Selpercatinib: Therapie RET-Fusion+ solider Tumoren
Hintergrund
Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat ein Nutzenbewertungsverfahren nach § 35a SGB V für den Wirkstoff Selpercatinib (Handelsname Retsevmo) durchgeführt. Das Verfahren wurde am 15.05.2024 begonnen und mit der Beschlussfassung am 07.11.2024 abgeschlossen.
Selpercatinib ist ein zielgerichtetes Therapeutikum aus der Onkologie. Es wird zur Behandlung von spezifischen genetischen Veränderungen, den sogenannten RET-Fusionen, eingesetzt.
Das aktuelle Verfahren bewertet ein neues Anwendungsgebiet für den Wirkstoff. Es richtet sich an erwachsene Personen mit fortgeschrittenen soliden Tumoren, die eine entsprechende Mutation aufweisen.
Empfehlungen
Anwendungsgebiet
Der G-BA-Beschluss definiert den Einsatz von Selpercatinib als Monotherapie. Die Behandlung richtet sich an erwachsene Personen mit fortgeschrittenen soliden Tumoren.
Eine zwingende Voraussetzung für den Einsatz ist der Nachweis einer RET-Fusion im Tumorgewebe.
Voraussetzungen für die Therapie
Laut Beschluss ist der Einsatz an spezifische Vorbedingungen geknüpft:
-
Behandlungsoptionen, die nicht zielgerichtet auf RET einwirken, müssen bereits ausgeschöpft sein.
-
Alternativ kann das Medikament eingesetzt werden, wenn andere Therapien nur einen begrenzten klinischen Nutzen bieten.
Zusatznutzen und Vergleichstherapie
Laut G-BA-Dokumentation werden die spezifischen Patientenpopulationen und die zweckmäßige Vergleichstherapie (ZVT) in den tragenden Gründen des Beschlusses vom 07.11.2024 definiert.
Das konkrete Ausmaß des Zusatznutzens ist den verlinkten Beschlusstexten zu entnehmen. Die Bewertung erfolgt in Abgrenzung zu Behandlungsoptionen, die nicht spezifisch auf RET abzielen.
💡Praxis-Tipp
Es wird darauf hingewiesen, dass Selpercatinib erst dann indiziert ist, wenn nicht-RET-zielgerichtete Behandlungsoptionen ausgeschöpft sind oder nur einen begrenzten klinischen Nutzen bieten.
Häufig gestellte Fragen
Der G-BA hat Selpercatinib für die Behandlung von Erwachsenen mit fortgeschrittenen, RET-Fusions-positiven soliden Tumoren bewertet.
Der Einsatz als Monotherapie ist vorgesehen, wenn Behandlungsoptionen, die nicht auf RET abzielen, ausgeschöpft sind oder nur begrenzten Nutzen bieten.
Ja, laut G-BA-Beschluss ist der Nachweis einer RET-Fusion im Tumorgewebe eine zwingende Voraussetzung für die Behandlung.
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Quelle: G-BA Nutzenbewertung: Selpercatinib (Neues Anwendungsgebiet: solide Tumore, RET-Fusion+) (G-BA, 2024). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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