Selpercatinib: Therapie bei RET+ Schilddrüsenkarzinom
Hintergrund
Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat im November 2024 einen Beschluss zur Nutzenbewertung des Wirkstoffs Selpercatinib (Handelsname Retsevmo) veröffentlicht. Das Verfahren bezieht sich auf ein neues Anwendungsgebiet in der Onkologie.
Selpercatinib ist ein zielgerichteter Tyrosinkinase-Inhibitor. Er wird bei Krebserkrankungen eingesetzt, die spezifische genetische Veränderungen, sogenannte RET-Fusionen, aufweisen.
Schilddrüsenkarzinome werden standardmäßig oft mit radioaktivem Jod behandelt. Wenn der Tumor jedoch nicht mehr auf diese Therapie anspricht und als radiojodrefraktär gilt, werden systemische Therapieansätze erforderlich. Diese Zusammenfassung basiert auf den Metadaten des G-BA-Beschlusses.
Empfehlungen
Der G-BA-Beschluss definiert das genaue Anwendungsgebiet für Selpercatinib (Retsevmo) in der Onkologie sowie die Rahmenbedingungen der Nutzenbewertung.
Zugelassene Indikation
Laut G-BA wird Selpercatinib als Monotherapie für folgende spezifische Patientengruppe angewendet:
-
Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren
-
Vorliegen eines fortgeschrittenen Schilddrüsenkarzinoms
-
Nachweis einer RET-Fusion (RET-Fusions-positiv)
-
Der Tumor ist refraktär gegenüber radioaktivem Jod (sofern eine Radiojodtherapie prinzipiell angemessen ist)
Therapiestatus
Gemäß dem Beschluss kann der Einsatz des Wirkstoffs in verschiedenen Therapiephasen erfolgen:
-
Als Erstlinientherapie
-
Nach einer vorangegangenen systemischen Therapie
Zweckmäßige Vergleichstherapie und Zusatznutzen
Ein zentraler Bestandteil des G-BA-Verfahrens ist die Bestimmung des Ausmaßes des Zusatznutzens. Hierfür wird Selpercatinib mit der zweckmäßigen Vergleichstherapie abgeglichen.
Als Vergleichstherapie in diesem Anwendungsgebiet dienen laut Verfahren typischerweise andere systemische Kinaseninhibitoren:
-
Lenvatinib
-
Sorafenib
Die detaillierte Bewertung und das genaue Ausmaß des festgestellten Zusatznutzens gegenüber diesen Vergleichstherapien werden in den tragenden Gründen des G-BA-Beschlusses vom 07.11.2024 dargelegt.
💡Praxis-Tipp
Es wird darauf hingewiesen, dass die Anwendung von Selpercatinib bei Schilddrüsenkarzinomen zwingend den vorherigen Nachweis einer RET-Fusion sowie eine Refraktärität gegenüber radioaktivem Jod voraussetzt.
Häufig gestellte Fragen
Laut G-BA ist der Wirkstoff für Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren zugelassen. Voraussetzung ist ein fortgeschrittenes, RET-Fusions-positives Schilddrüsenkarzinom.
Die Therapie erfolgt, wenn der Tumor refraktär gegenüber radioaktivem Jod ist. Sie kann als Erstlinientherapie oder nach einer systemischen Vortherapie angewendet werden.
In der G-BA-Nutzenbewertung wird Selpercatinib mit etablierten systemischen Therapien verglichen. Hierzu zählen laut Verfahren typischerweise Wirkstoffe wie Lenvatinib oder Sorafenib.
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Quelle: G-BA Nutzenbewertung: Selpercatinib (Neues Anwendungsgebiet: Schilddrüsenkarzinom, RET-Fusion+, refraktär gegenüber Radiojod, Erstlinie oder nach systemischer Vortherapie, ≥ 12 Jahre) (G-BA, 2024). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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