IQWiG2020Neurologie

Siponimod bei SPMS: Indikation, Dosierung und Therapie

Diese Leitlinie stammt aus 2020 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2020)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Siponimod ist zugelassen für die Behandlung von erwachsenen Patientinnen und Patienten mit sekundär progredienter multipler Sklerose (SPMS) mit Krankheitsaktivität. Diese Aktivität muss durch Schübe oder durch Bildgebung der entzündlichen Aktivität nachgewiesen sein.

Der vorliegende Bericht des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) bewertet den Zusatznutzen von Siponimod im Vergleich zur zweckmäßigen Vergleichstherapie.

Dabei wird zwischen Patientengruppen mit und ohne aufgesetzte Schübe unterschieden. Für die Bewertung wurden unter anderem Daten aus der Zulassungsstudie EXPAND herangezogen.

Empfehlungen

Die IQWiG-Nutzenbewertung kommt zu folgenden Ergebnissen hinsichtlich des Zusatznutzens von Siponimod:

Aktive SPMS mit aufgesetzten Schüben

Für erwachsene Patientinnen und Patienten mit aktiver SPMS und aufgesetzten Schüben wurde als zweckmäßige Vergleichstherapie Interferon-β 1a, Interferon-β 1b oder Ocrelizumab festgelegt.

  • Laut IQWiG-Bericht liegen für diese Patientengruppe keine verwertbaren Studiendaten vor.

  • Ein Zusatznutzen von Siponimod ist für diese Gruppe folglich nicht belegt.

Aktive SPMS ohne aufgesetzte Schübe

Für Patientinnen und Patienten mit aktiver SPMS ohne aufgesetzte Schübe gilt Best Supportive Care (BSC) als zweckmäßige Vergleichstherapie. Die Bewertung stützt sich auf die Daten der EXPAND-Studie.

  • Für den Endpunkt bestätigte Krankheitsschübe zeigte sich zwar ein statistischer Vorteil für Siponimod.

  • Das IQWiG merkt jedoch an, dass die Ergebnisse aufgrund von Vortherapien nicht eindeutig als Vorteil interpretierbar sind, da die Schübe im Studienverlauf wahrscheinlich durch vorherige MS-Therapien unterdrückt worden waren.

  • Bei Endpunkten wie Behinderungsprogression, Schweregrad der Behinderung oder Lebensqualität zeigte sich kein Vorteil oder es lagen keine verwertbaren Daten vor.

  • Zusammenfassend ist laut IQWiG auch für diese Patientengruppe ein Zusatznutzen nicht belegt.

Dosierung

Die Therapie mit Siponimod erfordert eine initiale Titrationsphase zur Vermeidung von Bradykardien. Vor Therapiebeginn muss der CYP2C9-Genotyp bestimmt werden.

BehandlungsphaseDosierungHinweise
Initiale Titrationsphase (Tag 1-6)0,25 mg bis 2 mgSchrittweise Dosissteigerung über 6 Tage
Erhaltungsdosis (Standard)2 mg1-mal täglich oral
Erhaltungsdosis bei CYP2C923 oder 131 mg1-mal täglich oral

Kontraindikationen

Der IQWiG-Bericht verweist auf folgende Warnhinweise und Kontraindikationen gemäß Fachinformation:

  • Genetik: Kontraindiziert bei homozygotem CYP2C933-Genotyp.

  • Schwangerschaft: Kontraindiziert während der Schwangerschaft und bei Frauen im gebärfähigen Alter ohne wirksame Verhütung. Vor Behandlungsbeginn ist ein negativer Schwangerschaftstest erforderlich.

  • Infektionen: Das Infektionsrisiko kann erhöht sein. Bei Verdacht auf progressive multifokale Leukenzephalopathie (PML) ist die Behandlung zu unterbrechen.

  • Kardiovaskulär: Wegen möglicher Bradykardien bei Therapiebeginn ist bei bestimmten kardialen Vorerkrankungen (z. B. Sinus-Bradykardie, AV-Block) eine sechsstündige Überwachung nach der ersten Dosis erforderlich.

  • Auge: Wegen des Risikos eines Makulaödems wird eine ophthalmologische Untersuchung 3 bis 4 Monate nach Therapiebeginn empfohlen.

  • Haut: Erhöhtes Risiko für kutane Neoplasien. Ungeschützte Sonnenexposition sowie UV-Therapien sind zu vermeiden.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Vor dem Beginn einer Therapie mit Siponimod ist zwingend eine Genotypisierung des CYP2C9-Gens erforderlich. Diese Untersuchung bestimmt, ob die Standarddosis, eine reduzierte Dosis oder eine Kontraindikation vorliegt. Zudem wird eine engmaschige Überwachung der Lymphozytenzahlen empfohlen, um das Risiko schwerer Infektionen zu minimieren.

Häufig gestellte Fragen

Siponimod ist für die Behandlung der sekundär progredienten multiplen Sklerose (SPMS) mit nachgewiesener Krankheitsaktivität zugelassen. Die Aktivität muss durch Schübe oder entzündliche Veränderungen in der Bildgebung belegt sein.

Die reguläre Erhaltungsdosis beträgt 2 mg einmal täglich nach einer sechstägigen Titrationsphase. Bei Vorliegen eines CYP2C923- oder 13-Genotyps wird eine reduzierte Dosis von 1 mg täglich empfohlen.

Der IQWiG-Bericht stellt fest, dass ein Zusatznutzen von Siponimod im Vergleich zur zweckmäßigen Vergleichstherapie weder für Patienten mit noch ohne aufgesetzte Schübe belegt ist. Es fehlten verwertbare Daten oder die Studienergebnisse zeigten keine eindeutigen Vorteile.

Laut Fachinformation müssen vor Therapiebeginn der CYP2C9-Genotyp bestimmt, ein großes Blutbild angefertigt und die Leberwerte kontrolliert werden. Bei Frauen im gebärfähigen Alter ist zudem ein negativer Schwangerschaftstest erforderlich.

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Quelle: IQWiG A20-10: Siponimod (multiple Sklerose) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2020). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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