DGFN/DTG (Deutsche Gesellschaft für Nephrologie / Deutsche Transplantationsgesellschaft)2025NephrologieTransplantationsmedizinChirurgieInnere Medizin

Nierentransplantation: DGFN/DTG TX-Manual 2025

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: DGFN/DTG (Deutsche Gesellschaft für Nephrologie / Deutsche Transplantationsgesellschaft) (2025)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Das DGFN/DTG TX-Manual zur Nierentransplantation (2025) dient der Vereinheitlichung von klinischen Abläufen in Transplantationszentren. Es umfasst die strukturierte Evaluation von Empfängern und Lebendspendern sowie die Wartelistenführung und Nachsorge.

Ziel ist es, Handlungsempfehlungen für die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Nephrologie, Chirurgie und weiteren Fachdisziplinen zu harmonisieren. Das Manual versteht sich als praxisnahe Ergänzung zu den rechtsverbindlichen Richtlinien der Bundesärztekammer.

Die Leitlinie formuliert Konsensempfehlungen der beteiligten Transplantationszentren zur Qualitätssicherung. Dabei werden auch spezielle Verfahren wie die AB0-inkompatible Lebendnierenspende und die kombinierte Pankreas-Nieren-Transplantation detailliert abgebildet.

Empfehlungen

Das DGFN/DTG TX-Manual formuliert folgende Kernempfehlungen für den klinischen Ablauf:

Empfängerevaluation

Die Leitlinie empfiehlt eine strukturierte Diagnostik vor der Aufnahme auf die Warteliste. Der Umfang der Voruntersuchungen ist an das individuelle Risikoprofil anzupassen.

Zu den zwingend erforderlichen Untersuchungen (Kategorie I) gehören laut Manual:

  • EKG, Echokardiografie und ein aussagekräftiges Belastungs-EKG

  • Sonografie des Abdomens und Röntgen-Thorax

  • Blutgruppenbestimmung und zweifache HLA-Typisierung

  • Virologisches Screening (CMV, HBV, HCV, HIV, EBV)

Eine präemptive Listung ist laut Leitlinie in Deutschland nur noch in Ausnahmefällen zulässig. Voraussetzung ist eine sich irreversibel verschlechternde Nierenfunktion mit einer eGFR wiederholt unter 20 ml/min.

Lebendnierenspende

Es wird eine umfassende Spenderevaluation zum Ausschluss von Kontraindikationen gefordert. Die Nierenfunktion des potenziellen Spenders muss präzise bestimmt werden, vorzugsweise durch mindestens zwei Parameter (z. B. Cystatin C, eGFR, Kreatinin-Clearance).

Immunsuppression

Als Standard-Induktionstherapie wird die Gabe des IL2-Rezeptor-Antikörpers Basiliximab empfohlen. Bei hohem immunologischem Risiko sollte laut Leitlinie auf T-Zell-depletierende Antikörper (z. B. Thymoglobulin) ausgewichen werden.

Die Erhaltungstherapie besteht standardmäßig aus einer Dreifachkombination:

  • Tacrolimus (Zielspiegel abhängig von der Phase nach Transplantation)

  • Mycophenolat-Mofetil (MMF) oder Mycophenolsäure (MPA)

  • Steroide (z. B. Methylprednisolon)

Nachsorge und Infektionsprophylaxe

Das Manual betont die Wichtigkeit einer engmaschigen Nachsorge zur Sicherung des Transplantationserfolgs. Im ersten halben Jahr nach der Transplantation sind regelmäßige klinische und laborchemische Kontrollen vorgesehen.

Zur Infektionsprophylaxe formuliert die Leitlinie folgende Kernempfehlungen:

  • CMV-Prophylaxe mit Valganciclovir bei Hochrisikokonstellation für 3 bis 6 Monate

  • Pneumocystis-jirovecii-Prophylaxe mit Cotrimoxazol für mindestens 3 bis 6 Monate

  • Soor-Prophylaxe postoperativ nach lokalem Zentrumsstandard

Rejektionstherapie

Bei Verdacht auf eine Abstoßung wird eine zeitnahe Transplantatbiopsie empfohlen. Bei einer zellulären Abstoßung rät die Leitlinie primär zu einem Steroidstoß über 3 bis 5 Tage.

Bei einer akuten humoralen Abstoßung wird eine intensivierte Therapie empfohlen. Diese umfasst laut Manual eine Erhöhung der Basisimmunsuppression, einen Steroidstoß sowie Plasmapherese oder Immunadsorption (mindestens 5 Behandlungen).

Dosierung

Das Manual gibt folgende Richtwerte für die Dosierung und Zielspiegel der Basisimmunsuppression sowie der Infektionsprophylaxe vor:

MedikamentZeitpunkt nach TransplantationDosierung / Zielspiegel
TacrolimusTag 0–20,1–0,15 mg/kg KG/Tag p.o.
Tacrolimus1. Woche6–12 ng/ml
Tacrolimus2.–4. Woche5–8 ng/ml
TacrolimusAb 5. Woche4–7 ng/ml
Ciclosporin ATag 0–24–8 mg/kg KG/Tag p.o.
Ciclosporin A1.–4. Wocheca. 120–150 ng/ml
Ciclosporin A5.–12. Wocheca. 100–120 ng/ml
Ciclosporin AAb 13. Wocheca. 80–100 ng/ml

Für die Infektionsprophylaxe werden folgende Dosierungen empfohlen:

IndikationMedikamentDosierungDauer
CMV-Prophylaxe (Hochrisiko)Valganciclovir p.o.Dosisanpassung nach eGFR3–6 Monate
Pneumocystis-ProphylaxeCotrimoxazol p.o.z. B. 480 mg/Tag (Dosisanpassung nach GFR)mind. 3–6 Monate
Tuberkulose-Prophylaxe (bei pos. Quantiferon)Isoniazid (INH)300 mg/Tag (5 mg/kg KG/Tag) + Vitamin B66–12 Monate

Kontraindikationen

Das Manual benennt spezifische Kontraindikationen für die Lebendnierenspende.

Absolute Kontraindikationen für den Spender sind unter anderem:

  • Alter unter 18 Jahren

  • Bestehende Schwangerschaft

  • eGFR unter 60 ml/min/1,73 m2

  • Persistierende Albuminurie (über 300 mg/24 h)

  • Aktive Infektionen (z. B. HIV, aktive Tuberkulose, HBV-PCR positiv, HCV-RNA positiv)

  • Hufeisenniere oder Funktionsanteil einer Niere unter 30 Prozent

  • Aktiver Drogenabusus oder aktive psychiatrische Erkrankungen

Zudem warnt die Leitlinie vor Lebendimpfungen nach einer Transplantation. Diese sind in der Regel streng kontraindiziert.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Das Manual weist nachdrücklich darauf hin, dass bei einer intravenösen Gabe von Calcineurininhibitoren (Tacrolimus oder Ciclosporin A) die Dosis drastisch reduziert werden muss. Da die Metabolisierung auf Dünndarmebene entfällt, wird empfohlen, die Tacrolimus-Dosis auf etwa 10 Prozent und die Ciclosporin-Dosis auf etwa 33 Prozent der oralen Dosis zu senken. Zudem wird betont, dass die intravenöse Gabe zwingend über einen Perfusor erfolgen muss.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie ist eine präemptive Listung in Deutschland nur noch in Ausnahmefällen möglich, etwa bei Kindern oder bei geplanter Lebendspende. Voraussetzung ist eine sich irreversibel verschlechternde Nierenfunktion mit einer eGFR wiederholt unter 20 ml/min.

Das Manual empfiehlt als Erstlinientherapie einen Steroidstoß mit 250 bis 500 mg Prednisolon pro Tag über 3 bis 5 Tage. Bei fehlendem Ansprechen wird der Einsatz von T-Zell-depletierenden Antikörpern wie Thymoglobulin empfohlen.

Es wird empfohlen, die Blutgruppen-Antikörper vor der Transplantation durch Immunadsorption oder Plasmapherese auf einen Titer von unter 1:8 zu senken. Zusätzlich sieht die Leitlinie die Gabe von Rituximab vor, um die Nachproduktion der Antikörper zu unterdrücken.

Die Leitlinie rät zu einer Biopsie bei fehlender Funktionsaufnahme, akutem Kreatininanstieg oder dem Neuauftreten einer Albuminurie. Auch beim Nachweis von de novo Donor-spezifischen Antikörpern (DSA) wird eine histologische Abklärung empfohlen.

Laut Manual gelten Intrauterinpessare als Methode der ersten Wahl für nierentransplantierte Frauen. Von kombinierten hormonellen Kontrazeptiva wird aufgrund von Risiken wie Hypertonie und Thrombosen eher abgeraten.

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Quelle: DGFN/DTG TX-Manual Nierentransplantation 2025 (4. Auflage) (DGFN/DTG (Deutsche Gesellschaft für Nephrologie / Deutsche Transplantationsgesellschaft), 2025). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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