Natriumarmer Salzersatz: Blutdrucksenkung & Sicherheit
Hintergrund
Bluthochdruck ist weltweit die führende Ursache für vermeidbare Todesfälle. Eine hohe Natrium- und eine unzureichende Kaliumzufuhr tragen maßgeblich zur Entstehung von Hypertonie bei.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt Strategien zur Reduktion der Natriumaufnahme in der Bevölkerung. Eine mögliche Maßnahme ist der Einsatz von natriumarmen Salzersatzstoffen (LSSS), bei denen Natriumchlorid teilweise durch Kaliumchlorid oder andere Mineralien ersetzt wird.
Der vorliegende Cochrane Review aus dem Jahr 2022 untersucht die Wirksamkeit und Sicherheit dieser LSSS. Der Fokus liegt dabei auf der kardiovaskulären Gesundheit von Erwachsenen, Kindern und Schwangeren.
Empfehlungen
Der Cochrane Review fasst die Evidenz zu natriumarmen Salzersatzstoffen (LSSS) wie folgt zusammen:
Klinische Effekte bei Erwachsenen
Die Meta-Analyse quantifiziert die Auswirkungen von LSSS im Vergleich zu regulärem Salz bei Erwachsenen wie folgt:
| Endpunkt | Durchschnittlicher Effekt (LSSS vs. reguläres Salz) | Evidenzgrad |
|---|---|---|
| Systolischer Blutdruck | Reduktion um 4,76 mmHg | Moderate Evidenz |
| Diastolischer Blutdruck | Reduktion um 2,43 mmHg | Moderate Evidenz |
| Blutkaliumspiegel | Erhöhung um 0,12 mmol/L | Moderate Evidenz |
| Nicht-tödlicher Schlaganfall | Leicht reduziertes Risiko | Moderate Evidenz |
| Kardiovaskuläre Mortalität | Leicht reduziertes Risiko | Moderate Evidenz |
Bei der Prävalenz von diagnostiziertem Bluthochdruck zeigte sich laut Meta-Analyse kaum ein Unterschied zwischen den Gruppen (niedrige Evidenz). Die Effekte auf die Blutdruckkontrolle bleiben sehr unsicher.
Kinder und Schwangere
Für Kinder ist die Evidenz bezüglich der Effekte auf den Blutdruck sehr unsicher. Für schwangere Frauen konnten keine Studien identifiziert werden, weshalb hier keine Aussagen zur Wirksamkeit oder Sicherheit getroffen werden können.
Kontraindikationen
Der Review weist auf potenzielle Sicherheitsbedenken im Zusammenhang mit dem erhöhten Kaliumgehalt vieler Salzersatzstoffe hin. LSSS erhöhen den Kaliumspiegel im Blut bei Erwachsenen wahrscheinlich leicht um durchschnittlich 0,12 mmol/L (moderate Evidenz).
In den eingeschlossenen Studien wurden Personen, für die eine erhöhte Kaliumzufuhr potenziell schädlich ist, konsequent ausgeschlossen. Dazu zählen insbesondere Menschen mit chronischer Nierenerkrankung (CKD) oder Personen, die Medikamente einnehmen, welche die Kaliumausscheidung beeinträchtigen.
Die Übertragbarkeit der Sicherheitsprofile auf die Allgemeinbevölkerung ist daher eingeschränkt. Bei Risikogruppen besteht die Gefahr einer Hyperkaliämie, die zu Herzrhythmusstörungen führen kann.
💡Praxis-Tipp
Bei der Empfehlung von natriumarmen Salzersatzstoffen wird in der Praxis oft das Risiko einer Hyperkaliämie übersehen. Der Review betont, dass die Sicherheit dieser Produkte bei Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz oder unter kaliumsparender Medikation nicht belegt ist, da diese Gruppen aus den Studien ausgeschlossen wurden. Es wird angeraten, bei diesen Risikogruppen auf den Einsatz von kaliumbasierten Salzersatzstoffen zu verzichten.
Häufig gestellte Fragen
Ja, laut Cochrane Review senken sie den systolischen Blutdruck um durchschnittlich 4,76 mmHg und den diastolischen um 2,43 mmHg. Dieser Effekt wird als leicht, aber auf Populationsebene als bedeutsam eingestuft.
Für gesunde Erwachsene gelten sie als weitgehend sicher, auch wenn sie den Kaliumspiegel im Blut leicht erhöhen. Der Review warnt jedoch vor dem Einsatz bei Personen mit eingeschränkter Nierenfunktion, da hier das Risiko einer gefährlichen Hyperkaliämie besteht.
Die Meta-Analyse zeigt, dass LSSS das Risiko für nicht-tödliche Schlaganfälle und akute Koronarsyndrome wahrscheinlich leicht reduzieren. Auch die kardiovaskuläre Mortalität wird durch den Ersatz von regulärem Salz leicht gesenkt.
Die aktuelle Evidenzlage lässt hierzu keine verlässlichen Schlüsse zu. Der Review fand keine Studien zu Schwangeren und nur sehr unsichere Evidenz für die Anwendung bei Kindern.
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Quelle: Cochrane Review: Replacing salt with low-sodium salt substitutes (LSSS) for cardiovascular health in adults, children and pregnant women (Cochrane, 2022). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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