StatPearls2026

Intraokularer Fremdkörper: Diagnostik und Therapie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Intraokulare Fremdkörper (IOFB) sind eine häufige Ursache für schwere Augenverletzungen und können zu einem permanenten Sehverlust führen. Die StatPearls-Leitlinie beschreibt, dass diese Verletzungen typischerweise durch Hämmern, Bohren, Meißeln oder Schusswaffen entstehen und meist junge, arbeitende Männer betreffen.

Metallische Fremdkörper machen den Großteil der Fälle aus. Eisenhaltige Materialien können laut Leitlinie zu einer Siderosis bulbi führen, während Kupfer eine Chalcosis verursacht.

Organische Materialien wie Holz oder Tierhaare bergen ein besonders hohes Risiko für eine fulminante Endophthalmitis. Glas und Plastik gelten hingegen als weitgehend inert und lösen seltener schwere Entzündungsreaktionen aus.

Empfehlungen

Die Leitlinie formuliert folgende Kernaspekte für das Management von intraokularen Fremdkörpern:

Klinische Untersuchung

Es wird eine detaillierte Anamnese zum Unfallhergang empfohlen, da auch Bagatelltraumata zu intraokularen Fremdkörpern führen können. Die Leitlinie betont die Wichtigkeit einer sorgfältigen Spaltlampenuntersuchung zur Beurteilung von Bindehautverletzungen, Hornhautperforationen und dem Seidel-Test.

Bei offensichtlichen offenen Bulbusverletzungen wird dringend geraten, jeglichen Druck auf das Auge zu vermeiden. Dies verhindert eine Extrusion des intraokularen Inhalts.

Bildgebende Diagnostik

Zur Lokalisierung des Fremdkörpers werden verschiedene Modalitäten beschrieben:

  • Computertomographie (CT): Gilt als präzise Methode zur Bestimmung von Anzahl, Größe, Form und exakter Lage des Fremdkörpers.

  • Ultraschall (B-Bild): Ist nützlich zur Erkennung metallischer Fremdkörper, sollte aber bei einem offenen Bulbus vermieden werden.

  • Ultraschall-Biomikroskopie (UBM) und AS-OCT: Werden zur Darstellung von Fremdkörpern im Kammerwinkel oder hinter der Iris eingesetzt.

  • Elektroretinogramm (ERG): Wird bei Verdacht auf Siderosis oder Chalcosis zur Beurteilung der Photorezeptorfunktion empfohlen.

Primärversorgung und Therapie

Laut Leitlinie umfasst die Erstversorgung den Schutz des Auges mit einer starren Klappe sowie die Gabe einer Tetanus-Auffrischung. Es wird der Einsatz von intravenösen Breitbandantibiotika als Prophylaxe gegen eine Endophthalmitis empfohlen.

Die chirurgische Intervention erfolgt in der Regel zweistufig:

  • Zunächst wird ein primärer Wundverschluss der okulären Hüllen (Hornhaut oder Sklera) durchgeführt.

  • Anschließend erfolgt die Entfernung des Fremdkörpers über einen separaten Zugang, nicht über die Eintrittswunde.

  • Bei Fremdkörpern im posterioren Segment wird eine Vitrektomie (Pars-plana-Vitrektomie) empfohlen.

Prognose und Ocular Trauma Score (OTS)

Die Leitlinie beschreibt den Ocular Trauma Score zur Vorhersage des visuellen Outcomes. Dieser berechnet sich aus der initialen Sehkraft und verschiedenen Risikofaktoren.

VariablePunktwert
Initiale Sehkraft: Keine Lichtwahrnehmung (NPL)60
Initiale Sehkraft: Lichtschein (PL) / Handbewegungen (HM)70
Initiale Sehkraft: 1/200 bis 19/20080
Initiale Sehkraft: 20/200 bis 20/5090
Initiale Sehkraft: >= 20/40100
Bulbusruptur-23
Endophthalmitis-17
Perforierende Verletzung-14
Netzhautablösung (RD)-11
Relativer afferenter Pupillendefekt (RAPD)-10

Kontraindikationen

Die Leitlinie nennt folgende spezifische Kontraindikationen und Warnhinweise:

  • Magnetresonanztomographie (MRT): Ist bei Verdacht auf metallische Fremdkörper streng kontraindiziert, da eine Dislokation weitere intraokulare Schäden verursachen kann.

  • Kontakt-Ultraschall (B-Bild und UBM): Sollte bei einem offenen Bulbus vermieden werden, da der Druck der Sonde zu einer Extrusion von Augeninhalt führen kann.

  • Hydrodissektion: Wird bei intralentikulären Fremdkörpern mit möglichem Riss der hinteren Linsenkapsel nicht empfohlen, da der Fremdkörper in den Glaskörperraum abrutschen könnte.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie warnt davor, dass auch scheinbar triviale Verletzungen, beispielsweise beim Hämmern, zu intraokularen Fremdkörpern führen können. Es wird betont, bei unklaren konjunktivalen Blutungen, unerklärlicher Uveitis oder einer Siderosis stets an einen übersehenen Fremdkörper zu denken und eine CT-Bildgebung zu veranlassen.

Häufig gestellte Fragen

Die Leitlinie empfiehlt die Computertomographie (CT) als Methode der Wahl. Sie ermöglicht eine präzise Bestimmung von Anzahl, Größe, Form und exakter Lage des Fremdkörpers.

Es wird dringend davon abgeraten, bei einem offenen Bulbus einen Kontakt-Ultraschall (B-Bild) durchzuführen. Der Druck der Sonde kann laut Leitlinie zu einer Extrusion des intraokularen Inhalts führen.

Ein verbliebener Eisenfremdkörper führt gemäß Leitlinie zu einer Siderosis bulbi. Dies ist ein degenerativer Prozess, der durch toxische Eisenablagerungen in den okulären Geweben entsteht und bis zur Erblindung führen kann.

Die Inzidenz einer infektiösen Endophthalmitis liegt laut Leitlinie bei 7 bis 13 Prozent. Besonders organische Materialien und Steinfragmente bergen ein sehr hohes Infektionsrisiko.

Die Leitlinie empfiehlt zunächst den primären Wundverschluss der Eintrittsstelle. Der Fremdkörper selbst wird anschließend über einen separaten chirurgischen Zugang entfernt, um weitere Gewebeschäden zu vermeiden.

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Quelle: StatPearls: Intraocular Foreign Body (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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