Radialnervenläsion: Diagnostik, Therapie und Verlauf
Hintergrund
Der Nervus radialis entspringt dem Fasciculus posterior des Plexus brachialis und versorgt die obere Extremität. Er innerviert motorisch unter anderem den Musculus triceps brachii sowie die Extensoren des Unterarms und ist sensibel für Teile des dorsalen Unterarms und der Hand zuständig.
Läsionen des Radialnervs treten häufig traumatisch auf, beispielsweise durch Humerusfrakturen. Insbesondere bei distalen Spiralfrakturen (Holstein-Lewis-Fraktur) wird eine Neuropraxie in 15 bis 25 % der Fälle beschrieben. Weitere Ursachen umfassen chronische Überlastung, unsachgemäße Nutzung von Gehstützen oder Kompressionen.
Die klinische Präsentation variiert stark je nach anatomischer Höhe der Schädigung. Die StatPearls-Zusammenfassung bietet einen strukturierten Überblick über die Diagnostik und das Management dieser Neuropathien.
Empfehlungen
Die StatPearls-Zusammenfassung formuliert folgende Kernaspekte zur Evaluation und Behandlung:
Diagnostik
Zur schnellen klinischen Beurteilung wird die Daumenextension gegen Widerstand (Motorik) sowie die Zweipunktediskriminierung am Daumenrücken (Sensorik) empfohlen.
Bei traumatischen Verletzungen, insbesondere Frakturen, ist eine radiologische Bildgebung indiziert. Zur weiteren Abklärung werden folgende Modalitäten aufgeführt:
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MRT: Zur Darstellung pathologischer anatomischer Verhältnisse bei Kompressionsneuropathien.
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EMG/NLG: Zur Differenzierung zwischen Nerven- und Muskelschäden sowie zur Verlaufskontrolle.
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Ultraschall: Als schnelle diagnostische Option bei Verdacht auf ein Entrapment im Sulcus nervi radialis.
Klinische Präsentation nach Läsionsort
Die Symptomatik richtet sich nach der anatomischen Höhe der Nervenschädigung:
| Läsionsort | Typische Ursachen | Motorische Ausfälle | Sensible Ausfälle |
|---|---|---|---|
| Axilla | "Saturday night palsy", Krücken | Streckdefizit von Unterarm, Hand und Fingern (Fallhand) | Lateraler Oberarm, dorsaler Unterarm, radialer Handrücken |
| Distal des Ellenbogens | Frakturen, Luxationen, enge Gipse | Schwäche der Hand- und Fingerextension (partielle Fallhand) | Schmerzen im Unterarm/Handgelenk (bei Interosseus-posterior-Syndrom) |
| Distaler Unterarm | Wartenberg-Syndrom (enge Uhren/Schmuck) | Keine (Motorik intakt) | Taubheit/Kribbeln am radialen Handrücken und den radialen 3,5 Fingern |
Differenzialdiagnostik
Zur Unterscheidung einer peripheren Radialisparese von einer zentralnervösen Läsion wird die Testung des Musculus brachioradialis empfohlen. Dieser ist bei einer peripheren Läsion stets geschwächt, während er bei zentralen Störungen weniger beeinträchtigt ist.
Therapie
Die Leitlinie empfiehlt primär ein konservatives Vorgehen, da über 90 % der Radialisparesen innerhalb von 3 bis 4 Monaten unter reiner Beobachtung abheilen. Zu den konservativen Maßnahmen zählen:
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Analgetika (orale oder topische NSAR)
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Kortikosteroid-Injektionen zur Entzündungshemmung
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Physiotherapie
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Ruhigstellung mittels geeigneter Schienen für 2 bis 4 Wochen
Ein chirurgischer Eingriff ist laut Text erst indiziert, wenn der Nerv eingeklemmt ist und die Symptome über mehrere Monate persistieren. Dies wird als letzte therapeutische Option beschrieben.
Monitoring und Verlauf
Die Rückkehr der motorischen Funktion folgt einem vorhersehbaren Muster. Zuerst erholen sich der Musculus brachioradialis und der Extensor carpi radialis longus (ECRL).
Die Muskeln Extensor pollicis longus (EPL) und Extensor indicis proprius (EIP) zeigen in der Regel als letztes wieder eine Funktion.
💡Praxis-Tipp
Ein wichtiger klinischer Hinweis aus dem Text ist die Differenzierung zwischen zentralen und peripheren Ursachen einer Fallhand. Es wird betont, dass der Musculus brachioradialis bei einer peripheren Radialisläsion immer geschwächt ist, während er bei einer Läsion des zentralen Nervensystems weitgehend ausgespart bleibt. Zudem wird darauf hingewiesen, dass bei ausbleibender Besserung Begleiterkrankungen wie Diabetes mellitus oder Alkoholabusus laborchemisch abgeklärt werden sollten.
Häufig gestellte Fragen
Laut StatPearls heilen über 90 % der Läsionen innerhalb von 3 bis 4 Monaten unter konservativer Therapie ab. Falls ein chirurgischer Eingriff notwendig ist, kann die vollständige Genesung bis zu 8 Monate in Anspruch nehmen.
Die Leitlinie beschreibt ein vorhersehbares Muster der Reinnervation. Der Musculus brachioradialis und der Extensor carpi radialis longus (ECRL) zeigen als erste wieder eine Funktion.
Eine chirurgische Intervention wird erst empfohlen, wenn der Nerv eingeklemmt ist und die Symptome trotz konservativer Therapie über mehrere Monate bestehen bleiben. Sie gilt als letzte therapeutische Option.
Für eine rasche klinische Einschätzung wird die Daumenextension gegen Widerstand zur Prüfung der Motorik empfohlen. Die sensible Funktion kann durch die Zweipunktediskriminierung am Daumenrücken beurteilt werden.
Das Wartenberg-Syndrom beschreibt eine Kompression des sensiblen Astes des Nervus radialis am distalen Unterarm, oft verursacht durch enge Uhren oder Schmuck. Es äußert sich durch Taubheit am radialen Handrücken, wobei die motorische Funktion intakt bleibt.
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Quelle: StatPearls: Radial Nerve Injury (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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