Jentadueto (Linagliptin/Metformin): EMA-Fachinformation

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: EMA (2026)|Arzneimittel-Fachinformation|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Jentadueto ist ein orales Antidiabetikum, das die Wirkstoffe Linagliptin (ein DPP-4-Inhibitor) und Metformin kombiniert. Laut der EMA-Fachinformation wird es zur Behandlung von Erwachsenen mit Typ-2-Diabetes mellitus eingesetzt.

Das Medikament dient als Ergänzung zu Diät und Bewegung, um die glykämische Kontrolle zu verbessern. Es wird angewendet, wenn die maximal tolerierte Dosis von Metformin allein nicht ausreicht oder bereits eine Kombinationstherapie als separate Tabletten eingenommen wird.

Zudem kann es laut Fachinformation in Kombination mit anderen blutzuckersenkenden Arzneimitteln, einschließlich Insulin und Sulfonylharnstoffen, verabreicht werden. Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren wird die Anwendung aufgrund fehlender Wirksamkeitsnachweise nicht empfohlen.

Empfehlungen

Die Fachinformation formuliert folgende Kernempfehlungen für die klinische Anwendung:

Therapiebeginn und Anwendung

Die Leitlinie empfiehlt eine individuelle Dosisanpassung basierend auf der aktuellen Therapie, Wirksamkeit und Verträglichkeit. Die Einnahme sollte zweimal täglich zu den Mahlzeiten erfolgen, um gastrointestinale Nebenwirkungen des Metformins zu reduzieren.

Bei einer Kombination mit Sulfonylharnstoffen oder Insulin wird eine Dosisreduktion dieser Begleitmedikation empfohlen, um das Risiko einer Hypoglykämie zu senken.

Überwachung und Warnhinweise

Vor Therapiebeginn und danach mindestens einmal jährlich wird eine Überprüfung der Nierenfunktion (GFR) empfohlen. Bei älteren Menschen und Personen mit einem Risiko für eine Verschlechterung der Nierenfunktion sollte die Kontrolle laut EMA häufiger erfolgen (z. B. alle 3 bis 6 Monate).

Es wird darauf hingewiesen, bei Verdacht auf eine akute Pankreatitis oder ein bullöses Pemphigoid die Therapie sofort abzubrechen. Zudem wird eine Überwachung der Vitamin-B12-Spiegel bei Risikopatienten angeraten, da Metformin zu einem Mangel führen kann.

Perioperatives und diagnostisches Management

Die Leitlinie fordert das Absetzen des Medikaments vor Operationen in Vollnarkose, Spinal- oder Epiduralanästhesie. Auch vor der intravaskulären Gabe von jodhaltigen Kontrastmitteln muss die Therapie pausiert werden.

Ein Neustart wird frühestens 48 Stunden nach dem Eingriff empfohlen. Voraussetzung hierfür ist, dass eine stabile Nierenfunktion bestätigt wurde.

Dosierung

Die maximale empfohlene Tagesdosis für Jentadueto beträgt 5 mg Linagliptin und 2.000 mg Metforminhydrochlorid. Die Tabletten sind in den Stärken 2,5 mg/850 mg und 2,5 mg/1.000 mg verfügbar.

Bei eingeschränkter Nierenfunktion wird folgende Dosisanpassung empfohlen:

GFR (mL/min)Metformin-DosisanpassungLinagliptin-Dosisanpassung
60–89Max. 3.000 mg/Tag. Dosisreduktion bei abnehmender Funktion erwägen.Keine Dosisanpassung
45–59Max. 2.000 mg/Tag. Startdosis ist höchstens die halbe Maximaldosis.Keine Dosisanpassung
30–44Max. 1.000 mg/Tag. Startdosis ist höchstens die halbe Maximaldosis.Keine Dosisanpassung
< 30KontraindiziertKeine Dosisanpassung

Kontraindikationen

Laut EMA-Fachinformation ist Jentadueto in folgenden Fällen streng kontraindiziert:

  • Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe oder Hilfsstoffe

  • Jede Form der akuten metabolischen Azidose (z. B. Laktatazidose, diabetische Ketoazidose)

  • Diabetisches Präkoma

  • Schwere Niereninsuffizienz (GFR < 30 mL/min)

  • Akute Zustände, die die Nierenfunktion beeinträchtigen können (Dehydration, schwere Infektionen, Schock)

  • Erkrankungen, die eine Gewebehypoxie verursachen können (dekompensierte Herzinsuffizienz, Ateminsuffizienz, kürzlicher Myokardinfarkt)

  • Leberinsuffizienz, akute Alkoholintoxikation und Alkoholismus

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💡Praxis-Tipp

Die Fachinformation warnt eindringlich vor dem Risiko einer Laktatazidose bei akuter Verschlechterung der Nierenfunktion. Es wird empfohlen, die Therapie bei akuten Erkrankungen, die mit Dehydration einhergehen (wie schwerer Durchfall, Erbrechen oder Fieber), sofort vorübergehend zu pausieren. Zudem wird von einem Einsatz bei Patienten mit Leberinsuffizienz aufgrund des Metformin-Anteils strikt abgeraten.

Häufig gestellte Fragen

Laut EMA-Fachinformation ist keine Dosisanpassung für Linagliptin erforderlich. Die Metformin-Dosis muss jedoch an die GFR angepasst werden, und bei einer GFR unter 30 mL/min ist das Medikament kontraindiziert.

Ja, die Leitlinie erlaubt die Kombination mit Insulin. Es wird jedoch darauf hingewiesen, dass in diesem Fall eine Dosisreduktion des Insulins erforderlich sein kann, um Hypoglykämien zu vermeiden.

Die Therapie muss vor oder zum Zeitpunkt der bildgebenden Untersuchung mit jodhaltigem Kontrastmittel abgesetzt werden. Ein Neustart wird laut Fachinformation frühestens nach 48 Stunden und nach Bestätigung einer stabilen Nierenfunktion empfohlen.

Die Fachinformation rät von einer Anwendung während der Schwangerschaft ab. Es wird empfohlen, bei Eintritt oder Planung einer Schwangerschaft zeitnah auf eine Insulintherapie umzustellen.

Zu Beginn der Therapie treten häufig Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Bauchschmerzen auf. Um diese zu minimieren, wird die Einnahme der Tabletten zusammen mit den Mahlzeiten empfohlen.

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Quelle: Jentadueto — SmPC (Summary of Product Characteristics) (EMA, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt. Vor jeder Anwendung oder Verschreibung muss die aktuelle Fachinformation konsultiert werden.

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