Kolorektales Karzinom: Screening-Intervalle und Alter
Hintergrund
Das kolorektale Karzinom (CRC) ist die dritthäufigste Krebserkrankung bei Männern und Frauen in den USA. Die Inzidenz- und Mortalitätsraten sind in den letzten Jahrzehnten stetig gesunken, was primär auf ein verbessertes Screening und die Entfernung von Vorläuferläsionen zurückgeführt wird.
Die meisten kolorektalen Karzinome entwickeln sich über die Adenom-Karzinom-Sequenz. Etwa 70 Prozent der sporadischen Karzinome entstehen aus adenomatösen Polypen und 25 bis 30 Prozent aus sessilen serratierten Läsionen (SSL).
Ziel der Screening-Bemühungen ist die Erkennung von Karzinomen im Frühstadium sowie die präventive Entfernung von Adenomen und SSL. Die vorliegende Zusammenfassung basiert auf der ACG-Leitlinie von 2021 und aktualisiert die vorherigen Empfehlungen aus dem Jahr 2009.
💡Praxis-Tipp
Ein positiver Multitarget-Stuhl-DNA-Test (mtsDNA) oder FIT bei nachfolgend unauffälliger, qualitativ hochwertiger Koloskopie erfordert laut Leitlinie keine erweiterte Diagnostik wie eine obere Endoskopie oder ein CT. Es wird empfohlen, in diesen Fällen zu den regulären Screening-Intervallen zurückzukehren, da das Risiko für aerodigestive Karzinome nicht erhöht ist.
Häufig gestellte Fragen
Die Leitlinie empfiehlt das Screening für Personen mit durchschnittlichem Risiko primär zwischen 50 und 75 Jahren. Es wird zudem vorgeschlagen, das Screening bereits ab 45 Jahren zu beginnen.
Bei einem erstgradigen Verwandten mit kolorektalem Karzinom vor dem 60. Lebensjahr wird ein Koloskopie-Intervall von 5 Jahren empfohlen. Der Beginn sollte im Alter von 40 Jahren oder 10 Jahre vor dem Erkrankungsalter des Verwandten erfolgen.
Laut Leitlinie sollte die minimale Adenom-Detektionsrate bei Screening-Koloskopien insgesamt mindestens 25 Prozent betragen. Für männliche Untersuchte liegt der Zielwert bei 30 Prozent, für weibliche bei 20 Prozent.
Die Leitlinie warnt ausdrücklich davor, Aspirin als Ersatz für ein reguläres Screening zu verwenden. Niedrig dosiertes Aspirin wird lediglich als ergänzende Chemoprävention bei bestimmten Personen mit erhöhtem kardiovaskulärem Risiko vorgeschlagen.
Es wird der fäkale immunchemische Test (FIT) als primäre nicht-invasive Screening-Modalität empfohlen. Dieser sollte laut Leitlinie in einem jährlichen Intervall durchgeführt werden.
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Quelle: ACG: Colorectal Cancer Screening (ACG, 2021). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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