StatPearls2026

Barbiturate: StatPearls Übersicht

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Barbiturate sind eine Klasse von Sedativa und Hypnotika. Sie werden laut der StatPearls-Übersicht unter anderem bei Anfallsleiden, neonatalem Entzug, Insomnie und zur Senkung des intrakraniellen Drucks eingesetzt.

Der Wirkmechanismus beruht auf einer postsynaptischen Verstärkung von Gamma-Aminobuttersäure (GABA). Dies führt zu einem erhöhten Einstrom von Chloridionen und einer Hyperpolarisation, was eine Dämpfung des zentralen Nervensystems bewirkt.

Aufgrund des Nebenwirkungsprofils und des hohen Abhängigkeitspotenzials wurden Barbiturate in vielen Bereichen durch Benzodiazepine oder Propofol ersetzt. Dennoch behalten sie in spezifischen Indikationen wie dem refraktären Status epilepticus ihre Relevanz.

Empfehlungen

Die Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen und Klassifikationen:

Klassifikation

KlassifikationWirkdauerWirkstoffe
Ultra-kurzwirksamSehr kurzMethohexital, Thiopental
Kurzwirksam2 bis 6 StundenPentobarbital, Secobarbital
Mittellangwirksam2 bis 6 StundenAmobarbital, Butalbital
Langwirksam> 6 StundenPhenobarbital, Primidon

Indikationen

Phenobarbital wird primär als Antiepileptikum empfohlen, insbesondere in der Neonatologie und Pädiatrie. Methohexital ist für prozedurale Sedierungen kurzer Dauer sowie für die Elektrokonvulsionstherapie indiziert.

Pentobarbital wird beim Status epilepticus und Off-Label bei refraktärem erhöhtem intrakraniellen Druck eingesetzt. Primidon findet Anwendung bei Anfallsleiden und essenziellem Tremor.

Besondere Patientengruppen

  • Bei älteren Menschen wird gemäß den Beers-Kriterien von der Anwendung abgeraten (starke Warnung)

  • In der Schwangerschaft wird auf das Risiko von Fehlbildungen durch Phenobarbital hingewiesen

  • Bei Nieren- oder Leberinsuffizienz wird eine Dosisreduktion von Phenobarbital empfohlen

Überwachung und Toxizität

Die Autoren betonen die Notwendigkeit einer strengen Überwachung der Atem- und Herz-Kreislauf-Funktion. Bei einer Überdosierung gibt es kein spezifisches Antidot.

Es wird eine supportive Therapie, Urinalkalisierung und gegebenenfalls die Gabe von Aktivkohle oder eine Hämodialyse empfohlen.

Dosierung

Die StatPearls-Übersicht nennt folgende Dosierungsrichtlinien:

WirkstoffIndikationDosierung
PhenobarbitalStatus epilepticus (Erwachsene)15 mg/kg als Einzeldosis (IV)
PhenobarbitalKrampfanfälle (Neugeborene)20 mg/kg IV (Loading), 3-4 mg/kg p.o. (Erhaltung)
MethohexitalNarkoseeinleitung1 bis 1,5 mg/kg
PentobarbitalPrämedikation150 bis 200 mg (IM) als Einzeldosis
PentobarbitalStatus epilepticus5 bis 15 mg/kg IV (Loading), 0,5 bis 5 mg/kg/h (Infusion)
PrimidonAnfallsleiden (Startdosis)100 bis 125 mg zur Nacht
PrimidonAnfallsleiden (Erhaltung)250 mg dreimal täglich (max. 2000 mg/Tag)
PrimidonEssenzieller Tremor25 mg täglich (Startdosis)
AmobarbitalSedierung30 bis 50 mg zwei- bis dreimal täglich
AmobarbitalHypnotikum65 bis 200 mg zur Nacht

Bei Nieren- und Leberinsuffizienz wird für Phenobarbital eine Dosisreduktion empfohlen. Für Methohexital ist laut Text keine Dosisanpassung vorgesehen.

Kontraindikationen

Absolute Kontraindikationen umfassen den Status asthmaticus sowie die akute und intermittierende Porphyrie. Eine bekannte Überempfindlichkeit gegen Barbiturate stellt ebenfalls eine absolute Kontraindikation dar.

Es wird eine Black-Box-Warnung für die Kombination von Phenobarbital mit Opioiden ausgesprochen, da dies zu tiefer Sedierung, Atemdepression, Koma und Tod führen kann. Die Anwendung von Methohexital darf nur in Einrichtungen erfolgen, die für eine kontinuierliche Atem- und Kreislaufüberwachung sowie Reanimation ausgestattet sind.

Die Kombination von Primidon mit Apremilast ist aufgrund der CYP3A4-Induktion streng kontraindiziert.

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💡Praxis-Tipp

Die Autoren warnen eindringlich vor den starken enzyminduzierenden Eigenschaften von Phenobarbital auf das Cytochrom-P450-System. Es wird darauf hingewiesen, dass dies die Wirksamkeit vieler anderer Medikamente, einschließlich oraler Kontrazeptiva, Steroide und anderer Antiepileptika, signifikant verringert. Ein sorgfältiger Abgleich der Begleitmedikation ist daher zwingend erforderlich.

Häufig gestellte Fragen

Laut StatPearls gehören Methohexital und Thiopental zu den ultrakurzwirksamen Barbituraten. Sie werden primär zur Narkoseeinleitung oder für Kurzeingriffe genutzt.

Nein, die Leitlinie hält fest, dass es kein spezifisches Antidot gibt. Die Therapie erfolgt supportiv, unter anderem durch Urinalkalisierung, Aktivkohle oder Hämodialyse.

Gemäß den AGS Beers-Kriterien wird von der Anwendung bei älteren Erwachsenen abgeraten. Es besteht ein hohes Risiko für physische Abhängigkeit und Überdosierungen.

Für Pentobarbital wird eine intravenöse Aufsättigungsdosis von 5 bis 15 mg/kg empfohlen. Anschließend erfolgt eine kontinuierliche Infusion von 0,5 bis 5 mg/kg/h unter EEG-Kontrolle.

Die Leitlinie warnt davor, dass Phenobarbital mit schweren angeborenen Fehlbildungen assoziiert ist. Alternativen wie Lamotrigin oder Levetiracetam werden in der Schwangerschaft bevorzugt.

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Quelle: StatPearls: Barbiturates (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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