Photorefraktive Keratektomie (PRK): Indikation, Technik
Hintergrund
Die photorefraktive Keratektomie (PRK) ist ein bewährtes laserchirurgisches Verfahren zur Korrektur von Refraktionsfehlern wie Myopie, Hyperopie und Astigmatismus. Im Gegensatz zur LASIK wird bei der PRK kein Hornhaut-Flap erzeugt, sondern das Epithel mechanisch oder chemisch entfernt, bevor das darunterliegende Stroma mit einem Excimer-Laser abladiert wird.
Laut StatPearls eignet sich das Verfahren besonders für Personen mit dünner Hornhaut, unregelmäßiger Hornhauttopografie oder einem erhöhten Risiko für Augentraumata. Da mehr stromales Gewebe erhalten bleibt, bietet die PRK in diesen Fällen biomechanische Vorteile gegenüber der LASIK.
Die visuelle Erholung verläuft bei der PRK langsamer und ist in den ersten Tagen mit mehr Beschwerden verbunden. Dennoch zeigen Langzeitstudien, dass die refraktive Genauigkeit und die visuellen Ergebnisse mit denen der LASIK vergleichbar sind.
Empfehlungen
Die Leitlinie formuliert folgende Kernaspekte für den klinischen Ablauf:
Präoperative Diagnostik
Eine sorgfältige Patientenselektion wird als entscheidend für den Operationserfolg angesehen. Die Leitlinie nennt folgende diagnostische Schritte:
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Dokumentation einer stabilen Refraktion über mindestens 12 Monate.
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Durchführung einer Hornhautpachymetrie, um ein postoperatives residuales Strombett von mindestens 250 bis 300 µm sicherzustellen.
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Topografische und tomografische Untersuchungen zum Ausschluss von Hornhautektasien oder einem Keratokonus.
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Messung der Pupillengröße zur Abschätzung des Risikos für postoperative Halos und Blendungsempfindlichkeit.
Hinsichtlich des Tragens von Kontaktlinsen vor der Untersuchung ist der Quelltext uneindeutig. An einer Stelle wird eine Karenz von 3 Tagen für weiche Linsen empfohlen, an einer anderen Stelle werden mindestens 2 Wochen genannt.
Chirurgische Technik
Für die Entfernung des Hornhautepithels beschreibt der Text verschiedene etablierte Methoden:
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Mechanisches Debridement mit einem Spatel oder einer Bürste.
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Alkoholgestützte Entfernung mit 20%iger Ethanollösung für 20 bis 40 Sekunden.
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Transepitheliale Laserablation in einem einstufigen Verfahren.
Nach der Epithelentfernung erfolgt die Gewebeablation mittels Excimer-Laser. Zur Prävention einer postoperativen Hornhauttrübung (Haze) wird die intraoperative Anwendung von Mitomycin-C auf dem abladierten Stroma beschrieben.
Postoperatives Management
Die postoperative Phase erfordert eine strukturierte medikamentöse Begleitung und Überwachung:
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Zum Schutz der Hornhaut und zur Schmerzreduktion wird das Einsetzen einer weichen Verbandslinse für 3 bis 5 Tage empfohlen.
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Die lokale Therapie umfasst topische Antibiotika, nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) und Kortikosteroide.
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NSAR-Tropfen sollten laut Leitlinie nach 72 Stunden abgesetzt werden, da sie die Epithelheilung verzögern und sterile Infiltrate begünstigen können.
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Eine regelmäßige Kontrolle des Augeninnendrucks wird angeraten, da die topische Steroidtherapie eine okuläre Hypertension auslösen kann.
Dosierung
Der Text nennt folgende spezifische Dosierungsschemata für die perioperative Phase:
| Medikament | Dosis / Anwendung | Indikation |
|---|---|---|
| Ketorolac 0,5 % oder Diclofenac 0,1 % | 1 Tropfen 3-mal alle 10 Minuten vor der OP | Präoperative Schmerzprophylaxe |
| Mitomycin-C 0,02 % | Topische Applikation für 12 bis 30 Sekunden | Prävention von Hornhaut-Haze |
| Oxycodon/Paracetamol | 5/325 mg alle 4 bis 6 Stunden oral | Postoperative Durchbruchschmerzen |
| Tetracain 0,5 % bis 1 % | Alle 30 Minuten für die ersten 24 Stunden | Postoperative Schmerzspitzen |
Kontraindikationen
Die Leitlinie unterteilt die Kontraindikationen in absolute und relative Ausschlusskriterien:
Absolute Kontraindikationen
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Hornhautektasien (z. B. Keratokonus, pelluzide Randdegeneration).
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Zu dünne Hornhaut (unzureichendes residuales Strombett zu erwarten).
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Aktive Erkrankungen der Augenoberfläche (z. B. schweres Syndrom des trockenen Auges, okuläre Rosazea).
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Instabile Refraktion (Änderung > 0,5 Dioptrien in den letzten 12 Monaten).
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Unkontrolliertes Glaukom.
Relative Kontraindikationen
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Schwangerschaft und Stillzeit (aufgrund hormonell bedingter Refraktionsschwankungen).
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Zustand nach Herpes-simplex-Keratitis (Gefahr der Virusreaktivierung).
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Autoimmunerkrankungen und Kollagenosen (z. B. rheumatoide Arthritis, Lupus erythematodes) wegen möglicher Wundheilungsstörungen.
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Chronische Einnahme von Medikamenten wie Isotretinoin oder Amiodaron.
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Neigung zu Keloiden oder hypertrophen Narben.
💡Praxis-Tipp
Ein zentraler Hinweis der Leitlinie betrifft das Risiko der postoperativen Hornhauttrübung (Corneal Haze). Es wird betont, dass dieses Risiko bei höheren refraktiven Korrekturen signifikant ansteigt. Die intraoperative Anwendung von Mitomycin-C wird als wirksame Maßnahme beschrieben, um die Proliferation von Keratozyten zu hemmen und die Narbenbildung zu minimieren.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie wird die PRK bevorzugt bei Patienten mit dünner Hornhaut, leichten topografischen Unregelmäßigkeiten oder einem berufsbedingt hohen Risiko für Augentraumata eingesetzt. Da kein Flap geschnitten wird, entfallen flap-assoziierte Komplikationen vollständig.
Die vollständige Reepithelisierung dauert in der Regel 3 bis 5 Tage. Der Text weist darauf hin, dass die optimale Sehschärfe erst nach mehreren Wochen bis Monaten erreicht wird, was eine entsprechende präoperative Aufklärung erfordert.
Die Leitlinie beschreibt den Einsatz von NSAR-Augentropfen für die ersten 24 bis 48 Stunden sowie das Tragen einer weichen Verbandslinse. Bei Durchbruchschmerzen können orale Analgetika wie Oxycodon/Paracetamol oder Gabapentin erwogen werden.
Topische Steroide werden zur Vermeidung von Regression und Haze eingesetzt und oft über mehrere Wochen ausgeschlichen. Es wird eine engmaschige Kontrolle empfohlen, da Steroide den Augeninnendruck erhöhen und die Wundheilung beeinflussen können.
Ein manifester Keratokonus gilt als absolute Kontraindikation für eine reguläre PRK. Der Text erwähnt jedoch, dass in ausgewählten Fällen eine Kombination aus PRK und Crosslinking (CXL) erwogen werden kann, sofern die Hornhautdicke ausreichend ist.
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Quelle: StatPearls: Photorefractive Keratectomy (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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