Schlafstörungen (Insomnie): Evidenz zur Musiktherapie
Hintergrund
Weltweit leiden Millionen von Erwachsenen unter Schlafstörungen (Insomnie). Diese beeinträchtigen die körperliche und geistige Gesundheit erheblich und mindern die Lebensqualität.
Viele Betroffene nutzen Selbsthilfestrategien wie das Hören von Musik, um das Einschlafen zu erleichtern. Die genaue Wirksamkeit dieser nicht-pharmakologischen Maßnahme war jedoch lange Zeit unklar.
Der vorliegende Cochrane Review (2022) fasst die Evidenz aus 13 randomisierten kontrollierten Studien mit über 1000 Teilnehmenden zusammen. Untersucht wurde der Effekt von aufgezeichneter Musik im Vergleich zu Standardbehandlungen oder keiner Therapie.
Empfehlungen
Die Meta-Analyse liefert folgende zentrale Erkenntnisse zur Wirksamkeit von Musik bei Insomnie:
Subjektive Schlafqualität
Der Review stellt fest, dass Musikhören die subjektive Schlafqualität wahrscheinlich deutlich verbessert (moderate Evidenz). Die positiven Effekte zeigten sich konsistent über verschiedene untersuchte Personengruppen hinweg.
Weitere Schlafparameter
Laut den Studienergebnissen kann Musik zudem positive Auswirkungen auf weitere Aspekte des Schlafs haben. Es wird von folgenden möglichen Effekten berichtet (niedrige Evidenz):
-
Verkürzung der Einschlaflatenz (Zeit bis zum Einschlafen)
-
Verlängerung der Gesamtschlafdauer
-
Verbesserung der Schlafeffizienz (Verhältnis von Schlafzeit zu Bettzeit)
Objektive Messungen und Schweregrad
Für den Schweregrad der Insomnie sowie für nächtliche Schlafunterbrechungen konnte kein eindeutiger Nutzen nachgewiesen werden (sehr niedrige Evidenz). Zudem zeigten objektive Messmethoden wie die Polysomnographie in den wenigen verfügbaren Studien keinen signifikanten Effekt der Musikintervention.
Verwendete Scoring-Systeme
Der Review stützt sich zur Bewertung der Schlafparameter primär auf etablierte Fragebögen. Die wichtigsten Instrumente werden wie folgt klassifiziert:
| Score | Gemessener Parameter | Wertebereich | Bedeutung |
|---|---|---|---|
| PSQI (Pittsburgh Sleep Quality Index) | Subjektive Schlafqualität | 0 bis 21 Punkte | > 5 Punkte deuten auf schlechten Schlaf hin |
| ISI (Insomnia Severity Index) | Schweregrad der Insomnie | 0 bis 28 Punkte | Höhere Werte zeigen eine schwerere Insomnie an |
Anwendung in der Praxis
In den untersuchten Studien wurde meist täglich für 25 bis 60 Minuten aufgezeichnete Musik gehört. Dabei handelte es sich überwiegend um ruhige Musik mit langsamem Tempo. Es machte laut Review keinen messbaren Unterschied, ob die Musik von Forschern vorgegeben oder aus einer Liste ausgewählt wurde.
Kontraindikationen
In den eingeschlossenen Studien des Reviews wurden keine unerwünschten Ereignisse oder negativen Effekte durch das Musikhören berichtet. Die Autoren weisen jedoch darauf hin, dass dies auch an einer mangelhaften Berichterstattung in den Primärstudien liegen könnte.
💡Praxis-Tipp
Der Review verdeutlicht, dass Musikhören eine sichere und kostengünstige Maßnahme ist, die vor allem das subjektive Schlaferleben positiv beeinflusst. Es wird hervorgehoben, dass objektive Schlafparameter durch Musik möglicherweise nicht im gleichen Maße verbessert werden wie das persönliche Empfinden der Betroffenen.
Häufig gestellte Fragen
Laut dem Cochrane Review kann das Hören von ruhiger Musik die Einschlafzeit möglicherweise leicht verkürzen. Die Evidenz hierfür wird jedoch als niedrig eingestuft.
Die Studien nutzten meist ruhige Musik mit einem langsamen Tempo von 52 bis 85 Schlägen pro Minute ohne abrupte Rhythmuswechsel. Der Review fand keinen Unterschied in der Wirkung, wenn Personen die Musik selbst auswählten oder diese vorgegeben wurde.
In den untersuchten Studien wurde die Musik typischerweise für 25 bis 60 Minuten vor dem Schlafengehen oder im Bett gehört. Die Interventionen dauerten von wenigen Tagen bis zu drei Monaten.
In den analysierten Studien wurden keine unerwünschten Nebenwirkungen durch das Musikhören dokumentiert. Die Maßnahme gilt allgemein als sehr sicher und nebenwirkungsfrei.
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Quelle: Cochrane Review: Listening to music for insomnia in adults (Cochrane, 2022). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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