Kataraktchirurgie (Grauer Star): StatPearls
Hintergrund
Katarakt (Grauer Star) ist die weltweit häufigste Ursache für behebbare Blindheit. Die StatPearls-Leitlinie beschreibt altersbedingte Katarakte als Folge von oxidativen Schäden an der Linse.
Anatomisch werden nukleäre, kortikale und hintere subkapsuläre Katarakte unterschieden. Nukleäre Katarakte treten am häufigsten auf, während kortikale Trübungen am ehesten eine chirurgische Intervention erfordern.
Unbehandelt kann die Erkrankung zu einer hypermaturen senilen Katarakt fortschreiten. Dies birgt laut Leitlinie das Risiko für sekundäre Komplikationen wie Uveitis, Glaukom oder Linsenluxation.
Empfehlungen
Die Leitlinie formuliert folgende Kernaspekte zur chirurgischen Versorgung der Katarakt:
Diagnostik und Vorbereitung
Routine-Laboruntersuchungen oder systemische Tests vor der Operation sind laut Leitlinie nicht erforderlich.
Antithrombotische Medikamente können aufgrund des geringen Blutungsrisikos fortgesetzt werden.
Es wird empfohlen, die Einnahme von Alpha-1-Antagonisten zu dokumentieren, da ein Risiko für ein intraoperatives Floppy-Iris-Syndrom besteht.
Operationstechniken
Die Leitlinie vergleicht verschiedene etablierte chirurgische Verfahren zur Linsenextraktion.
| Technik | Beschreibung | Besonderheiten |
|---|---|---|
| Phakoemulsifikation | Ultraschall-Zertrümmerung über 2-3 mm Schnitt | Standardverfahren, geringes Astigmatismus-Risiko |
| MSICS (Manual Small-Incision) | Manuelle Extraktion über 6,5-7 mm Skleraltunnel | Kostengünstig, vergleichbare Langzeitergebnisse zur Phakoemulsifikation |
| FLACS (Femtosecond Laser) | Lasergestützte Inzision und Linsenfragmentierung | Reduziert Kollateralschäden, jedoch hohe Kosten bei marginalem Zusatznutzen |
| ECCE (Extrakapsulär) | Manuelle Extraktion über 9-13 mm Schnitt | Erfordert Nähte, höheres Risiko für Hornhautödeme |
Intraokularlinsen (IOL)
Zur Korrektur der Sehkraft stehen verschiedene Linsentypen zur Verfügung. Die Auswahl richtet sich nach den anatomischen Gegebenheiten und den visuellen Anforderungen.
| Linsentyp | Funktion | Besonderheiten |
|---|---|---|
| Monofokal | Korrigiert eine Fokusdistanz | Am häufigsten verwendet, Brille für Nähe/Ferne oft weiterhin nötig |
| Multifokal | Korrigiert mehrere Fokusdistanzen | Reduziert Brillenabhängigkeit, umfasst bi- und trifokale Designs |
| Torisch | Korrigiert Astigmatismus | Reduziert ebenfalls die Notwendigkeit einer Brille |
Postoperative Versorgung und Komplikationen
Postoperativ wird die topische Gabe von Antibiotika, Kortikosteroiden oder NSAR für 1 bis 4 Wochen empfohlen.
Nachsorgeuntersuchungen sollten gemäß Leitlinie am ersten Tag sowie nach 1 Woche, 1 Monat und 3 Monaten erfolgen.
Die Leitlinie nennt folgende relevante Komplikationen, die im Verlauf auftreten können:
-
Frühkomplikationen: Transiente Augeninnendruckerhöhung, Hornhautödem und Endophthalmitis.
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Spätkomplikationen: Nachstar (hintere Kapseltrübung), zystoides Makulaödem und Netzhautablösung.
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Subjektive Beschwerden: Dysphotopsien wie Halos, Blendung oder Schattenbildung.
Dosierung
Die Leitlinie nennt spezifische Dosierungen für die intravitreale Notfalltherapie bei einer postoperativen Endophthalmitis:
| Medikament | Dosierung (intravitreal) | Indikation |
|---|---|---|
| Vancomycin | 1 mg / 0,1 ml | Endophthalmitis (Kombinationstherapie) |
| Amikacin | 0,4 mg / 0,1 ml | Endophthalmitis (Kombinationspartner zu Vancomycin) |
| Ceftazidim | 2,25 mg / 0,1 ml | Endophthalmitis (Alternative zu Amikacin) |
Kontraindikationen
Die Leitlinie nennt als Kontraindikationen für eine Kataraktoperation das Vorliegen einer Katarakt ohne visuelle Beeinträchtigung.
Zudem stellen medizinische oder ophthalmologische Begleiterkrankungen, die ein sicheres Operationsergebnis verhindern, eine Kontraindikation dar.
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie warnt vor dem erhöhten Risiko eines intraoperativen Floppy-Iris-Syndroms bei Personen, die Alpha-1-Antagonisten einnehmen. Es wird hervorgehoben, dass eine sorgfältige präoperative Anamnese bezüglich dieser Medikamentengruppe essenziell ist. Zudem wird betont, dass eine routinemäßige systemische präoperative Diagnostik (wie EKG oder Blutbild) bei kataraktchirurgischen Eingriffen nicht notwendig ist.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie werden heutzutage primär lokale und topische Anästhesieverfahren eingesetzt. Historische Methoden wie Vollnarkose oder retrobulbäre Blöcke kommen kaum noch zur Anwendung.
Die hintere Kapseltrübung (Nachstar) wird als häufigste Spätkomplikation beschrieben. Die Behandlung erfolgt gemäß Leitlinie mittels YAG-Laser-Kapsulotomie.
Die Leitlinie gibt an, dass antithrombotische Medikamente aufgrund des sehr geringen Blutungsrisikos bei dem Eingriff fortgesetzt werden können.
Es wird eine Punktion des Glaskörpers mit anschließender Injektion von Breitbandantibiotika empfohlen. Standardmäßig kommen hierbei Vancomycin in Kombination mit Ceftazidim oder Amikacin zum Einsatz.
Die Leitlinie empfiehlt postoperative Kontrolluntersuchungen am ersten Tag nach der Operation. Weitere Termine sollten nach einer Woche, einem Monat und drei Monaten stattfinden.
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Quelle: StatPearls: Cataract Surgery (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.