StatPearls2026

Sonographie bei Infertilität: Diagnostik und Protokolle

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Infertilität betrifft etwa 15,5 % der Frauen und wird als das Ausbleiben einer Schwangerschaft nach einem Jahr (bei Frauen unter 35 Jahren) oder sechs Monaten (über 35 Jahre) ungeschütztem Geschlechtsverkehr definiert. Die Ursachen umfassen tubare Faktoren, Ovulationsstörungen, männliche Faktoren oder bleiben oft ungeklärt.

Die sonographische Beurteilung spielt eine zentrale Rolle in der Basisdiagnostik und Therapieüberwachung. Sie ermöglicht die Beurteilung der ovariellen Reserve, der Tubendurchgängigkeit sowie der uterinen Anatomie.

Die StatPearls-Leitlinie beschreibt die Protokolle und Interpretationen verschiedener Ultraschallmodalitäten in der Reproduktionsmedizin. Dazu gehören transvaginale und transabdominale Scans sowie die Saline-Infusions-Sonographie (SIS).

Empfehlungen

Die StatPearls-Leitlinie formuliert detaillierte Protokolle zur sonographischen Beurteilung der weiblichen Infertilität.

Basisdiagnostik und ovarielle Reserve

Laut Leitlinie wird eine transvaginale Basisuntersuchung zur Beurteilung von Uterus, Endometrium, Ovarien und dem Douglas-Raum empfohlen. Zur Bestimmung der ovariellen Reserve wird die Antralfollikelzählung (AFC) herangezogen.

Dabei werden alle Follikel mit einer Größe von 2 bis 10 mm in beiden Ovarien addiert. Die Leitlinie ordnet die AFC-Werte folgenden klinischen Bedeutungen zu:

Antralfollikelzählung (AFC)Klinische Bedeutung
< 5Niedrige ovarielle Reserve
≤ 4Erhöhtes Risiko für Menopause innerhalb von 7 Jahren
≥ 20Hohe ovarielle Antwort, hohes Risiko für Überstimulationssyndrom

Beurteilung des Endometriums

Die Leitlinie betont die Wichtigkeit der Endometriumbeurteilung für die Embryoimplantation. Ein trilaminares Muster in der Follikelphase geht mit höheren Schwangerschaftsraten einher.

Die endometriale Vaskularisation wird mittels Power-Doppler vor der Ovulation in drei Grade eingeteilt:

GradSonographischer Befund
Grad 1Kein subendometrialer Blutfluss
Grad 2Subendometrialer Blutfluss nachweisbar
Grad 3Endometrialer und subendometrialer Blutfluss nachweisbar

Follikelmonitoring und Ovulationsinduktion

Während stimulierter Zyklen wachsen Follikel laut Leitlinie durchschnittlich 1,7 bis 2 mm pro Tag. Die sonographische Überwachung dient der Bestimmung des optimalen Zeitpunkts für die Ovulationsauslösung (Trigger).

Die Leitlinie nennt folgende Zielgrößen für dominante Follikel vor der Trigger-Injektion:

TherapieartOptimale Follikelgröße
In-vitro-Fertilisation (IVF)18 bis 20 mm
Clomifencitrat-Zyklen21 bis 22 mm

Diagnostik uteriner und tubarer Pathologien

Zur Beurteilung der Tubendurchgängigkeit und der uterinen Höhle wird die Saline-Infusions-Sonographie (SIS) oder die Hysterosalpingo-Kontrast-Sonographie (HyCoSy) beschrieben. Bei Verdacht auf angeborene Fehlbildungen (Müller-Gänge) wird eine SIS mit oder ohne 3D-Rekonstruktion empfohlen.

Die Leitlinie beschreibt spezifische sonographische Kriterien für häufige Pathologien:

  • Polyzystisches Ovarsyndrom (PCOS): Ovarialvolumen > 10 ml und/oder mehr als 20 Follikel pro Ovar.

  • Hydrosalpinx: Röhrenförmige oder S-förmige echofreie Struktur, oft als "Perlen an einer Schnur" imponierend.

  • Adenomyose: Globuläre Uterusvergrößerung, zystische echofreie Räume im Myometrium und asymmetrische Wandverdickung.

  • Intrauterine Adhäsionen: Unterbrechung der endometrio-myometrialen Grenze und hypoechogene Bänder in der Höhle.

Embryotransfer

Für den Embryotransfer wird eine transabdominale Ultraschallführung beschrieben. Diese Methode erhöht laut Leitlinie die Schwangerschaftsraten im Vergleich zur rein klinischen Tastmethode signifikant.

Kontraindikationen

Die Leitlinie nennt folgende Kontraindikationen für eine Saline-Infusions-Sonographie (SIS) oder Hysterosalpingo-Kontrast-Sonographie:

  • Bestehende Schwangerschaft

  • Starke Menstruation oder aktive Blutung

  • Verdacht auf eine Infektion (basierend auf Symptomen oder auffälligem vaginalem Ausfluss)

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Ein wichtiger Hinweis der Leitlinie betrifft die Anwendung von Clomifencitrat zur Ovulationsinduktion. Es wird darauf hingewiesen, dass dieses Medikament einen antiöstrogenen Effekt auf das Endometrium haben kann, was sonographisch als dünner Endometriumstreifen sichtbar wird. Bei einer präovulatorischen Endometriumdicke von 6 mm oder weniger sinken die Schwangerschaftsraten, weshalb in Folgezyklen alternative Wirkstoffe wie Tamoxifen oder Letrozol erwogen werden sollten.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie ist der bevorzugte Zeitpunkt für die AFC der 2. bis 4. Zyklustag. Zu diesem Zeitpunkt fehlen in der Regel störende Gelbkörper oder Ovarialzysten.

Die Leitlinie beschreibt, dass das Endometrium im streng sagittalen Schnitt an seiner dicksten Stelle gemessen wird. Die Messung erfolgt senkrecht von einer echogenen Begrenzung zur anderen, wobei eventuell vorhandene Flüssigkeit in der Höhle nicht mitgemessen wird.

Für die Ovulationsauslösung (Trigger) bei IVF-Zyklen wird laut Leitlinie meist ein Cut-off von 18 bis 20 mm verwendet. Bei dieser Größe werden die höchsten Eizellgewinnungsraten erzielt.

Die Leitlinie nennt als typische Zeichen eine globuläre Uterusvergrößerung ohne Myome sowie zystische echofreie Räume im Myometrium. Zudem zeigen sich oft eine asymmetrische Wandverdickung und eine unscharfe Begrenzung zwischen Endometrium und Myometrium.

Es wird beschrieben, dass ein transabdominal ultraschallgesteuerter Embryotransfer die Schwangerschaftsraten im Vergleich zur blinden klinischen Methode signifikant erhöht. Der Ultraschall dient dabei der präzisen Führung des Transferkatheters.

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Quelle: StatPearls: Sonography Gynecology Infertility Assessment, Protocols, and Interpretation (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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