CochraneIa2020

Hüftfraktur: Nervenblockaden zur Schmerztherapie

Diese Leitlinie stammt aus 2020 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2020)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Hüftfrakturen sind bei älteren Menschen sehr häufig und verursachen starke Schmerzen. Die Standardtherapie mit systemischen Opioiden ist in dieser Altersgruppe oft mit schweren Nebenwirkungen wie Atemdepression oder Verwirrtheit verbunden.

Periphere Nervenblockaden (PNB) bieten eine Möglichkeit, Schmerzsignale lokal zu unterbrechen. Sie können den Bedarf an systemischen Schmerzmitteln deutlich senken und so potenziell Komplikationen vermeiden.

Dieser Cochrane Review aus dem Jahr 2020 untersucht die Wirksamkeit und Sicherheit von PNBs bei Erwachsenen mit Hüftfrakturen. Verglichen wird die PNB als Ergänzung zur Standardversorgung mit einer rein systemischen Analgesie (ohne Nervenblockade oder mit Scheinblockade).

Empfehlungen

Der Cochrane Review formuliert basierend auf der Evidenzlage folgende Kernaussagen zur Anwendung peripherer Nervenblockaden (PNB) bei Hüftfrakturen.

Schmerzreduktion und Mobilisation

Laut Review reduzieren PNBs den Schmerz bei Bewegung innerhalb von 30 Minuten nach der Anlage signifikant (hohe Evidenz). Die Schmerzreduktion entspricht etwa 2,5 Punkten auf einer Skala von 0 bis 10.

Zudem wird die Zeit bis zur ersten Mobilisation nach der Operation durch den Einsatz einer PNB wahrscheinlich um durchschnittlich 11 Stunden verkürzt (moderate Evidenz).

Reduktion von Komplikationen

Der Review zeigt, dass PNBs das Risiko für spezifische postoperative Komplikationen senken können:

  • Reduktion des Risikos für akute Verwirrtheitszustände beziehungsweise Delir (hohe Evidenz, NNTB 12)

  • Wahrscheinliche Reduktion des Risikos für Lungenentzündungen (moderate Evidenz, NNTB 7)

Für die Endpunkte Herzinfarkt und Mortalität innerhalb von sechs Monaten konnte laut Review kein Unterschied festgestellt werden. Die Autoren weisen jedoch darauf hin, dass die Fallzahlen für diese Endpunkte zu gering waren, um eine abschließende Bewertung vorzunehmen.

Wahl des Blockade-Verfahrens

Der Review findet keine zwingende Evidenz, die einen Femoralisblock hinsichtlich der Schmerzreduktion gegenüber einem Fascia-iliaca-Block bevorzugt.

Es wird jedoch angemerkt, dass der Fascia-iliaca-Block möglicherweise vorteilhaft ist. Bei diesem Verfahren ist die Nadel weiter vom Nerv entfernt, was das Risiko einer versehentlichen intraneuralen Injektion verringern könnte.

Zur Reduktion des Risikos einer systemischen Toxizität durch intravasale Injektionen wird die Nutzung von Ultraschall erwähnt. Zudem wird auf die langsame Injektion fraktionierter Dosen und die Anpassung der Dosis an den klinischen Zustand verwiesen.

Kontraindikationen

Laut Review wurden Personen mit Demenz häufig aus den eingeschlossenen Studien ausgeschlossen, da diese möglicherweise unkooperativ für wache Regionalanästhesie-Techniken sind.

Es wird auf die Leitlinie der American Society of Regional Anesthesia verwiesen, die besagt, dass regionalanästhetische Techniken nicht routinemäßig bei Erwachsenen mit eingeschränktem Sensorium (z. B. durch tiefe Sedierung oder Allgemeinanästhesie) durchgeführt werden sollten. Ausnahmen nach individueller Nutzen-Risiko-Abwägung sind jedoch möglich.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Der Review hebt hervor, dass der Fascia-iliaca-Block gegenüber dem Femoralisblock bevorzugt werden könnte. Dies wird damit begründet, dass die Nadelposition beim Fascia-iliaca-Block weiter vom Nerv entfernt ist, was das Risiko einer versehentlichen intraneuralen Injektion verringert. Zudem wird die Nutzung von Ultraschall zur Vermeidung einer intravasalen Injektion betont.

Häufig gestellte Fragen

Laut Cochrane Review reduzieren periphere Nervenblockaden den Schmerz bei Bewegung innerhalb von 30 Minuten signifikant. Die Reduktion entspricht durchschnittlich 2,5 Punkten auf einer Schmerzskala von 0 bis 10.

Der Review zeigt, dass der Einsatz einer peripheren Nervenblockade das Risiko für einen akuten Verwirrtheitszustand signifikant senkt. Die Number Needed to Treat (NNTB) liegt hierbei bei 12.

Die Evidenz zeigt keinen klaren Wirksamkeitsunterschied zwischen einem Femoralisblock und einem Fascia-iliaca-Block. Der Review neigt jedoch zum Fascia-iliaca-Block, da hierbei das Risiko einer Nervenverletzung durch die Nadel potenziell geringer ist.

Der aktuelle Review konnte keinen Unterschied in der Sterblichkeit innerhalb von sechs Monaten feststellen. Die Autoren betonen jedoch, dass die eingeschlossenen Studien zu klein waren, um diesen Endpunkt abschließend zu beurteilen.

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Quelle: Cochrane Review: Peripheral nerve blocks for hip fractures in adults (Cochrane, 2020). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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