Prochlorperazin: Dosierung, Indikation & Nebenwirkungen
Hintergrund
Prochlorperazin ist ein typisches Antipsychotikum der ersten Generation. Laut der StatPearls-Monographie entfaltet es seine Wirkung primär durch die Blockade von D2-Dopaminrezeptoren im Gehirn sowie durch die Hemmung histaminerger, cholinerger und noradrenerger Rezeptoren.
Zu den von der FDA zugelassenen Indikationen gehören Schizophrenie, schizoaffektive Störungen und andere psychotische Zustände. Zudem wird das Medikament zur Behandlung von Übelkeit und Erbrechen in verschiedenen klinischen Settings, wie nach Chemotherapie oder Operationen, eingesetzt.
Im Off-Label-Use findet Prochlorperazin Anwendung bei der Behandlung von Migräneattacken. Die Monographie hebt hervor, dass es bei akuter Migräne in der Notaufnahme als effektive Therapieoption zur Schmerz- und Symptomlinderung betrachtet wird.
Empfehlungen
Die Monographie formuliert folgende Kernaspekte für den klinischen Einsatz:
Indikationen und Anwendung
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Bei Schizophrenie und akuten psychotischen Episoden wird Prochlorperazin primär zur Behandlung von Positivsymptomen wie Wahnvorstellungen und Halluzinationen eingesetzt.
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Bei Übelkeit und Erbrechen in der Notaufnahme wird die Wirksamkeit als gleichwertig zu Metoclopramid oder Ondansetron beschrieben.
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Für die Notfallbehandlung der Migräne bei Erwachsenen wird Prochlorperazin als Erstlinienmedikament empfohlen.
Monitoring und Überwachung
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Bei kurzzeitiger Anwendung sind laut Monographie keine spezifischen Überwachungsmaßnahmen erforderlich.
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Bei psychiatrischer Langzeittherapie wird eine regelmäßige Kontrolle von Gewicht, BMI, Nüchternblutzucker oder HbA1c (nach vier Monaten, dann jährlich) sowie der Blutfettwerte empfohlen.
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Es wird ein sofortiges Absetzen der Medikation angeraten, wenn die absolute Neutrophilenzahl (ANC) unter 1000 fällt.
Management von Nebenwirkungen
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Bei Auftreten eines Parkinsonismus wird die Behandlung mit Benzatropin oder Amantadin empfohlen.
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Akute Dystonien sollten gemäß Leitlinie mit Benzatropin oder Diphenhydramin behandelt werden.
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Beim malignen neuroleptischen Syndrom wird ein sofortiges Absetzen, die Gabe von Dantrolen sowie eine konsequente Kühlung und Hydratation gefordert.
Dosierung
| Applikationsform | Indikation | Dosierung | Maximaldosis |
|---|---|---|---|
| Oral (Tabletten) | Schwere Übelkeit und Erbrechen | 5-10 mg alle 6-8 Stunden | 40 mg/Tag |
| Oral (Tabletten) | Nicht-psychotische Angst | 5-10 mg alle 6-8 Stunden | 20 mg/Tag (max. 12 Wochen) |
| Oral (Tabletten) | Schizophrenie | 5-10 mg alle 6-8 Stunden (Steigerung um 5-10 mg alle 2-3 Tage) | 150 mg/Tag |
| Intramuskulär (IM) | Schwere Übelkeit und Erbrechen | 5-10 mg alle 3-4 Stunden | 40 mg/Tag |
| IM oder Intravenös (IV) | Migräne-assoziierte Übelkeit (Off-Label) | 5-10 mg einmalig | Keine Angabe |
| IM oder IV | Postoperative Prophylaxe (Übelkeit/Erbrechen) | 5-10 mg einmalig (IM 1-2h, IV 15-30 Min. vor Narkoseeinleitung) | Keine Angabe |
| Intramuskulär (IM) | Schizophrenie | 5-10 mg alle 6-8 Stunden | 150 mg/Tag |
| Rektal (Zäpfchen) | Schwere Übelkeit und Erbrechen | 25 mg alle 12 Stunden | Keine Angabe |
| Rektal (Zäpfchen) | Migräne-assoziierte Übelkeit (Off-Label) | 25 mg alle 12 Stunden nach Bedarf | Keine Angabe |
Kontraindikationen
Die Monographie nennt folgende Kontraindikationen und Warnhinweise:
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Ältere Patienten mit Demenz (erhöhtes Sterberisiko bei Antipsychotika-Gabe)
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Bekannte Allergie gegen Prochlorperazin oder Phenothiazine
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Gleichzeitige Anwendung von ZNS-dämpfenden Medikamenten (Opioide, Benzodiazepine, Barbiturate)
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Gleichzeitige Anwendung von Anticholinergika
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Vorbestehende kardiale Überleitungsstörungen
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Epilepsie oder Krampfanfälle in der Anamnese (senkt die Krampfschwelle)
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Engwinkelglaukom
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Prostatahypertrophie
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Spätdyskinesien in der Anamnese
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Kinder unter zwei Jahren
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Schwangerschaft (nicht empfohlen aufgrund fehlender Evidenz zur Sicherheit)
💡Praxis-Tipp
Die Monographie warnt ausdrücklich vor dem Einsatz von Prochlorperazin bei Kindern unter zwei Jahren aufgrund der hohen Rate an Nebenwirkungen. Bei älteren Kindern wird empfohlen, auf Alternativen wie Ondansetron auszuweichen, da extrapyramidale Symptome und Sedierung unter Prochlorperazin häufig auftreten können. Zudem wird betont, dass das Medikament die Krampfschwelle senkt und bei Patienten mit bekannter Epilepsie streng kontraindiziert ist.
Häufig gestellte Fragen
Laut StatPearls-Monographie werden bei migräneassoziierter Übelkeit 5 bis 10 mg intramuskulär oder intravenös als Einmaldosis verabreicht. Alternativ können 25 mg rektal alle 12 Stunden nach Bedarf gegeben werden.
Es wird empfohlen, bei jedem Arztbesuch Gewicht und BMI zu dokumentieren. Zudem sollten nach vier Monaten und danach jährlich der Nüchternblutzucker oder HbA1c-Wert sowie regelmäßig die Blutfettwerte kontrolliert werden.
Die Leitlinie fordert ein sofortiges Absetzen von Prochlorperazin. Zur Behandlung wird die Gabe von Dantrolen sowie eine konsequente Kühlung und Hydratation des Patienten empfohlen.
Der Einsatz in der Schwangerschaft wird nicht empfohlen. Es fehlt an klinischer Evidenz für die Wirksamkeit bei schwangerschaftsbedingter Übelkeit und das Nebenwirkungsprofil für den Fötus ist nicht vollständig geklärt.
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Quelle: StatPearls: Prochlorperazine (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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