Lyme-Borreliose: Stufendiagnostik und Antibiose-Schema

Diese Leitlinie stammt aus 2018 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: NICE (2018)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die NICE-Leitlinie behandelt die Diagnostik und Therapie der Lyme-Borreliose. Die Erkrankung wird durch Bakterien verursacht, die durch den Biss einer infizierten Zecke übertragen werden.

Zecken kommen vorwiegend in grasbewachsenen und waldreichen Gebieten vor, was auch städtische Gärten und Parks einschließt. Es wird betont, dass die rasche und korrekte Entfernung der Zecke das Übertragungsrisiko signifikant senkt.

Die Leitlinie zielt darauf ab, das Bewusstsein für die Erkrankung zu schärfen und eine schnelle, konsistente Behandlung sicherzustellen. Präventive Maßnahmen zur Vermeidung von Zeckenstichen werden ebenfalls als wichtiger Bestandteil der Aufklärung genannt.

Empfehlungen

Die NICE-Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen zur klinischen Versorgung:

Klinische Diagnostik

Laut Leitlinie wird die Diagnose einer Lyme-Borreliose bei Vorliegen eines Erythema migrans rein klinisch gestellt. Ein Erythema migrans ist ein roter Hautausschlag, der sich vergrößert, oft zentral abblasst und meist nicht juckt oder schmerzt.

Bei Personen ohne Erythema migrans, aber mit unklaren fokalen oder nicht-fokalen Symptomen, sollte die Möglichkeit einer Borreliose in Betracht gezogen werden. Zu den möglichen Symptomen zählen Fazialisparese, wandernde Gelenkschmerzen, kardiale Probleme oder unerklärliche Müdigkeit.

Labordiagnostik

Es wird empfohlen, bei einem Erythema migrans auf eine Labordiagnostik zu verzichten und direkt therapeutisch zu intervenieren. Bei Verdachtsfällen ohne typischen Hautausschlag empfiehlt die Leitlinie ein zweistufiges Testverfahren.

  • Zunächst sollte ein ELISA-Test (IgM und IgG) durchgeführt werden.

  • Fällt dieser positiv oder grenzwertig aus, wird zur Bestätigung ein Immunoblot-Test empfohlen.

  • Bei negativer Serologie und anhaltenden Symptomen wird eine Wiederholung des Tests nach 4 bis 6 Wochen empfohlen.

Bei hoher klinischer Wahrscheinlichkeit kann gemäß Leitlinie bereits während der Wartezeit auf die Laborergebnisse eine empirische Antibiotikatherapie begonnen werden.

Therapie und Nachsorge

Die Leitlinie empfiehlt eine antibiotische Therapie, die sich nach der spezifischen klinischen Manifestation und dem Alter richtet. Bei einer Verschlechterung der Symptome zu Therapiebeginn sollte an eine Jarisch-Herxheimer-Reaktion gedacht werden.

Bei anhaltenden Symptomen nach Abschluss der Antibiose wird empfohlen, alternative Diagnosen, eine Reinfektion oder ein Therapieversagen zu prüfen. Es wird davon abgeraten, routinemäßig mehr als zwei Antibiotika-Zyklen durchzuführen.

Dosierung

Die Leitlinie empfiehlt für Erwachsene und Jugendliche (ab 12 Jahren) folgende Dosierungsschemata:

Indikation1. Wahl2. Wahl3. Wahl
Ohne fokale Symptome (mit/ohne Erythema migrans)Doxycyclin (100 mg 2x/Tag oder 200 mg 1x/Tag für 21 Tage)Amoxicillin (1 g 3x/Tag für 21 Tage)Azithromycin (500 mg 1x/Tag für 17 Tage)
Befall der Hirnnerven / peripheres NervensystemDoxycyclin (100 mg 2x/Tag oder 200 mg 1x/Tag für 21 Tage)Amoxicillin (1 g 3x/Tag für 21 Tage)Keine Angabe
Befall des zentralen NervensystemsCeftriaxon i.v. (2 g 2x/Tag oder 4 g 1x/Tag für 21 Tage)Doxycyclin (200 mg 2x/Tag oder 400 mg 1x/Tag für 21 Tage)Keine Angabe
Lyme-Arthritis / Acrodermatitis chronica atrophicansDoxycyclin (100 mg 2x/Tag oder 200 mg 1x/Tag für 28 Tage)Amoxicillin (1 g 3x/Tag für 28 Tage)Ceftriaxon i.v. (2 g 1x/Tag für 28 Tage)
Lyme-Karditis (hämodynamisch stabil)Doxycyclin (100 mg 2x/Tag oder 200 mg 1x/Tag für 21 Tage)Ceftriaxon i.v. (2 g 1x/Tag für 21 Tage)Keine Angabe
Lyme-Karditis (hämodynamisch instabil)Ceftriaxon i.v. (2 g 1x/Tag für 21 Tage)Keine AngabeKeine Angabe

Kontraindikationen

Die Leitlinie warnt ausdrücklich davor, Azithromycin bei Personen mit kardialen Auffälligkeiten im Rahmen einer Lyme-Borreliose einzusetzen. Dies wird mit der potenziell gefährlichen Verlängerung des QT-Intervalls begründet.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Ein Erythema migrans ist eine klinische Blickdiagnose, bei der laut Leitlinie sofort und ohne vorherige Labordiagnostik eine Antibiotikatherapie eingeleitet werden sollte. Zudem wird darauf hingewiesen, dass eine anfängliche Symptomverschlechterung durch eine Jarisch-Herxheimer-Reaktion bedingt sein kann und keinen Grund für einen Therapieabbruch darstellt.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie ist bei einem typischen Erythema migrans kein Labor erforderlich. Bei anderen Symptomen ohne Erythema migrans wird ein zweistufiges Verfahren aus ELISA und anschließendem Immunoblot empfohlen.

Es wird empfohlen, alternative Diagnosen, eine Reinfektion oder ein Therapieversagen zu evaluieren. Ein zweiter Antibiotika-Zyklus kann erwogen werden, jedoch rät die Leitlinie von mehr als zwei Zyklen routinemäßig ab.

Bei einem Befall des zentralen Nervensystems empfiehlt die Leitlinie als Erstlinientherapie intravenöses Ceftriaxon für 21 Tage. Als orale Alternative kann Doxycyclin eingesetzt werden.

Die Leitlinie empfiehlt, schwangere Frauen mit an die Schwangerschaft angepassten Antibiotika zu behandeln. Es wird betont, dass eine Übertragung der Infektion auf das ungeborene Kind sehr unwahrscheinlich ist.

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Quelle: NICE Guideline on Lyme Disease (NICE, 2018). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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