Metformin: Dosierung, Indikation und eGFR-Grenzwerte
Hintergrund
Diese Zusammenfassung basiert auf dem pharmakologischen Kurzprofil der DrugBank-Datenbank. Metformin ist ein orales Antidiabetikum aus der Klasse der Biguanide und gilt weltweit als Standardtherapie bei Typ-2-Diabetes.
Der Wirkstoff senkt den Blutzuckerspiegel, ohne die Insulinsekretion zu stimulieren. Dadurch verursacht Metformin als Monotherapie keine Hypoglykämien.
Zusätzlich zur Blutzuckersenkung wird der AMPK-Signalweg aktiviert. Die Substanz wird nicht metabolisiert und unverändert über die Nieren ausgeschieden, was eine genaue Beachtung der Nierenfunktion erforderlich macht.
Empfehlungen
Das DrugBank-Profil beschreibt folgende klinische Anwendungsbereiche und pharmakologische Eigenschaften für Metformin:
Indikationen und Wirkmechanismus
Laut Profil wird Metformin als Erstlinientherapie bei Typ-2-Diabetes mellitus eingesetzt. Off-Label findet es Anwendung beim Polyzystischen Ovarialsyndrom (PCOS) sowie in der Prävention bei Prädiabetes.
Der blutzuckersenkende Effekt beruht auf drei Hauptmechanismen:
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Reduktion der hepatischen Glukoseproduktion
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Steigerung der Insulinsensitivität in peripheren Geweben
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Verzögerung der intestinalen Glukoseabsorption
Nebenwirkungen und Interaktionen
Gastrointestinale Beschwerden wie Diarrhö, Übelkeit und Bauchschmerzen treten häufig auf, sind jedoch laut Quelle dosisabhängig und oft vorübergehend. Bei Langzeiteinnahme wird auf das Risiko eines Vitamin-B12-Mangels hingewiesen.
Eine Laktatazidose ist sehr selten und tritt meist nur bei Missachtung der Kontraindikationen auf.
Folgende relevante Arzneimittelinteraktionen werden aufgeführt:
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Intravenöse Kontrastmittel: Pausierung 48 Stunden vor und nach der Gabe wegen Laktatazidoserisiko
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Alkohol: Erhöhtes Risiko für Laktatazidosen
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Cimetidin: Reduzierte renale Clearance von Metformin
-
Dolutegravir: Erhöhte Metformin-Spiegel
Dosierung
Das DrugBank-Profil gibt folgende Dosierungshinweise für Metformin an. Es wird eine langsame Auftitration empfohlen, um die gastrointestinale Verträglichkeit zu verbessern. Die Einnahme sollte zu den Mahlzeiten erfolgen.
| Therapiephase | Dosierung | Bemerkung |
|---|---|---|
| Initialdosis | 500 mg 1- bis 2-mal täglich | Einnahme zu den Mahlzeiten |
| Erhaltungsdosis | Langsame Titration auf 1000 mg 2-mal täglich | Retardpräparate (Extended-Release) bei GI-Unverträglichkeit |
| Maximaldosis | 2550 - 3000 mg pro Tag | - |
Kontraindikationen
Das Profil nennt strikte Kontraindikationen, insbesondere im Zusammenhang mit der Nierenfunktion und dem Risiko einer Laktatazidose:
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Niereninsuffizienz: Bei einer eGFR < 30 mL/min ist Metformin kontraindiziert. Bei einer eGFR von 30-45 mL/min sollte keine Neuansetzung erfolgen, eine bestehende Therapie kann jedoch unter Monitoring fortgeführt werden.
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Akute Erkrankungen: Zustände mit Risiko für eine Laktatazidose (Schock, Sepsis, akute Herzinsuffizienz).
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Leberversagen
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Akute Alkoholintoxikation
💡Praxis-Tipp
Das DrugBank-Profil warnt ausdrücklich vor der Kombination von Metformin mit intravenösen Kontrastmitteln aufgrund des erhöhten Laktatazidoserisikos. Es wird darauf hingewiesen, dass die Metformin-Einnahme 48 Stunden vor und nach einer solchen Kontrastmittelgabe pausiert werden sollte. Zudem wird bei gastrointestinalen Nebenwirkungen eine langsame Dosissteigerung sowie die Einnahme zu den Mahlzeiten oder der Wechsel auf ein Retardpräparat empfohlen.
Häufig gestellte Fragen
Laut DrugBank stimuliert Metformin die Insulinsekretion nicht. Daher verursacht es als Monotherapie keine Hypoglykämien.
Das Profil gibt an, dass Metformin bei einer eGFR unter 30 mL/min strikt kontraindiziert ist. Bei Werten zwischen 30 und 45 mL/min sollte eine Therapie nicht neu begonnen, kann aber unter strenger Überwachung fortgeführt werden.
Die Quelle warnt vor einem erhöhten Risiko für eine Laktatazidose bei der Gabe von intravenösen Kontrastmitteln. Daher wird eine Pausierung von Metformin 48 Stunden vor und nach der Untersuchung aufgeführt.
Es werden dosisabhängige Beschwerden wie Diarrhö, Übelkeit und Bauchschmerzen beschrieben. Diese sind laut Profil oft vorübergehend und können durch langsame Auftitration gemindert werden.
Ja, das DrugBank-Profil listet das Polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS) als Off-Label-Indikation für Metformin auf.
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Quelle: DrugBank: Metformin - Pharmacological Profile (DrugBank Open Data, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt. Vor jeder Anwendung oder Verschreibung muss die aktuelle Fachinformation konsultiert werden.
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