WHO2024

Katheterinfektionen: Prävention bei PVK und PICC

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: WHO (2024)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Blutstrominfektionen (BSI) und andere Infektionen, die mit intravaskulären Kathetern assoziiert sind, stellen eine erhebliche Belastung für Gesundheitssysteme weltweit dar. Sie sind jedoch größtenteils vermeidbar, wenn angemessene Protokolle bei der Anlage und Pflege strikt eingehalten werden.

Periphere intravenöse Katheter (PIVC) gehören zu den am häufigsten verwendeten invasiven Instrumenten, da bis zu 70 Prozent aller stationären Patienten einen solchen Zugang benötigen. Auch peripher eingeführte Zentralkatheter (PICC) und periphere arterielle Katheter (PAC) bergen spezifische Infektionsrisiken, die eine standardisierte Handhabung erfordern.

Die vorliegende WHO-Leitlinie (2024) fasst die Evidenz zur sicheren Anlage, Pflege, Nutzung und Entfernung dieser peripheren Katheter zusammen. Ziel ist es, die Rate an katheterassoziierten Infektionen und antimikrobiellen Resistenzen durch strukturierte Maßnahmenbündel zu senken.

Empfehlungen

Die WHO-Leitlinie formuliert umfassende Empfehlungen für das Management peripherer Katheter. Grundlegend wird eine angemessene Schulung des Personals sowie die strikte Einhaltung der Händehygiene nach den "Fünf Indikationen" empfohlen (Good practice statement).

Anlage (Insertion)

Für die Anlage von PICC und PAC wird eine sterile Technik empfohlen (Good practice statement). Bei PIVC wird laut Leitlinie eine aseptische "No-Touch"-Technik als ausreichend erachtet, sofern diese strikt eingehalten wird (bedingte Empfehlung).

Hinsichtlich der Hautdesinfektion vor der Anlage von PIVC und PICC können sowohl chlorhexidinhaltige als auch chlorhexidinfreie Präparate verwendet werden.

Weitere Empfehlungen zur Katheteranlage umfassen:

  • Die Verwendung von Einweghandschuhen bei der Anlage von PIVC oder PICC bei Erwachsenen und Kindern (Good practice statement)

  • Die Nutzung steriler Einweghandschuhe bei PICC und PAC (Good practice statement)

  • Den Verzicht auf den routinemäßigen Einsatz von Ultraschall bei PIVC, während dieser bei PICC empfohlen wird (bedingte Empfehlung)

  • Die Bevorzugung der oberen Extremitäten gegenüber den unteren Extremitäten für PIVC (bedingte Empfehlung)

Pflege und Zugang (Maintenance & Access)

Die Leitlinie empfiehlt, die Einstichstelle mit einem formalen sterilen Verbandsprotokoll zu versorgen. Nach der Verabreichung von Produkten über einen PIVC oder PICC wird eine Spülung mit einer kompatiblen sterilen Flüssigkeit empfohlen (Good practice statement).

Für das "Lock-off"-Spülen von PIVC und PICC wird sterile Kochsalzlösung gegenüber heparinisierten Lösungen bevorzugt (bedingte Empfehlung). Der Zugang zu den Kathetern sollte immer nach einem formalen sterilen oder aseptischen Protokoll erfolgen.

Entfernung (Removal)

PIVC sollten mindestens täglich auf Anzeichen von Entzündungen oder Infektionen an der Einstichstelle kontrolliert werden (Good practice statement).

Bezüglich des Entfernungszeitpunkts von PIVC schlägt die Leitlinie vor, dass sowohl eine planmäßige Entfernung als auch eine rein klinisch indizierte Entfernung praktikabel sind (bedingte Empfehlung). PIVC, die unter unkontrollierten Notfallbedingungen gelegt wurden, sollten so schnell wie möglich entfernt oder ersetzt werden.

Katheterauswahl und Techniken

Es wird empfohlen, bei PICC nach Möglichkeit einlumige Katheter gegenüber mehrlumigen Kathetern zu bevorzugen, sofern keine spezifische klinische Notwendigkeit für mehrere Lumen besteht (bedingte Empfehlung).

KathetertypAnlagetechnikHandschuhe bei AnlageUltraschallunterstützung
PIVCAseptische "No-Touch"-TechnikEinweghandschuheNicht routinemäßig empfohlen
PICCSterile TechnikSterile EinweghandschuheEmpfohlen
PACSterile TechnikSterile EinweghandschuheKeine spezifische Empfehlung
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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Periphere Venenkatheter, die unter unkontrollierten Notfallbedingungen gelegt wurden, weisen ein erhöhtes Infektionsrisiko auf. Es wird empfohlen, diese Katheter so schnell wie möglich, idealerweise innerhalb von 24 Stunden, zu entfernen oder zu ersetzen. Dabei wird angeraten, vor der Entfernung einen neuen Zugang zu etablieren, falls weiterhin eine intravenöse Therapie erforderlich ist.

Häufig gestellte Fragen

Die Leitlinie gibt keine eindeutige Präferenz für einen routinemäßigen, zeitgesteuerten Wechsel gegenüber einem rein klinisch indizierten Wechsel vor. Es wird jedoch eine mindestens tägliche Inspektion der Einstichstelle auf Entzündungszeichen empfohlen.

Laut Leitlinie wird für das "Lock-off"-Spülen von PIVC und PICC sterile Kochsalzlösung gegenüber heparinisierten Lösungen bevorzugt. Dies begründet sich unter anderem durch das Risiko einer heparininduzierten Thrombozytopenie.

Bei peripher eingeführten Zentralkathetern (PICC) wird der Einsatz von Ultraschall empfohlen, um die Platzierung zu erleichtern. Für reguläre periphere Venenkatheter (PIVC) wird eine routinemäßige Ultraschallnutzung hingegen nicht empfohlen.

Die Leitlinie empfiehlt, Venen am distalen Arm gegenüber proximalen Stellen wie der Ellenbeuge zu bevorzugen. Zudem sollten die oberen Extremitäten den unteren Extremitäten vorgezogen werden.

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Quelle: Guidelines for the prevention of bloodstream infections and other infections associated with the use of intravascular catheters: part I: peripheral catheters (WHO, 2024). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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