Atenolol Dosierung & Indikation: StatPearls Leitlinie
Hintergrund
Der vorliegende Artikel basiert auf der StatPearls-Zusammenfassung zu Atenolol. Atenolol ist ein kardioselektiver Beta-1-Rezeptorantagonist der zweiten Generation.
Das Medikament senkt die Herzfrequenz, den Blutdruck und die myokardiale Kontraktilität. Aufgrund seiner geringen Lipidlöslichkeit passiert es die Blut-Hirn-Schranke kaum, was zu weniger zentralnervösen Nebenwirkungen führt.
Zu den von der FDA zugelassenen Indikationen gehören die arterielle Hypertonie, die Angina pectoris und der akute Myokardinfarkt. Darüber hinaus wird der Wirkstoff off-label unter anderem zur Migräneprophylaxe und bei Thyreotoxikose eingesetzt.
Empfehlungen
Indikationsstellung und Therapiebeginn
Laut StatPearls wird der Einsatz von Atenolol primär bei kardiovaskulären Erkrankungen wie Hypertonie und Angina pectoris empfohlen. Bei einem akuten Myokardinfarkt sollte die intravenöse Gabe idealerweise innerhalb von 12 Stunden nach dem Ereignis erfolgen.
Für den Off-Label-Gebrauch nennt der Text folgende Einsatzgebiete:
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Migräneprophylaxe (gemäß Leitlinien der American Academy of Neurology)
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Behandlung von supraventrikulären Tachykardien
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Symptomkontrolle bei Thyreotoxikose
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Alternative zu Propranolol bei infantilen Hämangiomen
Überwachung und Monitoring
Da Atenolol primär renal ausgeschieden wird, wird eine Überprüfung der Nierenfunktion vor Therapiebeginn sowie im weiteren Verlauf empfohlen. Bei einer Kreatininclearance unter 35 ml/min ist eine Dosisreduktion erforderlich.
Zusätzlich wird zu folgenden Kontrolluntersuchungen geraten:
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Regelmäßige Überwachung von Blutdruck und Herzfrequenz
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Lungenfunktionstests bei Patienten mit obstruktiven Atemwegserkrankungen in der Anamnese
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Blutzuckerkontrollen bei Diabetikern, da Hypoglykämie-Symptome maskiert werden können
Absetzen der Therapie
Der Text warnt ausdrücklich vor einem abrupten Absetzen von Atenolol (Boxed Warning). Es wird ein schrittweises Ausschleichen empfohlen, um eine Verschlechterung einer Angina pectoris, einen Myokardinfarkt oder ventrikuläre Arrhythmien zu vermeiden.
Dosierung
Die Leitlinie gibt folgende Dosierungsempfehlungen für Erwachsene vor:
| Indikation | Initiale Dosis | Erhaltungsdosis / Maximaldosis | Bemerkung |
|---|---|---|---|
| Hypertonie | 50 mg/Tag (p.o.) | 100 mg/Tag | Höhere Dosen bringen meist keinen Zusatznutzen |
| Angina pectoris | 50 mg/Tag (p.o.) | 100-200 mg/Tag | Ausschleichen bei Absetzen erforderlich |
| Akuter Myokardinfarkt | 5 mg i.v. über 5 Min., dann 5 mg i.v. nach 10 Min. | 50 mg p.o. nach 12h, dann 50 mg 2x/Tag oder 100 mg/Tag | Erhaltungsdosis für 6-9 Tage oder bis Entlassung |
| Migräneprophylaxe (Off-Label) | 25 mg/Tag (p.o.) | Titration bis max. 100 mg/Tag | Dosisanpassung alle 1-2 Wochen |
| Supraventrikuläre Tachykardie (Off-Label) | 25-50 mg/Tag (p.o.) | Max. 100 mg/Tag | Titration nach Verträglichkeit |
| Thyreotoxikose (Off-Label) | 25-50 mg/Tag (p.o.) | Max. 100 mg 2x/Tag | Zur Symptomkontrolle |
Dosisanpassung bei Niereninsuffizienz
| Kreatininclearance | Empfohlene Maximaldosis |
|---|---|
| > 30 ml/min | Keine Anpassung erforderlich |
| 10 - 30 ml/min | Max. 50 mg/Tag |
| < 10 ml/min | Max. 25 mg/Tag |
Bei Patienten, die sich einer Hämodialyse unterziehen, wird die Verabreichung des Medikaments nach der Dialysesitzung empfohlen.
Kontraindikationen
Laut StatPearls gelten folgende absolute Kontraindikationen für die Gabe von Atenolol:
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Sinusbradykardie
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AV-Block II. oder III. Grades
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Kardiogener Schock
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Dekompensierte Herzinsuffizienz
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Schwere periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK)
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Phäochromozytom und metabolische Azidose
Zudem wird von der Anwendung in der Schwangerschaft abgeraten, da das Risiko für intrauterine Wachstumsretardierungen besteht. Auch in der Stillzeit wird aufgrund möglicher neonataler Hypoglykämien und Bradykardien von der Einnahme abgeraten.
💡Praxis-Tipp
Ein abrupter Therapieabbruch von Atenolol sollte laut Leitlinie zwingend vermieden werden, da dies zu einer akuten Verschlechterung einer Angina pectoris oder zu einem Myokardinfarkt führen kann. Zudem wird darauf hingewiesen, dass Atenolol die klinischen Warnzeichen einer Hypoglykämie bei Diabetikern sowie einer beginnenden Thyreotoxikose maskieren kann.
Häufig gestellte Fragen
Laut StatPearls ist bei einer Kreatininclearance zwischen 10 und 30 ml/min eine maximale Dosis von 50 mg pro Tag empfohlen. Fällt die Clearance unter 10 ml/min, sollte die Dosis auf maximal 25 mg täglich reduziert werden.
Die Leitlinie rät von der Einnahme während der Schwangerschaft ab, da ein Risiko für intrauterine Wachstumsretardierungen und ein niedriges Geburtsgewicht besteht. Als bevorzugte Alternative bei chronischer Hypertonie in der Schwangerschaft wird Labetalol genannt.
Es wird empfohlen, den Betablocker mehrere Tage vor dem Absetzen von Clonidin auszuschleichen und vollständig abzusetzen. Dies dient der Vermeidung einer lebensbedrohlichen Rebound-Hypertonie.
Die Therapie erfolgt primär supportiv, unter anderem durch Magenspülung oder Aktivkohle bei oraler Aufnahme. Bei schwerer Bradykardie wird die Gabe von intravenösem Epinephrin, Atropin oder Glukagon empfohlen.
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Quelle: StatPearls: Atenolol (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.