NICE

Komplexe Behinderungen: Integrierte Versorgungsmodelle

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: NICE|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die NICE-Leitlinie NG213 befasst sich mit der integrierten Versorgung von Kindern und Jugendlichen bis 25 Jahren, die aufgrund schwerer und komplexer Behinderungen einen koordinierten Unterstützungsbedarf haben. Ziel ist es, die Zusammenarbeit zwischen Gesundheits-, Sozial- und Bildungswesen zu optimieren.

Ein zentraler Aspekt ist die personenzentrierte Betreuung. Die Leitlinie betont, dass die Wünsche, Lebensziele und Präferenzen der Betroffenen sowie ihrer Familien im Mittelpunkt aller Planungen und Entscheidungen stehen sollen.

Zudem wird hervorgehoben, dass eine frühzeitige Identifikation des Bedarfs und eine nahtlose Kommunikation zwischen den verschiedenen Sektoren entscheidend sind. Dies soll verhindern, dass Familien erst an einem Krisenpunkt Unterstützung erhalten.

Empfehlungen

Die Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen für die sektorübergreifende Versorgung:

Kommunikation und Entscheidungsfindung

Die Leitlinie empfiehlt, Kinder und Jugendliche aktiv in Diskussionen und Entscheidungen über ihre Betreuung einzubeziehen. Dabei soll die Kommunikation an das Alter, den Entwicklungsstand und die bevorzugten Kommunikationsformen angepasst werden.

Es wird geraten, folgende Prinzipien zu beachten:

  • Die Ansichten und Lebensziele der Betroffenen in den Mittelpunkt stellen

  • Die Perspektiven der Eltern und Betreuer berücksichtigen

  • Den kulturellen Hintergrund der Familie einbeziehen

Bedarfsermittlung und EHC-Pläne

Laut Leitlinie sollte bei einem vermuteten komplexen Hilfebedarf frühzeitig eine sektorübergreifende Bedarfsermittlung initiiert werden. Es wird empfohlen, nicht auf eine spezifische medizinische Diagnose zu warten, um Unterstützungsmaßnahmen einzuleiten.

Für die Erstellung von EHC-Plänen (Education, Health and Care) formuliert die Leitlinie folgende Kernpunkte:

  • Ziele sollen spezifisch, messbar, erreichbar, relevant und terminiert (SMART) sein

  • Erwartungen sollen auf den Lebenszielen der Person basieren, nicht nur auf ihrer Erkrankung

  • Die Pläne sollen in einer für die Familie verständlichen Sprache verfasst werden

Interdisziplinäre Zusammenarbeit

Es wird eine enge Kooperation zwischen Bildungs-, Gesundheits- und Sozialeinrichtungen empfohlen. Die Leitlinie rät zur Bildung interdisziplinärer Teams, die alle Bedürfnisse des Kindes oder Jugendlichen abdecken.

Zudem wird die Benennung einer festen Bezugsperson (Key Worker) empfohlen. Diese Person soll die Termine koordinieren, zwischen den Diensten vermitteln und der Familie als primärer Ansprechpartner dienen.

Transition ins Erwachsenenalter

Die Leitlinie betont die Wichtigkeit einer frühzeitigen Planung des Übergangs in die Erwachsenenversorgung. Es wird empfohlen, bereits ab dem 14. Lebensjahr die Vorbereitung auf das Erwachsenenalter in die Überprüfungen der EHC-Pläne aufzunehmen.

Dabei wird geraten, den Fokus auf die Maximierung der Unabhängigkeit und die beruflichen Ziele zu legen. Es wird empfohlen, unterstützte Praktika und Arbeitsbegleiter (Job Coaches) in Erwägung zu ziehen.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Ein häufiger Fehler im klinischen Alltag ist es, die Kommunikation primär an die Eltern zu richten und die Betroffenen selbst zu übergehen. Die Leitlinie betont nachdrücklich, dass auch bei schweren komplexen Einschränkungen die Präferenzen des Kindes oder Jugendlichen – notfalls über nonverbale Signale oder Verhaltensbeobachtungen – ermittelt und priorisiert werden sollen.

Häufig gestellte Fragen

Die Leitlinie empfiehlt, die Ziele in EHC-Plänen nach dem SMART-Prinzip (spezifisch, messbar, erreichbar, relevant, terminiert) zu formulieren. Zudem wird geraten, die Erwartungen an den individuellen Lebenszielen der Person auszurichten und nicht primär an ihrer Diagnose.

Laut Leitlinie wird empfohlen, die Transition frühzeitig zu planen und das Thema Erwachsenenalter spätestens ab dem 14. Lebensjahr in die regelmäßigen Überprüfungen einzubeziehen. Dabei sollen sowohl kurzfristige als auch langfristige Ziele zur Förderung der Unabhängigkeit festgelegt werden.

Es wird empfohlen, jedem betroffenen Kind oder Jugendlichen eine feste Bezugsperson zuzuordnen. Diese soll die Kommunikation zwischen den verschiedenen Diensten koordinieren und der Familie helfen, sich im Versorgungssystem zurechtzufinden.

Die Leitlinie stellt klar, dass der Zugang zu Unterstützungsleistungen nicht allein vom Vorhandensein einer spezifischen Diagnose abhängig gemacht werden darf. Maßgeblich für die Einleitung von Hilfen ist laut Leitlinie der tatsächliche individuelle Bedarf.

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Quelle: NG213: Disabled children and young people up to 25 with severe complex needs: integrated service delivery and organisation across health, social care and education (NICE). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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