IQWiG2019Pädiatrie

Lumacaftor/Ivacaftor bei CF: Dosierung und Indikation

Diese Leitlinie stammt aus 2019 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2019)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der vorliegende Bericht des IQWiG bewertet den Zusatznutzen der Wirkstoffkombination Lumacaftor/Ivacaftor. Die Bewertung bezieht sich auf Kinder im Alter zwischen 2 und 5 Jahren mit zystischer Fibrose (Mukoviszidose), die homozygot für die F508del-Mutation im CFTR-Gen sind.

Als zweckmäßige Vergleichstherapie wurde vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) die Best Supportive Care (BSC) festgelegt. Diese umfasst eine bestmögliche, patientenindividuell optimierte Behandlung zur Linderung von Symptomen.

Der pharmazeutische Unternehmer reichte für die Bewertung Daten aus einer einarmigen Studie ein. Das IQWiG prüfte, ob sich daraus ein belegbarer Vorteil gegenüber der Standardtherapie ableiten lässt.

Empfehlungen

Der Bericht formuliert folgende zentrale Ergebnisse zur Nutzenbewertung:

Bewertung des Zusatznutzens

Laut IQWiG ist ein Zusatznutzen von Lumacaftor/Ivacaftor gegenüber der Best Supportive Care bei Kindern zwischen 2 und 5 Jahren nicht belegt. Es liegen keine geeigneten vergleichenden Daten vor, um einen Vorteil gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie abzuleiten.

Methodische Kritik

Die Bewertung begründet das Fehlen eines belegten Zusatznutzens mit folgenden methodischen Einschränkungen der eingereichten Unterlagen:

  • Es wurden keine randomisierten kontrollierten Studien (RCTs) für die Zielgruppe vorgelegt.

  • Die eingereichte einarmige Studie (VX15-809-115) lässt ohne Kontrollgruppe keine Abschätzung von Behandlungseffekten zu.

  • Eine Übertragung des Zusatznutzens von älteren Kindern auf die Altersgruppe der 2- bis 5-Jährigen wird aufgrund der Progredienz der Erkrankung als nicht sachgerecht eingestuft.

Zweckmäßige Vergleichstherapie

Die Leitlinie definiert die Best Supportive Care (BSC) als patientenindividuell optimierte Behandlung. Diese umfasst unter anderem:

  • Antibiotika bei pulmonalen Infektionen

  • Mukolytika

  • Pankreasenzyme bei Pankreasinsuffizienz

  • Physiotherapie und diätetische Maßnahmen

Dosierung

Die Fachinformation gibt folgende Standarddosierungen für Kinder zwischen 2 und 5 Jahren vor. Die Einnahme sollte stets mit einer fetthaltigen Mahlzeit erfolgen.

Alter und KörpergewichtEinzeldosis (alle 12 Stunden)Gesamttagesdosis
2 bis 5 Jahre, < 14 kg1 Beutel (100 mg Lumacaftor / 125 mg Ivacaftor)200 mg Lumacaftor / 250 mg Ivacaftor
2 bis 5 Jahre, ≥ 14 kg1 Beutel (150 mg Lumacaftor / 188 mg Ivacaftor)300 mg Lumacaftor / 376 mg Ivacaftor

Bei eingeschränkter Leberfunktion wird eine Dosisanpassung empfohlen:

LeberfunktionDosisanpassung (< 14 kg)Dosisanpassung (≥ 14 kg)
Leicht (Child-Pugh A)Keine AnpassungKeine Anpassung
Mäßig (Child-Pugh B)1 Beutel morgens, 1 Beutel abends an jedem 2. Tag1 Beutel morgens, 1 Beutel abends an jedem 2. Tag
Stark (Child-Pugh C)1 Beutel pro Tag oder seltener (mit Vorsicht)1 Beutel pro Tag oder seltener (mit Vorsicht)

Zudem ist bei der gleichzeitigen Anwendung von starken CYP3A-Inhibitoren in der ersten Behandlungswoche eine Dosisreduktion auf einen Beutel jeden zweiten Tag erforderlich.

Kontraindikationen

Als Gegenanzeige wird eine Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe (Lumacaftor oder Ivacaftor) oder einen der sonstigen Bestandteile genannt.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Laut Fachinformation ist es für die Resorption essenziell, dass das Granulat zusammen mit einer fetthaltigen Mahlzeit oder Zwischenmahlzeit eingenommen wird. Zudem wird darauf hingewiesen, dass bei Einleitung der Therapie unter bestehender Gabe von starken CYP3A-Inhibitoren eine Dosisreduktion in der ersten Behandlungswoche zwingend erforderlich ist, um die Induktionswirkung von Lumacaftor im Steady State zu berücksichtigen.

Häufig gestellte Fragen

Laut Fachinformation erhalten Kinder zwischen 2 und 5 Jahren mit einem Körpergewicht unter 14 kg alle 12 Stunden einen Beutel mit 100 mg Lumacaftor und 125 mg Ivacaftor.

Der Bericht des IQWiG kommt zu dem Schluss, dass ein Zusatznutzen gegenüber der Best Supportive Care nicht belegt ist. Dies wird primär mit dem Fehlen von randomisierten kontrollierten Studien für diese Altersgruppe begründet.

Bei einer leichten bis mäßigen Nierenfunktionsstörung ist laut Fachinformation keine Dosisanpassung erforderlich. Bei stark eingeschränkter Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance ≤ 30 ml/min) wird eine Anwendung mit Vorsicht empfohlen.

Der gesamte Inhalt eines Beutels wird mit einem Teelöffel einer altersgerechten, weichen Speise oder Flüssigkeit (z. B. Joghurt oder Fruchtsaft) vermischt. Die Mischung darf höchstens Raumtemperatur haben und muss innerhalb einer Stunde verzehrt werden.

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Quelle: IQWiG A19-13: Lumacaftor/Ivacaftor (zystischen Fibrose bei Kindern ab 2 bis 5 Jahren) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2019). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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