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Infectious Diseases Society of America (IDSA)2024InfektiologieKardiologie

Kardiovaskuläre Infektionen & Bildgebung: IDSA-Leitlinie

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf Infectious Diseases Society of America (IDSA) Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Die Echokardiografie ist bei komplizierten kardiovaskulären Infektionen oft unzureichend.
  • 18F-FDG PET/CT und SPECT/CT-Leukozytenszintigrafie verbessern die diagnostische Genauigkeit signifikant.
  • Ein besonderer Nutzen der Radionuklid-Bildgebung zeigt sich bei Klappenprothesen und implantierten kardialen Devices.
  • Die erweiterte Bildgebung hilft bei der Identifikation extrakardialer Beteiligungen und unterstützt chirurgische Entscheidungen.
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Hintergrund

Kardiovaskuläre Infektionen, einschließlich der infektiösen Endokarditis, nehmen an Inzidenz zu und sind mit einer hohen Morbidität und Mortalität assoziiert. Die aktuellen diagnostischen Strategien, die auf klinischen Kriterien und einer initialen echokardiografischen Bildgebung basieren, sind zwar effektiv, erweisen sich jedoch bei komplizierten kardiovaskulären Infektionen oft als unzureichend.

Erweiterte Bildgebung

Um die diagnostische Genauigkeit zu erhöhen, empfiehlt die Leitlinie den Einsatz der Radionuklid-Bildgebung im multimodalen Kontext. Diese Verfahren helfen zudem bei der Identifikation extrakardialer Beteiligungen und unterstützen wichtige medizinische und chirurgische Entscheidungen.

BildgebungsverfahrenNutzen und Einsatzgebiet
18F-FDG PET/CTErhöhung der diagnostischen Genauigkeit, Beurteilung von Klappenprothesen, Device-Taschen, Sonden und ventrikulären Assist-Systemen (VAD)
SPECT/CT-LeukozytenszintigrafieErgänzende Beurteilung bei Verdacht auf kardiovaskuläre Infektionen und Device-Beteiligung

Konsensus-Diagnosekriterien

Ein positiver Befund in der Radionuklid-Bildgebung ist durch spezifische Aufnahmemuster gekennzeichnet. Zu den diagnostischen Merkmalen gehören:

  • Fokale, multi-fokale oder diffus heterogene, intensive 18F-FDG-Aufnahme an:
    • Klappen- und Prothesenmaterial
    • Perivalvulären Bereichen
    • Device-Taschen und Sonden (Leads)
    • Hardware von ventrikulären Assist-Systemen (VAD)
  • Die Aufnahme muss auf nicht-schwächungskorrigierten Bildern (non-attenuation corrected images) persistieren.

Klinische Indikationen

Der Einsatz der erweiterten Bildgebung spielt eine besonders große Rolle in folgenden klinischen Szenarien:

  • Verdacht auf infektiöse Endokarditis bei Klappenprothesen
  • Infektionen von implantierten kardialen Devices (Schrittmacher, ICDs, VADs)
  • Wenn vorherige Bildgebungen (z.B. Echokardiografie) uneindeutig oder nicht-diagnostisch waren.

💡Praxis-Tipp

Ziehen Sie bei Patienten mit Klappenprothesen oder kardialen Devices und unklarem Echokardiografie-Befund frühzeitig eine 18F-FDG PET/CT oder Leukozytenszintigrafie in Betracht, um die Diagnostik zu sichern.

Häufig gestellte Fragen

Bei komplizierten kardiovaskulären Infektionen, insbesondere bei Vorliegen von Klappenprothesen oder kardialen Devices, ist die alleinige Echokardiografie oft unzureichend.
Die Leitlinie empfiehlt die 18F-FDG PET/CT sowie die SPECT/CT-Leukozytenszintigrafie zur Erhöhung der diagnostischen Genauigkeit.
Eine fokale, multi-fokale oder diffus heterogene, intensive 18F-FDG-Aufnahme an Klappen, Prothesen oder Device-Material, die auf nicht-schwächungskorrigierten Bildern persistiert.

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