Hyperglykämische Krisen: Therapie von DKA und HHS

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: EASD (2024)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der Konsensusbericht der American Diabetes Association (ADA) und der European Association for the Study of Diabetes (EASD) aus dem Jahr 2024 aktualisiert die bisherigen Statements von 2001 und 2009. Diese Zusammenfassung basiert auf dem Abstract der Leitlinie.

Hyperglykämische Krisen, insbesondere die diabetische Ketoazidose (DKA) und das hyperosmolare hyperglykämische Syndrom (HHS), stellen lebensbedrohliche Akutkomplikationen des Diabetes mellitus dar. Sie erfordern eine rasche und strukturierte medizinische Intervention.

Das Dokument wurde in Zusammenarbeit mit weiteren Fachgesellschaften (JBDS, AACE, DTS) erstellt. Es bietet einen umfassenden Überblick über Epidemiologie, Pathophysiologie und die klinische Präsentation dieser Notfälle.

Klinischer Kontext

Hyperglykämische Krisen, insbesondere die diabetische Ketoazidose (DKA) und das hyperosmolare hyperglykämische Syndrom (HHS), sind lebensbedrohliche Akutkomplikationen des Diabetes mellitus. Die DKA tritt vorwiegend bei Typ-1-Diabetes auf, während das HHS meist ältere Patienten mit Typ-2-Diabetes betrifft. Die Inzidenz beider Entgleisungen steigt parallel zur weltweiten Zunahme von Diabeteserkrankungen an.

Pathophysiologisch liegt ein absoluter oder relativer Insulinmangel vor, der mit einem Überschuss an gegenregulatorischen Hormonen wie Glukagon und Cortisol einhergeht. Dies führt zu exzessiver hepatischer Glukoseproduktion, verminderter peripherer Glukoseaufnahme und osmotischer Diurese mit schwerer Dehydratation. Bei der DKA kommt es zusätzlich zu einer gesteigerten Lipolyse mit Ketonkörperbildung und metabolischer Azidose.

Klinisch sind diese Krisen von höchster Relevanz, da sie unbehandelt rasch zu Multiorganversagen, Koma und Tod führen können. Die rasche Diagnosestellung erfolgt primär über die Bestimmung von Blutzucker, venösem pH-Wert, Bikarbonat, Ketonen im Blut oder Urin sowie der Serumosmolarität. Eine frühzeitige und strukturierte Therapie ist entscheidend für die Prognose der betroffenen Patienten.

Wissenswertes

Die diabetische Ketoazidose (DKA) ist durch eine metabolische Azidose und den Nachweis von Ketonen gekennzeichnet. Das hyperosmolare hyperglykämische Syndrom (HHS) zeigt hingegen extrem hohe Blutzuckerwerte und eine hohe Serumosmolarität bei fehlender oder nur minimaler Ketose.

Die primäre Maßnahme ist die rasche Volumensubstitution, meist mit isotoner Kochsalzlösung. Dies dient der Wiederherstellung des intravasalen Volumens, der Verbesserung der Nierenperfusion und der Senkung der Blutzuckerkonzentration.

Trotz oft normaler oder erhöhter initialer Serumkaliumwerte besteht meist ein massiver Gesamtkörperkaliummangel. Die Substitution beginnt in der Regel frühzeitig bei Werten im oberen Normbereich, sofern die Nierenfunktion intakt ist, da die Insulintherapie das Kalium rasch in die Zellen verschiebt.

Eine sofortige Insulingabe ohne vorherige Volumensubstitution kann den intravasalen Volumenmangel verschärfen, da Glukose und Wasser in die Zellen einströmen. Zudem erhöht ein zu früher Insulinstart das Risiko für lebensbedrohliche Hypokaliämien.

Häufigste Trigger sind akute Infektionen wie Pneumonien oder Harnwegsinfekte sowie Fehler in der Insulintherapie. Auch akute kardiovaskuläre Ereignisse wie Myokardinfarkte oder Medikamente wie Glukokortikoide können eine Krise auslösen.

Ein Hirnödem ist eine gefürchtete Komplikation, die vor allem bei Kindern und jungen Erwachsenen auftritt. Zur Prävention wird eine zu rasche Senkung des Blutzuckers und der Serumosmolarität vermieden, weshalb die Flüssigkeits- und Insulintherapie engmaschig gesteuert wird.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Es wird empfohlen, bei jeder hyperglykämischen Entgleisung frühzeitig den Säure-Basen-Haushalt und die Ketonkörper zu bestimmen, da eine Ketoazidose auch bei nur moderat erhöhten Blutzuckerwerten auftreten kann.

Häufig gestellte Fragen

Die häufigsten lebensbedrohlichen Entgleisungen sind die diabetische Ketoazidose (DKA) und das hyperosmolare hyperglykämische Syndrom (HHS). Beide erfordern eine sofortige medizinische Intervention.

Der Bericht wurde federführend von der ADA und der EASD verfasst. Weitere beteiligte Gesellschaften sind JBDS, AACE und DTS.

Die Therapie stützt sich primär auf Flüssigkeitssubstitution, intravenöse Insulingabe und den Ausgleich von Elektrolytstörungen. Ein engmaschiges Monitoring wird dabei dringend empfohlen.

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Quelle: Hyperglycaemic Crises in Adults With Diabetes: A Consensus Report by ADA and EASD (2024) (EASD, 2024). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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