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Kopfschmerzen ab 12 Jahren: NICE-Leitlinie

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf NICE Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Red Flags wie ein plötzlicher Schmerzbeginn (Maximum innerhalb von 5 Minuten) erfordern eine sofortige weitere Abklärung.
  • Die Akuttherapie der Migräne besteht primär aus einer Kombination von Triptan und NSAR oder Paracetamol.
  • Bei Clusterkopfschmerz sind 100 % Sauerstoff (12 l/min) und subkutane oder nasale Triptane die Mittel der Wahl.
  • Ein Medikamentenübergebrauchskopfschmerz (MÜK) wird durch das abrupte Absetzen der Akutmedikation für mindestens einen Monat behandelt.
  • Topiramat zur Migräneprophylaxe ist in der Schwangerschaft streng kontraindiziert.
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Hintergrund

Kopfschmerzen gehören zu den häufigsten neurologischen Vorstellungsgründen. Diese Leitlinie fokussiert sich auf die Diagnostik und das Management der häufigsten primären Kopfschmerzerkrankungen (Spannungskopfschmerz, Migräne, Clusterkopfschmerz) sowie des Medikamentenübergebrauchskopfschmerzes bei Patienten ab 12 Jahren.

Red Flags und Überweisung

Bei folgenden Red Flags muss eine weitere Abklärung oder Überweisung erwogen werden:

  • Donnerschlagkopfschmerz (Erreichen der maximalen Intensität innerhalb von 5 Minuten)
  • Neu aufgetretenes neurologisches Defizit oder kognitive Dysfunktion
  • Veränderung der Persönlichkeit oder Bewusstseinsstörung
  • Kürzliches Schädeltrauma (typischerweise innerhalb der letzten 3 Monate)
  • Triggerung durch Husten, Valsalva-Manöver, Niesen oder körperliche Anstrengung
  • Orthostatischer Kopfschmerz
  • Symptome einer Riesenzellarteriitis oder eines akuten Engwinkelglaukoms
  • Erhebliche Veränderung der Kopfschmerzcharakteristika

Diagnostik und Klassifikation

Die Diagnose der primären Kopfschmerzarten erfolgt klinisch. Ein Kopfschmerztagebuch (über mindestens 8 Wochen) wird zur Diagnosestellung empfohlen.

MerkmalSpannungskopfschmerzMigräne (mit/ohne Aura)Clusterkopfschmerz
LokalisationBilateralUnilateral oder bilateralUnilateral (orbital, supraorbital, temporal)
SchmerzcharakterDrückend/beengend (nicht pulsierend)Pulsierend (pochend)Variabel (scharf, bohrend, brennend, pochend)
IntensitätMild bis moderatModerat bis schwerSchwer bis sehr schwer
BegleitsymptomeKeineLicht-/Lärmempfindlichkeit, Übelkeit/Erbrechen, ggf. AuraIpsilateral: tränendes Auge, verstopfte Nase, Schwitzen, Miosis/Ptosis, motorische Unruhe
Dauer30 Minuten bis kontinuierlich4-72 h (Erwachsene), 1-72 h (12-17 Jahre)15-180 Minuten

Medikamentenübergebrauchskopfschmerz (MÜK)

Ein MÜK sollte vermutet werden, wenn sich Kopfschmerzen verschlechtern, während folgende Medikamente über 3 Monate oder länger eingenommen werden:

  • Triptane, Opioide, Mutterkornalkaloide oder Kombinationsanalgetika an ≥ 10 Tagen pro Monat
  • Paracetamol, ASS oder NSAR an ≥ 15 Tagen pro Monat

Die Therapie besteht im abrupten Absetzen aller übergebrauchten Akutmedikamente für mindestens 1 Monat. Patienten müssen darüber aufgeklärt werden, dass sich die Symptome kurzfristig verschlechtern können.

Therapie des Spannungskopfschmerzes

  • Akuttherapie: ASS, Paracetamol oder NSAR. Keine Opioide anbieten. (Achtung: ASS nicht bei unter 16-Jährigen wegen Reye-Syndrom).
  • Prophylaxe: Akupunktur (bis zu 10 Sitzungen über 5-8 Wochen) bei chronischem Spannungskopfschmerz erwägen.

Therapie der Migräne

StufeTherapieBemerkung
Akuttherapie 1. WahlOrales Triptan + NSAR oder ParacetamolBei 12-17-Jährigen nasales Triptan bevorzugen.
Akuttherapie AlternativeMonotherapie (Triptan, NSAR, ASS 900 mg, Paracetamol)Antiemetikum (z.B. Metoclopramid) auch ohne Übelkeit erwägen.
Akuttherapie ReserveRimegepantWenn ≥ 2 Triptane und NSAR/Paracetamol unzureichend wirksam waren.
Prophylaxe 1. WahlPropranolol, Topiramat oder AmitriptylinTopiramat ist in der Schwangerschaft kontraindiziert!
Prophylaxe ReserveAkupunktur, CGRP-Inhibitoren, Botulinumtoxin ABei Versagen von ≥ 3 präventiven Medikamenten.

Hinweis: Mutterkornalkaloide und Opioide dürfen zur Akuttherapie der Migräne nicht angeboten werden.

Therapie des Clusterkopfschmerzes

MaßnahmeTherapieBemerkung
Akuttherapie100 % Sauerstoff (≥ 12 l/min) und/oder subkutanes/nasales TriptanSauerstoff über Non-Rebreather-Maske. Kein Paracetamol, NSAR, Opioide oder orale Triptane!
ProphylaxeVerapamilEKG-Monitoring erforderlich. Bei Therapieversagen Spezialisten hinzuziehen.

💡Praxis-Tipp

Verschreiben Sie bei Clusterkopfschmerz niemals orale Triptane, Paracetamol oder NSAR zur Akuttherapie – diese wirken nicht schnell genug. Setzen Sie stattdessen auf 100 % Sauerstoff (12 l/min) und subkutane oder nasale Triptane.

Häufig gestellte Fragen

Triptane, Opioide und Kombinationsanalgetika bei Einnahme an ≥ 10 Tagen pro Monat sowie Paracetamol, ASS und NSAR an ≥ 15 Tagen pro Monat (jeweils über mindestens 3 Monate).
Durch das abrupte Absetzen aller übergebrauchten Akutmedikamente für mindestens einen Monat. Ein langsames Ausschleichen wird nicht empfohlen.
Eine Kombinationstherapie aus einem oralen Triptan und einem NSAR oder Paracetamol. Bei Jugendlichen (12-17 Jahre) sollte ein nasales Triptan bevorzugt werden.
Nur wenn die strengen Bedingungen eines Schwangerschaftsverhütungsprogramms erfüllt sind, da Topiramat in der Schwangerschaft kontraindiziert ist.
Mit 100 % Sauerstoff (mindestens 12 l/min über eine Non-Rebreather-Maske) und/oder einem subkutanen bzw. nasalen Triptan.

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