WHO2020

Infektionsprävention: Kernkompetenzen und Anforderungen

Diese Leitlinie stammt aus 2020 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: WHO (2020)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die WHO-Leitlinie "Core competencies for infection prevention and control professionals" (2020) definiert die erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten für Fachkräfte im Bereich der Infektionsprävention und -kontrolle (IPC). Ziel ist es, nosokomiale Infektionen (HAI) und antimikrobielle Resistenzen (AMR) weltweit zu reduzieren.

Ein funktionierendes IPC-Programm gilt als grundlegender Baustein für die Patientensicherheit. Die Leitlinie richtet sich an IPC-Verantwortliche, Gesundheitseinrichtungen und politische Entscheidungsträger, um Ausbildungsbedarfe zu ermitteln und Karrierewege zu strukturieren.

Es wird zwischen zwei Erfahrungsstufen unterschieden. Ein Junior-Experte (IPCP I) verfügt über bis zu drei Jahre praktische Erfahrung, während ein Senior-Experte (IPCP II) mehr als drei Jahre Erfahrung aufweist und Führungsaufgaben übernimmt.

Empfehlungen

Die Leitlinie formuliert detaillierte Kernkompetenzen in verschiedenen Handlungsfeldern und definiert zwei Erfahrungsstufen für Fachkräfte:

ErfahrungsstufeBerufserfahrungKernaufgaben und Erwartungen
IPCP I (Junior)Bis zu 3 JahreUmsetzung lokaler Richtlinien, Mitwirkung an IPC-Plänen, Anwendung von Surveillance-Definitionen
IPCP II (Senior)Über 3 JahreLeitung multidisziplinärer Teams, komplexe Risikobewertungen, Forschung, Mentoring

Programmmanagement und Führung

Laut Leitlinie wird die Entwicklung und jährliche Aktualisierung eines messbaren IPC-Aktionsplans empfohlen. Dieser sollte klare Ziele, Zeitrahmen, Verantwortlichkeiten und ein Budget umfassen.

Zudem wird die Erstellung eines Epidemieplans für Infektionskrankheiten gefordert. Die Leitlinie betont die Wichtigkeit von multimodalen Strategien zur Verhaltensänderung und Implementierung von IPC-Maßnahmen.

Mikrobiologie und Surveillance

Es wird empfohlen, dass IPC-Fachkräfte grundlegende Kenntnisse über Erreger, Übertragungswege und Resistenzmechanismen besitzen. Die Leitlinie hebt die Bedeutung von Antimicrobial Stewardship-Programmen zur Vermeidung von Resistenzen hervor.

Für die Überwachung nosokomialer Infektionen wird die Etablierung von Surveillance-Systemen empfohlen. Die gesammelten Daten sollen zur Ableitung gezielter Präventionsmaßnahmen genutzt werden.

Klinische Praxis und Prävention

Die Leitlinie fordert die konsequente Umsetzung von Standard- und isolierungsbasierten Vorsichtsmaßnahmen. Dies umfasst unter anderem:

  • Die korrekte Durchführung der Händehygiene nach den fünf WHO-Indikationen

  • Die sachgerechte Aufbereitung und Sterilisation von Medizinprodukten

  • Die Anwendung evidenzbasierter Maßnahmenbündel zur Prävention katheterassoziierter Infektionen

  • Die Umsetzung von Leitlinien zur Vermeidung von postoperativen Wundinfektionen und Pneumonien

Qualitätssicherung und Arbeitsschutz

Es wird empfohlen, IPC-Aktivitäten in die allgemeinen Qualitäts- und Patientensicherheitsprogramme der Einrichtung zu integrieren. Die Leitlinie unterstreicht die Notwendigkeit von regelmäßigen Audits und Feedback-Schleifen.

Zum Schutz des Personals wird die Umsetzung von Arbeitsschutzmaßnahmen empfohlen. Dazu zählen Impfprogramme, der sichere Umgang mit spitzen Gegenständen und das Management von Nadelstichverletzungen.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Ein zentraler Aspekt der Leitlinie ist die Unterscheidung zwischen Junior- und Senior-IPC-Fachkräften. Es wird hervorgehoben, dass Senior-Experten nicht nur Vorgaben umsetzen, sondern proaktiv Risikobewertungen durchführen und multidisziplinäre Teams leiten sollen. Die Leitlinie betont, dass praktische Erfahrung im klinischen Alltag für beide Stufen unerlässlich ist, um als sichtbarer Fürsprecher für die Patientensicherheit aufzutreten.

Häufig gestellte Fragen

Die Leitlinie definiert eine IPC-Fachkraft als medizinisches Personal (Arzt, Pflegekraft etc.) mit einer zertifizierten Postgraduierten-Ausbildung in Infektionsprävention. Zudem wird praktische und klinische Erfahrung in diesem Bereich vorausgesetzt.

Ein Junior-Experte (IPCP I) mit bis zu drei Jahren Erfahrung soll laut Leitlinie bei der Entwicklung von IPC-Plänen mitwirken und lokale Richtlinien umsetzen. Es wird erwartet, dass er Surveillance-Definitionen anwendet und sich in multidisziplinäre Teams integriert.

Die Leitlinie benennt die Implementierung einer multimodalen Händehygiene-Strategie als zentrale Führungskompetenz. Es wird empfohlen, die Händehygiene strikt nach den fünf Indikationen der WHO in den klinischen Alltag zu integrieren.

Es wird die Etablierung von Richtlinien zur Prävention, Erkennung und Kontrolle von Ausbrüchen empfohlen. Die Leitlinie betont die Wichtigkeit einer schnellen multidisziplinären Zusammenarbeit und der Erstellung von Fall-Listen zur Nachverfolgung.

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Quelle: Core competencies for infection prevention and control professionals (WHO, 2020). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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