Fußpilz (Tinea pedis): Diagnostik, Therapie und Verlauf
Hintergrund
Die StatPearls-Leitlinie beschreibt Tinea pedis, umgangssprachlich als Fußpilz bekannt, als eine durch Dermatophyten verursachte Hautinfektion der Füße. Zu den häufigsten Erregern zählen Trichophyton rubrum, welches für etwa 70 Prozent der Fälle verantwortlich ist, sowie Trichophyton interdigitale und Epidermophyton floccosum.
Die Übertragung erfolgt laut Leitlinie meist durch direkten Kontakt mit dem Erreger beim Barfußlaufen in feuchten Umgebungen wie Umkleidekabinen, Duschen oder Schwimmbädern. Ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung einer Tinea pedis besteht insbesondere bei Personen mit Diabetes mellitus sowie bei häufigem Tragen von okklusivem Schuhwerk.
Unbehandelt kann die Infektion zu erheblicher Morbidität führen. Die Leitlinie warnt vor möglichen Komplikationen wie bakteriellen Sekundärinfektionen, Zellulitis, Lymphangitis und Osteomyelitis, die besonders bei immunsupprimierten Personen auftreten können.
Empfehlungen
Die Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen zur Diagnostik und Therapie:
Diagnostik
Die Leitlinie empfiehlt eine sorgfältige körperliche Untersuchung, da Dermatophyteninfektionen oft an mehreren Körperstellen gleichzeitig auftreten. Zur Bestätigung der Diagnose wird eine mikroskopische Untersuchung von Hautgeschabseln angeraten.
Es wird empfohlen, trockene Schuppen von der Fußsohle, der Ferse und den Seitenrändern zu entnehmen oder bei vesikulobullösen Läsionen das Blasendach abzutragen. Für die Mikroskopie wird die Verwendung einer 10- bis 20-prozentigen Kaliumhydroxid-Lösung (KOH) empfohlen, optional unter Zusatz von Dimethylsulfoxid (DMSO) zur beschleunigten Keratinauflösung.
Topische Therapie
Als primäre Behandlungsstrategie wird eine topische Therapie empfohlen, die in der Regel über einen Zeitraum von vier Wochen angewendet wird. Laut Leitlinie erzielen topisches Terbinafin und Amorolfin schnellere Ergebnisse als Clotrimazol.
Bei interdigitaler Tinea pedis kann eine einwöchige Anwendung von Terbinafin 1% bereits wirksam sein. Bei hyperkeratotischen Verlaufsformen wird die zusätzliche Anwendung eines topischen Keratolytikums wie Salicylsäure empfohlen.
Systemische Therapie
Eine systemische Therapie ist laut Leitlinie indiziert, wenn die betroffenen Personen nicht auf topische Behandlungen ansprechen. Die Auswahl des Antimykotikums sollte die potenziellen Nebenwirkungen berücksichtigen.
Es wird darauf hingewiesen, dass Fluconazol und Itraconazol eine deutlich geringere Hepatotoxizität aufweisen als Ketoconazol.
Prävention und Hygiene
Zur Vermeidung von Reinfektionen werden folgende Maßnahmen empfohlen:
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Tägliches Waschen der Füße und sorgfältiges Abtrocknen der Zehenzwischenräume
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Tragen von atmungsaktiven Schuhen und feuchtigkeitsableitenden Socken
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Nutzung von Badesandalen in öffentlichen Einrichtungen wie Schwimmbädern oder Gemeinschaftsduschen
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Anwendung von antimykotischem Puder in den Schuhen zur Reduktion der Erregerlast
Dosierung
Die Leitlinie nennt folgende Dosierungsschemata für die systemische Therapie bei Nichtansprechen auf topische Behandlungen:
| Wirkstoff | Dosierung | Dauer | Zielgruppe |
|---|---|---|---|
| Terbinafin | 250 mg täglich | 2 Wochen | Erwachsene |
| Itraconazol | 200 mg zweimal täglich | 1 Woche | Erwachsene |
| Fluconazol | 150 mg wöchentlich | 2 bis 6 Wochen | Erwachsene |
| Griseofulvin (mikrokristallin) | 1000 mg täglich | 4 bis 8 Wochen | Erwachsene |
| Griseofulvin (ultramikrokristallin) | 750 mg täglich | 4 bis 8 Wochen | Erwachsene |
| Griseofulvin (mikrokristallin) | 10 bis 20 mg/kg täglich | k.A. | Kinder |
| Griseofulvin (ultramikrokristallin) | 5 bis 15 mg/kg täglich | k.A. | Kinder |
| Itraconazol | 3 bis 5 mg/kg | k.A. | Kinder |
Kontraindikationen
Die Leitlinie warnt vor folgenden unerwünschten Wirkungen und Interaktionen bei der systemischen Therapie:
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Itraconazol kann zu gastrointestinalen Beschwerden, Diarrhö und peripheren Ödemen führen, insbesondere bei gleichzeitiger Einnahme von Kalziumkanalblockern.
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Terbinafin kann gastrointestinale Störungen und in seltenen Fällen eine Hepatitis verursachen.
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Fluconazol kann in seltenen Fällen gastrointestinale Nebenwirkungen hervorrufen.
💡Praxis-Tipp
Ein besonderes Augenmerk sollte auf Personen mit Diabetes mellitus gelegt werden, da diese bei einer Tinea pedis ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung einer Onychomykose aufweisen. Zudem wird in der Leitlinie betont, dass eine interdigitale Tinea pedis bei Vorliegen eines Lymphödems einen signifikanten Risikofaktor für eine Zellulitis darstellt.
Häufig gestellte Fragen
Die Diagnose wird klinisch gestellt und laut Leitlinie durch eine mikroskopische Untersuchung von Hautgeschabseln mittels KOH-Lösung bestätigt. Eine zusätzliche Pilzkultur kann bei unklaren Befunden hilfreich sein.
Die Leitlinie empfiehlt in der Regel eine topische Behandlungsdauer von vier Wochen. Bei der Verwendung von Terbinafin 1% kann bei interdigitaler Tinea pedis bereits nach einer Woche ein Therapieerfolg eintreten.
Eine orale antimykotische Therapie wird empfohlen, wenn die topische Behandlung keine ausreichende Wirkung zeigt. Zu den Optionen gehören Terbinafin, Itraconazol, Fluconazol oder Griseofulvin.
Unbehandelt kann die Infektion zu bakteriellen Sekundärinfektionen, Zellulitis, Lymphangitis oder Onychomykose führen. Dies betrifft laut Leitlinie insbesondere immunsupprimierte Personen.
Es wird empfohlen, die Füße stets trocken zu halten, atmungsaktives Schuhwerk zu tragen und in öffentlichen Duschen Badesandalen zu nutzen. Die Anwendung von antimykotischem Puder in den Schuhen kann das Risiko einer erneuten Infektion ebenfalls senken.
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Quelle: StatPearls: Tinea Pedis (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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