammerflimmern, HerzstillstandApnoe, respiratorisches Versagen

Therapie der Agitation

Die primäre Stabilisierung erfolgt nach dem ABCDE-Schema. Zur Behandlung von Agitation und kardiovaskulärer Toxizität gelten Benzodiazepine als Therapie der ersten Wahl.

Bei schwerer Agitation wird eine Kombinationstherapie aus Benzodiazepinen und Antipsychotika (wie Haloperidol oder Olanzapin) als wirksamer beschrieben als eine Monotherapie. Zur Sedierung und Prophylaxe von Dystonien kann laut Leitlinie Diphenhydramin ergänzt werden.

Kardiovaskuläre Therapie

Zur Blutdrucksenkung werden Nicht-Dihydropyridin-Kalziumkanalblocker wie Diltiazem oder Verapamil empfohlen. Der Einsatz des gemischten Alpha-/Beta-Blockers Labetalol wird als sicher und effektiv zur gleichzeitigen Behandlung von Hypertonie und Tachykardie beschrieben.

Bei schweren ventrikulären Tachydysrhythmien wird der Einsatz von Lidocain oder intravenösen Lipidemulsionen als mögliche Therapieoption genannt.

Management der Hyperthermie

Eine kokaininduzierte Hyperthermie erfordert eine sofortige externe Kühlung. Die Leitlinie empfiehlt als einfachste und sicherste Methode das Besprühen mit lauwarmem Wasser in Kombination mit Konvektionskühlung durch einen Ventilator.

Kontraindikationen

Die Leitlinie rät vom Einsatz von Dihydropyridin-Kalziumkanalblockern (wie Nifedipin) ab, da diese eine gefährliche Reflextachykardie auslösen können.

Es wird nachdrücklich empfohlen, auf physische Fixierungen der agitierten Betroffenen zu verzichten.

Die alleinige Gabe von reinen Betablockern wird aufgrund des Risikos einer "ungebremsten Alpha-Stimulation" mit paradoxem Blutdruckanstieg oder Koronarspasmen traditionell als kontraindiziert angesehen, auch wenn dieses Konzept in der neueren Literatur teilweise kontrovers diskutiert wird.

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💡Praxis-Tipp

Bei Verdacht auf inkorporierte Kokainpäckchen ("Body-Packer") wird eine Computertomographie des Abdomens empfohlen, da konventionelle Röntgenaufnahmen häufig falsch-negative Befunde liefern. Zudem wird betont, dass eine kokaininduzierte Hyperthermie ein Marker für eine sehr schlechte Prognose ist und eine sofortige physikalische Kühlung mittels Wassernebel und Ventilator erfordert.

Häufig gestellte Fragen

Laut StatPearls gelten Benzodiazepine als Therapie der ersten Wahl. Sie werden eingesetzt, um sowohl die Agitation als auch die kardiovaskuläre Toxizität durch eine Reduktion des sympathischen Ausflusses zu behandeln.

Der Einsatz von reinen Betablockern ist umstritten, da theoretisch das Risiko einer "ungebremsten Alpha-Stimulation" mit paradoxem Blutdruckanstieg besteht. Die Leitlinie weist jedoch darauf hin, dass gemischte Alpha-/Beta-Blocker wie Labetalol als sicher und effektiv gelten.

Es wird eine sofortige externe Kühlung empfohlen. Die sicherste Methode ist laut Leitlinie das Besprühen der Haut mit lauwarmem Wasser in Kombination mit einem Ventilator zur Konvektionskühlung.

Zur Diagnostik von verschluckten Drogenpäckchen wird eine Computertomographie oder eine kontrastmittelgestützte Untersuchung empfohlen. Einfache Röntgenaufnahmen des Abdomens werden aufgrund häufiger falsch-negativer Ergebnisse als unzureichend bewertet.

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Quelle: StatPearls: Cocaine Toxicity (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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