Rheumafaktor Waaler-Rose (RFWA): Gesundheit.gv.at
Hintergrund
Der Waaler-Rose-Test ist ein qualitatives Laborverfahren zur Bestimmung des Rheumafaktors vom Typ IgM im Blut. Bei Rheumafaktoren handelt es sich um Autoantikörper, die sich gegen körpereigene Antikörper richten.
Diese Autoantikörper treten im Rahmen von Autoimmunerkrankungen auf, bei denen das Immunsystem fälschlicherweise körpereigenes Gewebe angreift. Dies führt zu Entzündungsreaktionen in Organen und Gelenken, deren Schwere von der Art und Menge der gebildeten Autoantikörper abhängt.
Neben dem Waaler-Rose-Test, der als Agglutinationstest funktioniert, existieren weitere immunologische Bestimmungsmethoden wie das Latex-Verfahren. Die Ergebnisse der verschiedenen Testverfahren besitzen unterschiedliche Referenzwerte und können nicht direkt miteinander verglichen werden.
Empfehlungen
Die Leitlinie von Gesundheit.gv.at liefert folgende Informationen zur Diagnostik und Interpretation des Waaler-Rose-Tests:
Interpretation des Waaler-Rose-Tests
Ein positives Testergebnis zeigt den Nachweis von Rheumafaktor vom Typ IgM im Blut an. Dies gilt als wichtiger Hinweis auf eine rheumatoide Arthritis, da der Faktor in bis zu 80 Prozent dieser Fälle nachweisbar ist.
Zudem kann der Wert bei weiteren Autoimmunerkrankungen erhöht sein:
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Systemischer Lupus erythematodes (SLE)
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Sjögren-Syndrom
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Kryoglobulinämie
Diagnostik der rheumatoiden Arthritis
Für die Diagnosestellung einer rheumatoiden Arthritis ist laut Quelle eine Kombination aus klinischen Beschwerden und Laborwerten entscheidend. Zu den relevanten Laborparametern zählen:
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Entzündungszeichen wie CRP und Blutsenkungsgeschwindigkeit
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Rheumafaktor und Anti-CCP-Antikörper
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Antinukleäre Antikörper (ANA), die in bis zu einem Drittel der Fälle positiv sind, aber für die Diagnose nicht zwingend erforderlich sind
Es wird darauf hingewiesen, dass Autoantikörper gegen doppelsträngige DNA (dsDNA) bei einer rheumatoiden Arthritis stets negativ ausfallen. Ergänzend sind bildgebende Verfahren wie Röntgen oder Kernspintomographie zur Beurteilung des Schweregrades essenziell.
Referenzwerte
Der Waaler-Rose-Test liefert ein qualitatives Ergebnis. Die Referenzwerte stellen sich wie folgt dar:
| Altersgruppe | Geschlecht | Referenzwert |
|---|---|---|
| Bis 18 Jahre | Männlich | negativ |
| Über 18 Jahre | Männlich | negativ |
| Bis 18 Jahre | Weiblich | negativ |
| Über 18 Jahre | Weiblich | negativ |
Therapeutische Prinzipien
Bei bestätigter rheumatoider Arthritis wird eine rasche, erkrankungsmodifizierende Behandlung empfohlen. Zu den therapeutischen Säulen gehören:
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Entzündungshemmung mittels Glukokortikoiden und NSAR
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Krankheitsmodifizierende Arzneimittel (Immunsuppressiva, Zytostatika)
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Physikalische Therapie, Strahlentherapie und chirurgische Interventionen
💡Praxis-Tipp
Ein positiver Rheumafaktor-Nachweis ist kein alleiniger Beweis für eine rheumatoide Arthritis. Laut Quelle weisen rund fünf Prozent aller gesunden Personen und über zehn Prozent der älteren Menschen einen positiven Rheumafaktor auf. Ohne das Vorliegen weiterer klinischer Beschwerden ist ein positiver Wert als bedeutungslos einzustufen.
Häufig gestellte Fragen
Nein, ein positiver Rheumafaktor beweist laut Leitlinie keine rheumatoide Arthritis. Er kann auch bei gesunden Personen, insbesondere im Alter, oder bei anderen Autoimmunerkrankungen wie dem Sjögren-Syndrom auftreten.
Zur weiteren Diagnostik werden die Bestimmung von Entzündungsparametern (CRP, BSG) sowie von Anti-CCP-Antikörpern empfohlen. Antinukleäre Antikörper (ANA) können bestimmt werden, sind aber für die Diagnose nicht zwingend erforderlich.
Gemäß der Quelle sind Autoantikörper gegen doppelsträngige DNA (dsDNA-Antikörper) bei einer rheumatoiden Arthritis stets negativ. Sie dienen somit der differentialdiagnostischen Abgrenzung.
Es wird darauf hingewiesen, dass die Ergebnisse unterschiedlicher Testverfahren (wie Latex-Verfahren oder Waaler-Rose-Test) nicht untereinander verglichen werden sollten. Die verschiedenen Bestimmungsmethoden besitzen jeweils eigene Referenzwerte.
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Quelle: Laborwert: Rheumafaktor Waaler-Rose (RFWA) (Gesundheit.gv.at, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.