StatPearls2026

Lamivudin (3TC): Dosierung bei HIV und Hepatitis B

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die StatPearls-Monographie beschreibt Lamivudin als einen nukleosidischen Reverse-Transkriptase-Inhibitor (NRTI). Der Wirkstoff ist ein zentraler Bestandteil in der Therapie von HIV-1- und Hepatitis-B-Infektionen.

Lamivudin wirkt als virustatisches Mittel, indem es die virale DNA-Synthese durch Kettenabbruch hemmt. Es reduziert die Viruslast, erhöht die CD4+-Zellzahl und verbessert die Lebensqualität der Behandelten.

Laut Quelle wird Lamivudin bei HIV-1 stets in Kombination mit anderen antiretroviralen Medikamenten eingesetzt, um Resistenzen zu vermeiden. Bei chronischer Hepatitis B ist hingegen auch eine Monotherapie zugelassen.

Empfehlungen

Indikationen und Einsatzgebiete

Die Monographie nennt folgende von der FDA zugelassene Hauptindikationen für Lamivudin:

  • HIV-1-Infektion bei Erwachsenen und Kindern (als Kombinationstherapie)

  • Chronische Hepatitis-B-Infektion bei Erwachsenen und Kindern (als Monotherapie)

Zusätzlich werden Off-Label-Anwendungen wie die HIV-Postexpositionsprophylaxe und die Prävention der perinatalen Hepatitis-B-Übertragung aufgeführt.

Anwendungshinweise

Es wird darauf hingewiesen, dass Lamivudin unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden kann. Bei Kindern wird laut Quelle die Tablettenform gegenüber der oralen Lösung bevorzugt, da die Lösung eine um 40 % geringere Bioverfügbarkeit aufweist.

Die gleichzeitige Gabe von sorbitolhaltigen Medikamenten sollte vermieden werden. Sorbitol führt zu einer dosisabhängigen Abnahme der maximalen Serumkonzentration von Lamivudin.

Monitoring und Überwachung

Vor Therapiebeginn wird ein Screening auf Koinfektionen empfohlen. Personen mit Hepatitis B sollten auf HIV-1 getestet werden und umgekehrt.

Während der Behandlung wird die Überwachung folgender Parameter empfohlen:

  • Nierenfunktion, insbesondere bei älteren Personen oder bestehender Nierenerkrankung

  • Leberfunktion (ALT-Werte), besonders bei Koinfektionen oder nach Absetzen der Therapie

  • CD4+-Zellzahl und Viruslast zur Beurteilung des Therapieerfolgs

  • Anzeichen einer Pankreatitis, insbesondere bei Kindern

Dosierung

Die Quelle gibt folgende Standarddosierungen für Erwachsene und spezifische Indikationen an:

IndikationDosierungHäufigkeit
HIV-1-Infektion (Erwachsene)300 mg1x täglich
Chronische Hepatitis B (Erwachsene)100 mg1x täglich
HIV-Postexpositionsprophylaxe (> 50 kg, Off-Label)150 mg oder 300 mg2x täglich (150 mg) oder 1x täglich (300 mg)
Perinatale Hepatitis-B-Prophylaxe (Off-Label)100 mg1x täglich

Bei eingeschränkter Nierenfunktion ist eine Dosisanpassung erforderlich. Die Monographie empfiehlt folgendes Schema für Erwachsene:

Kreatinin-Clearance (mL/min)InitialdosisErhaltungsdosis
≥ 50Keine Anpassung150 mg 2x täglich oder 300 mg 1x täglich
30 bis 49150 mg150 mg 1x täglich
15 bis 29150 mg100 mg 1x täglich
5 bis 14150 mg50 mg 1x täglich
< 550 mg25 mg 1x täglich

Kontraindikationen

Kontraindikationen

Lamivudin darf bei einer bekannten Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff nicht verabreicht werden.

Warnhinweise (Boxed Warning)

Die FDA hat für Lamivudin folgende schwerwiegende Warnhinweise (Boxed Warnings) herausgegeben:

  • Laktatazidose und schwere Hepatomegalie: Es gibt Berichte über Laktatazidosen und schwere Hepatomegalie mit Steatose, einschließlich tödlicher Verläufe, unter der Therapie mit Nukleosid-Analoga.

  • Hepatitis-B-Exazerbation: Bei Personen mit einer HIV-1- und HBV-Koinfektion kann es nach dem Absetzen von Lamivudin zu schweren akuten Exazerbationen der Hepatitis B kommen.

Wechselwirkungen

Die gleichzeitige Anwendung mit folgenden Substanzen sollte laut Quelle vermieden werden:

  • Abacavir (orale Lösung)

  • Cladribin

  • Bictegravir

  • Tafenoquin

  • Sorbitolhaltige Präparate (bei Verwendung der oralen Lamivudin-Lösung)

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Bei Personen mit einer HIV-1- und Hepatitis-B-Koinfektion ist besondere Vorsicht geboten. Die Monographie warnt davor, dass die niedrigere Lamivudin-Dosis (100 mg), die für eine alleinige Hepatitis-B-Therapie vorgesehen ist, bei einer Koinfektion nicht ausreicht und zu antiviralen Resistenzen beider Viren führen kann. Zudem wird vor einem abrupten Absetzen der Therapie bei Koinfizierten gewarnt, da dies eine schwere akute Exazerbation der Hepatitis B auslösen kann.

Häufig gestellte Fragen

Ja, Lamivudin kann laut Monographie mit oder ohne Nahrung eingenommen werden. Die Einnahme mit Nahrung verlangsamt zwar die Absorptionsrate um 40 %, verändert aber nicht die systemische Gesamtexposition.

Die feste Tablettenform wird bei Kindern bevorzugt, da die orale Lösung eine um 40 % geringere Bioverfügbarkeit aufweist. Zudem besteht bei der oralen Lösung ein erhöhtes Risiko für Resistenzbildungen.

Nein, laut der Quelle ist bei einer Leberfunktionseinschränkung keine Dosisanpassung von Lamivudin erforderlich. Bei einer Niereninsuffizienz muss die Dosis jedoch entsprechend der Kreatinin-Clearance reduziert werden.

Zu den schweren, aber selteneren Nebenwirkungen zählen Laktatazidose, schwere Hepatomegalie, Pankreatitis (besonders bei Kindern) und das Immunrekonstitutionssyndrom. Bei Auftreten entsprechender Symptome wird ein sofortiger Therapieabbruch empfohlen.

Lamivudin wird als FDA-Kategorie C eingestuft. Die Quelle gibt an, dass die Vorteile während der Schwangerschaft die Risiken überwiegen und basierend auf begrenzten Humandaten kein bekanntes Teratogenitätsrisiko besteht.

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Quelle: StatPearls: Lamivudine (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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