Ösophaguskarzinom: Pembrolizumab Therapie & Indikation
Hintergrund
Der IQWiG-Bericht A21-144 bewertet den Zusatznutzen von Pembrolizumab in Kombination mit einer Platin- und Fluoropyrimidin-basierten Chemotherapie. Das Anwendungsgebiet umfasst die Erstlinienbehandlung des lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Ösophaguskarzinoms.
Dies schließt auch das HER2-negative Adenokarzinom des gastroösophagealen Übergangs bei Erwachsenen ein. Voraussetzung ist, dass die Tumoren den Programmed Cell Death-Ligand 1 (PD-L1) exprimieren und einen Combined Positive Score (CPS) von ≥ 10 aufweisen.
Die Bewertung erfolgt im Vergleich zu der vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) festgelegten zweckmäßigen Vergleichstherapie. Dabei wird zwischen Plattenepithelkarzinomen und HER2-positiven sowie HER2-negativen Adenokarzinomen unterschieden.
Empfehlungen
Der Bericht formuliert folgende Ergebnisse zum Zusatznutzen basierend auf den vorliegenden Studiendaten:
Plattenepithelkarzinom (Fragestellung A)
Für Erwachsene mit einem nicht kurativ behandelbaren Plattenepithelkarzinom des Ösophagus (CPS ≥ 10) wird ein Anhaltspunkt für einen erheblichen Zusatznutzen abgeleitet.
Dieser Vorteil zeigt sich insbesondere durch einen positiven Effekt beim Gesamtüberleben im Vergleich zur Therapie mit Cisplatin und 5-Fluorouracil (5-FU).
Zudem ergeben sich Anhaltspunkte für einen geringeren Schaden bei spezifischen Nebenwirkungen, denen jedoch ein höheres Risiko für immunvermittelte schwerwiegende unerwünschte Ereignisse gegenübersteht.
HER2-negatives Adenokarzinom (Fragestellung B1)
Für Patientinnen und Patienten mit einem HER2-negativen Adenokarzinom des Ösophagus oder des gastroösophagealen Übergangs (CPS ≥ 10) ist ein Zusatznutzen nicht belegt.
Laut Bewertung zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied beim Gesamtüberleben im Vergleich zur Therapie nach ärztlicher Maßgabe.
Es wird lediglich ein Hinweis auf einen höheren Schaden im Bereich endokriner Erkrankungen beobachtet.
HER2-positives Adenokarzinom (Fragestellung B2)
Für die Gruppe mit HER2-positivem Adenokarzinom (CPS ≥ 10) ist ein Zusatznutzen nicht belegt.
Der pharmazeutische Unternehmer hat für diese spezifische Population keine geeigneten Daten im Vergleich zur HER2-zielgerichteten Vergleichstherapie vorgelegt.
Dosierung
Die in den bewerteten Studien (KEYNOTE 590 und KEYNOTE 062) angewendeten Dosierungsschemata für die Kombinationstherapie stellen sich wie folgt dar:
| Wirkstoff | Dosierung | Zyklus | Anmerkung |
|---|---|---|---|
| Pembrolizumab | 200 mg i.v. | Tag 1 eines 3-Wochen-Zyklus | Maximal 35 Zyklen |
| Cisplatin | 80 mg/m² KOF | Tag 1 eines 3-Wochen-Zyklus | Maximal 6 Zyklen |
| 5-Fluorouracil (5-FU) | 800 mg/m² KOF/Tag | Tag 1 bis 5 eines 3-Wochen-Zyklus | Gesamtdosis 4000 mg/m²/Zyklus |
Der Bericht weist darauf hin, dass die Dosierung von 5-FU in den Studien von der zugelassenen Fachinformation abweicht, welche 1000 mg/m² KOF/Tag vorsieht.
Kontraindikationen
Die Bewertung nennt spezifische Warnhinweise bezüglich unerwünschter Ereignisse unter der Therapie.
Bei Plattenepithelkarzinomen wird ein Anhaltspunkt für einen höheren Schaden durch immunvermittelte schwerwiegende unerwünschte Ereignisse (SUEs) beschrieben.
Bei HER2-negativen Adenokarzinomen zeigt sich ein Hinweis auf einen höheren Schaden durch endokrine Erkrankungen.
💡Praxis-Tipp
Der Bericht betont, dass der Zusatznutzen von Pembrolizumab stark von der Tumorhistologie abhängt. Es wird hervorgehoben, dass ein erheblicher Zusatznutzen nur für das Plattenepithelkarzinom abgeleitet werden kann, während für Adenokarzinome kein Beleg für einen Zusatznutzen vorliegt.
Häufig gestellte Fragen
Laut IQWiG-Bericht bezieht sich das Anwendungsgebiet auf Tumoren, die PD-L1 exprimieren und einen Combined Positive Score (CPS) von ≥ 10 aufweisen.
Die Bewertung zeigt, dass für das Adenokarzinom des Ösophagus oder des gastroösophagealen Übergangs ein Zusatznutzen nicht belegt ist. Dies gilt sowohl für HER2-negative als auch für HER2-positive Tumoren.
In den zugrundeliegenden Zulassungsstudien war die Behandlung mit Pembrolizumab auf maximal 35 Zyklen begrenzt. Dies entspricht einem Zeitraum von etwa zwei Jahren.
Die Bewertung basiert auf Studiendaten, in denen Pembrolizumab mit einer Platin- und Fluoropyrimidin-basierten Chemotherapie kombiniert wurde. Spezifisch kamen hier Cisplatin und 5-Fluorouracil (5-FU) zum Einsatz.
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Quelle: IQWiG A21-144: Pembrolizumab (Ösophaguskarzinom) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2022). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
Verwandte Leitlinien
IQWiG A24-02: Pembrolizumab (Magenkarzinom HER2-negativ) – Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V
IQWiG A24-01: Pembrolizumab (Adenokarzinom des Magens oder des gastroösophagealen Übergangs, HER2-positiv) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V
IQWiG A19-101: Pembrolizumab (Plattenepithelkarzinom der Kopf-Hals-Region, Kombinationstherapie) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V
IQWiG A21-146: Nivolumab (Adenokarzinome des Magens, des gastroösophagealen Übergangs oder des Ösophagus) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V
IQWiG A19-100: Pembrolizumab (Plattenepithelkarzinom der Kopf-Hals-Region, Monotherapie) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V
ClariMed durchsucht alle medizinischen Leitlinien
AWMF, NVL, NICE, WHO, ESC, KDIGO - Quellenzitiert, kostenlos. Speichern Sie Ihren Verlauf auf allen Geräten mit einem kostenlosen Konto.
Kostenloses Konto erstellen