Kyleena (Levonorgestrel): Anwendung & Risiken laut Fachinfo
Hintergrund
Gemäß der vorliegenden Fachinformation (SmPC) handelt es sich bei Kyleena um ein intrauterines Indikatorsystem (IUP), das zur Schwangerschaftsverhütung für bis zu 5 Jahre eingesetzt wird. Laut Zulassungstext enthält das System 19,5 mg Levonorgestrel, welches lokal in die Gebärmutterhöhle abgegeben wird. Der Text beschreibt, dass die schwangerschaftsverhütende Wirkung primär auf lokalen progestagenen Effekten beruht, wie der Verdickung des Zervixschleims und der Hemmung der Spermienmobilität und -funktion.
Empfehlungen
Die Fachinformation beschreibt detaillierte Vorgaben zur Einlage und Entfernung des Systems:
Zeitpunkt der Einlage
Laut Herstellerangaben soll die Einlage bei fertilen Frauen innerhalb von 7 Tagen nach Beginn der Menstruation erfolgen, um einen sofortigen Empfängnisschutz zu gewährleisten.
Spätere Einlage
Erfolgt die Einlage zu einem anderen Zeitpunkt, wird gemäß Zulassungstext für die folgenden 7 Tage die Anwendung einer zusätzlichen Barrieremethode empfohlen.
Post partum
Der Text gibt an, dass eine Einlage nach einer Entbindung erst nach vollständiger Rückbildung der Gebärmutter, frühestens jedoch 6 Wochen post partum, erfolgen sollte.
Entfernung und Device Breakage
Gemäß Fachinformation erfolgt die Entfernung durch vorsichtiges Ziehen an den Fäden mit einer Zange. Es wird ausdrücklich davor gewarnt, übermäßige Kraft oder scharfe Instrumente zu verwenden, da dies zum Bruch des Systems führen kann.
Risikofaktoren für Perforation
Laut einem zitierten Kohortenstudien-Text ist das Risiko für eine Uterusperforation erhöht, wenn die Anwenderin zum Zeitpunkt der Einlage stillt oder die Einlage bis zu 36 Wochen nach einer Entbindung stattfindet.
Dosierung
Laut Fachinformation enthält das System eine Gesamtdosis von 19,5 mg Levonorgestrel. Die In-vivo-Freisetzungsraten werden im Text wie folgt angegeben:
| Zeitpunkt | Geschätzte Freisetzungsrate (Mikrogramm/24 Stunden) |
|---|---|
| 24 Tage nach Einlage | 17,5 |
| 60 Tage nach Einlage | 15,3 |
| 1 Jahr nach Einlage | 9,8 |
| 3 Jahre nach Einlage | 7,9 |
| 5 Jahre nach Einlage | 7,4 |
Gemäß Zulassungstext ist das System für eine maximale Anwendungsdauer von 5 Jahren vorgesehen.
Kontraindikationen
Die Fachinformation listet unter anderem folgende Kontraindikationen auf:
- Bestehende Schwangerschaft
- Aktuelle oder rezidivierende Beckeninfektionen (PID)
- Akute Zervizitis oder Vaginitis
- Postpartale Endometritis oder infizierter Abort in den letzten 3 Monaten
- Zervikale Dysplasien (bis zur Behebung)
- Uterine oder zervikale Malignome
- Gestagen-abhängige Tumoren (z. B. Mammakarzinom)
- Ungeklärte anormale Uterusblutungen
- Uterusanomalien oder Myome, welche die Gebärmutterhöhle verformen
- Akute Lebererkrankungen oder Lebertumoren
💡Praxis-Tipp
Laut Fachinformation ist bei einer erschwerten Einlage oder bei ungewöhnlichen Schmerzen und Blutungen während oder nach der Prozedur an eine mögliche Perforation zu denken; in solchen Fällen wird eine sofortige Überprüfung der Lage, beispielsweise durch Ultraschall, empfohlen.
Häufig gestellte Fragen
Laut Fachinformation kann das System unmittelbar nach einem Abort im ersten Trimenon eingelegt werden, ohne dass eine zusätzliche Verhütungsmethode erforderlich ist.
Gemäß Zulassungstext sind unregelmäßige Blutungen und Schmierblutungen in den ersten Monaten normal. Im weiteren Verlauf führt die Endometriumsuppression laut Text häufig zu Oligomenorrhoe oder Amenorrhoe.
Die Fachinformation rät, in diesem Fall eine unbemerkte Ausstoßung oder eine Schwangerschaft auszuschließen und die Position des Systems sonografisch oder radiologisch zu kontrollieren.
Laut Herstellerangaben ist eine MRT-Untersuchung unter bestimmten Bedingungen (z. B. statisches Magnetfeld von 3 Tesla oder weniger) sicher durchführbar.
Die Fachinformation warnt, dass bei Eintritt einer Schwangerschaft ein erhöhtes Risiko für eine ektopische Schwangerschaft besteht und das System schnellstmöglich entfernt werden sollte.
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Quelle: Kyleena DK - Device Breakage — SmPC (Summary of Product Characteristics) (EMA, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.