Dyslipidämie bei HIV (ART): IDSA-Leitlinie (2003)
📋Auf einen Blick
- •Dyslipidämie ist ein häufiges Problem bei HIV-Patienten unter antiretroviraler Therapie (ART).
- •Diagnostik und Therapie sollten auf den NCEP ATP III-Leitlinien basieren.
- •Bei erhöhtem LDL-Cholesterin werden Pravastatin oder Atorvastatin als Initialtherapie empfohlen.
- •Bei Triglyceriden > 500 mg/dL sind Gemfibrozil oder Fenofibrat die Mittel der Wahl.
- •Mögliche Arzneimittelinteraktionen mit der ART müssen zwingend beachtet werden.
Hintergrund
Dyslipidämie ist ein häufiges Problem bei HIV-infizierten Patienten, die eine antiretrovirale Therapie (ART) erhalten. Vorläufige Daten deuten auf eine erhöhte kardiovaskuläre Morbidität in dieser Patientengruppe hin. Daher sollten Maßnahmen zur Reduktion des kardiovaskulären Risikos ergriffen werden.
Diagnostik und Evaluation
Die Evaluation und Behandlung von HIV-infizierten Erwachsenen sollte auf Basis der NCEP ATP III-Leitlinien (National Cholesterol Education Program Adult Treatment Panel III) für Dyslipidämie erfolgen.
Besondere Aufmerksamkeit erfordern dabei:
- Potenzielle Arzneimittelinteraktionen mit antiretroviralen Medikamenten
- Die Aufrechterhaltung der virologischen Kontrolle der HIV-Infektion
Medikamentöse Therapie
Wenn eine medikamentöse Therapie der Dyslipidämie erforderlich wird, empfiehlt die Leitlinie spezifische Wirkstoffe als Initialtherapie, um das Interaktionsrisiko mit der ART zu minimieren.
| Indikation | Empfohlene Initialtherapie |
|---|---|
| Erhöhtes LDL-Cholesterin | Pravastatin oder Atorvastatin |
| Triglyceride > 500 mg/dL | Gemfibrozil oder Fenofibrat |
💡Praxis-Tipp
Prüfen Sie vor der Verordnung von Lipidsenkern bei HIV-Patienten stets mögliche Interaktionen mit der bestehenden antiretroviralen Therapie (ART), um die virologische Kontrolle nicht zu gefährden. Bevorzugen Sie Pravastatin oder Atorvastatin bei erhöhtem LDL.