Influenza-Impfung: Indikationen und Impfschema 2024
Hintergrund
Die saisonale Influenza ist eine akute Atemwegsinfektion, die durch Influenzaviren ausgelöst wird. Besonders bei vulnerablen Personengruppen kann die Erkrankung zu schweren Komplikationen führen.
Diese Zusammenfassung basiert auf dem Kurztext der Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut aus dem Jahr 2024. Die STIKO passt die Impfempfehlungen regelmäßig an die aktuellen epidemiologischen Gegebenheiten an.
Da sich die zirkulierenden Virusstämme kontinuierlich verändern, wird der Impfstoff jährlich entsprechend modifiziert. Eine regelmäßige Auffrischung ist daher für einen optimalen Schutz unerlässlich.
Klinischer Kontext
Die saisonale Influenza verursacht weltweit jährliche Epidemien, die in den Wintermonaten gehäuft auftreten. Besonders gefährdet für schwere Verläufe sind ältere Menschen, Schwangere, Säuglinge sowie Personen mit chronischen Grunderkrankungen.
Auslöser sind Influenzaviren der Typen A und B, die über Tröpfchen- und Schmierinfektionen übertragen werden. Sie befallen das Flimmerepithel des Respirationstrakts, was zu einer lokalen Entzündungsreaktion und systemischen Symptomen durch Zytokinausschüttung führt.
Für Mediziner ist die Influenza aufgrund der hohen Morbidität und potenziellen Mortalität durch Komplikationen wie Pneumonien oder Myokarditiden hochrelevant. Eine rasche Differenzierung von anderen respiratorischen Infekten ist entscheidend für das weitere Management.
Die Diagnose wird häufig klinisch anhand des plötzlichen Krankheitsbeginns mit hohem Fieber, Myalgien und trockenem Husten gestellt. Zur definitiven Bestätigung, insbesondere bei Risikopatienten oder unklaren Verläufen, dient der direkte Erregernachweis mittels PCR aus einem Nasen-Rachen-Abstrich.
Wissenswertes
Die Inkubationszeit der saisonalen Influenza ist in der Regel sehr kurz und beträgt meist ein bis zwei Tage. In seltenen Fällen kann sie bis zu vier Tage andauern, wobei Patienten bereits kurz vor Symptombeginn infektiös sein können.
Der Goldstandard für den direkten Erregernachweis ist die PCR aus einem tiefen Nasen-Rachen-Abstrich aufgrund ihrer hohen Sensitivität und Spezifität. Antigenschnelltests bieten zwar rasche Ergebnisse, weisen jedoch eine deutlich geringere Sensitivität auf und können falsch-negative Resultate liefern.
Zu den häufigsten und gefährlichsten Komplikationen zählen primäre virale oder sekundäre bakterielle Pneumonien, oft durch Pneumokokken oder Staphylokokken verursacht. Weitere ernsthafte Verläufe umfassen Exazerbationen von chronischen Lungen- oder Herzerkrankungen sowie Myokarditiden und Enzephalitiden.
Erwachsene sind typischerweise ab einem Tag vor Symptombeginn bis etwa fünf bis sieben Tage nach Krankheitsausbruch ansteckend. Bei Kindern oder stark immunsupprimierten Personen kann die Virusausscheidung und damit die Infektiosität deutlich länger anhalten.
Antivirale Medikamente wie Neuraminidasehemmer entfalten ihre beste Wirksamkeit, wenn sie innerhalb der ersten 48 Stunden nach Symptombeginn verabreicht werden. Sie werden vor allem bei schweren Verläufen oder bei Patienten mit hohem Risiko für Komplikationen eingesetzt.
Die echte Influenza zeichnet sich meist durch einen plötzlichen, fulminanten Beginn mit hohem Fieber, starken Kopf- und Gliederschmerzen sowie einem ausgeprägten Krankheitsgefühl aus. Ein grippaler Infekt beginnt hingegen eher schleichend mit milderen Symptomen wie Schnupfen, leichtem Husten und subfebrilen Temperaturen.
Ärzte fragen zu diesem Thema
💡Praxis-Tipp
Ein wichtiger Praxisaspekt der STIKO-Empfehlung ist die Bevorzugung von Hochdosis-Impfstoffen für Personen ab 60 Jahren, da diese eine verbesserte Immunantwort in dieser Altersgruppe erzielen. Zudem wird betont, dass eine Hühnereiweißallergie nicht zwingend eine absolute Kontraindikation darstellt, sondern die Impfung oft unter entsprechender Nachbeobachtung durchgeführt werden kann.
Häufig gestellte Fragen
Die STIKO empfiehlt die jährliche Influenza-Impfung im Herbst. Als idealer Zeitraum werden die Monate Oktober und November genannt.
Laut Leitlinie wird für alle Personen ab 60 Jahren ein Hochdosis-Impfstoff bevorzugt. Dieser soll der altersbedingten Abnahme der Immunantwort entgegenwirken.
Ja, die STIKO empfiehlt die Impfung mit einem Totimpfstoff für alle Schwangeren ab dem 2. Trimenon. Bei Vorliegen von Risikofaktoren wird die Impfung bereits ab dem 1. Trimenon empfohlen.
Gemäß den Empfehlungen ist eine zeitgleiche Verabreichung der Influenza-Impfung und der COVID-19-Impfung möglich. Es sind keine gesonderten Abstände erforderlich.
Bei einer schweren Allergie gegen Hühnereiweißprotein gilt dies als Kontraindikation. Die Leitlinie weist jedoch darauf hin, dass die Impfung bei leichteren Allergieformen meist unter ärztlicher Beobachtung durchgeführt werden kann.
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Quelle: STIKO: Influenza (Grippe) (RKI/STIKO, 2024). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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