Kardiovaskuläre Infektionen & Bildgebung: IDSA-Leitlinie
📋Auf einen Blick
- •Die Echokardiografie ist bei komplizierten kardiovaskulären Infektionen oft unzureichend.
- •18F-FDG PET/CT und SPECT/CT-Leukozytenszintigrafie verbessern die diagnostische Genauigkeit signifikant.
- •Ein besonderer Nutzen der Radionuklid-Bildgebung zeigt sich bei Klappenprothesen und implantierten kardialen Devices.
- •Die erweiterte Bildgebung hilft bei der Identifikation extrakardialer Beteiligungen und unterstützt chirurgische Entscheidungen.
Hintergrund
Kardiovaskuläre Infektionen, einschließlich der infektiösen Endokarditis, nehmen an Inzidenz zu und sind mit einer hohen Morbidität und Mortalität assoziiert. Die aktuellen diagnostischen Strategien, die auf klinischen Kriterien und einer initialen echokardiografischen Bildgebung basieren, sind zwar effektiv, erweisen sich jedoch bei komplizierten kardiovaskulären Infektionen oft als unzureichend.
Erweiterte Bildgebung
Um die diagnostische Genauigkeit zu erhöhen, empfiehlt die Leitlinie den Einsatz der Radionuklid-Bildgebung im multimodalen Kontext. Diese Verfahren helfen zudem bei der Identifikation extrakardialer Beteiligungen und unterstützen wichtige medizinische und chirurgische Entscheidungen.
| Bildgebungsverfahren | Nutzen und Einsatzgebiet |
|---|---|
| 18F-FDG PET/CT | Erhöhung der diagnostischen Genauigkeit, Beurteilung von Klappenprothesen, Device-Taschen, Sonden und ventrikulären Assist-Systemen (VAD) |
| SPECT/CT-Leukozytenszintigrafie | Ergänzende Beurteilung bei Verdacht auf kardiovaskuläre Infektionen und Device-Beteiligung |
Konsensus-Diagnosekriterien
Ein positiver Befund in der Radionuklid-Bildgebung ist durch spezifische Aufnahmemuster gekennzeichnet. Zu den diagnostischen Merkmalen gehören:
- Fokale, multi-fokale oder diffus heterogene, intensive 18F-FDG-Aufnahme an:
- Klappen- und Prothesenmaterial
- Perivalvulären Bereichen
- Device-Taschen und Sonden (Leads)
- Hardware von ventrikulären Assist-Systemen (VAD)
- Die Aufnahme muss auf nicht-schwächungskorrigierten Bildern (non-attenuation corrected images) persistieren.
Klinische Indikationen
Der Einsatz der erweiterten Bildgebung spielt eine besonders große Rolle in folgenden klinischen Szenarien:
- Verdacht auf infektiöse Endokarditis bei Klappenprothesen
- Infektionen von implantierten kardialen Devices (Schrittmacher, ICDs, VADs)
- Wenn vorherige Bildgebungen (z.B. Echokardiografie) uneindeutig oder nicht-diagnostisch waren.
💡Praxis-Tipp
Ziehen Sie bei Patienten mit Klappenprothesen oder kardialen Devices und unklarem Echokardiografie-Befund frühzeitig eine 18F-FDG PET/CT oder Leukozytenszintigrafie in Betracht, um die Diagnostik zu sichern.