StatPearls2026

Funktionelle Dyspepsie: Diagnostik und Stufentherapie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die funktionelle Dyspepsie ist eine häufige gastrointestinale Erkrankung, von der weltweit über 20 % der Bevölkerung betroffen sind. Sie ist durch Symptome wie epigastrische Schmerzen, frühes Sättigungsgefühl und postprandiales Völlegefühl gekennzeichnet, ohne dass in der Bildgebung oder Endoskopie strukturelle Anomalien feststellbar sind.

Die Erkrankung wird in drei Subtypen unterteilt: das epigastrische Schmerzsyndrom, das postprandiale Distress-Syndrom sowie eine Kombination aus beiden. Die Pathophysiologie ist komplex und noch nicht vollständig verstanden.

Als Ursachen werden unter anderem eine gestörte Magenmotilität, viszerale Hypersensitivität, eine beeinträchtigte Barrierefunktion der Schleimhaut sowie gastroduodenale Entzündungen diskutiert. Auch psychologische Faktoren wie Stress, Angstzustände und Depressionen können zur Entstehung und Aufrechterhaltung der Symptome beitragen.

Empfehlungen

Die StatPearls-Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen zur funktionellen Dyspepsie:

Diagnostik

Gemäß der Leitlinie erfolgt die Diagnose anhand der Rom-IV-Kriterien, wenn strukturelle Erkrankungen ausgeschlossen wurden. Es wird eine Basisdiagnostik mit Laboruntersuchungen (Blutbild, Stoffwechselparameter, Schilddrüsenfunktion, Zöliakie-Serologie) sowie eine Testung auf Helicobacter pylori empfohlen.

Eine obere Endoskopie wird routinemäßig für Personen ab 60 Jahren empfohlen. Bei jüngeren Personen ist eine Endoskopie laut Leitlinie indiziert, wenn Alarmsymptome wie ungewollter Gewichtsverlust, Dysphagie, persistierendes Erbrechen oder eine unerklärliche Anämie vorliegen.

Therapie der ersten Wahl

Bei einem positiven Nachweis von H. pylori wird als Erstlinientherapie eine Eradikation empfohlen. Dies kann das Risiko für Ulzera und Magenkrebs senken und führt zu einer leichten Symptomlinderung.

Bei H.-pylori-negativen Befunden oder persistierenden Symptomen nach einer Eradikation wird eine empirische Therapie mit Protonenpumpeninhibitoren (PPI) oder H2-Rezeptor-Antagonisten für 4 bis 8 Wochen empfohlen. Bei einem Ansprechen auf PPI sollte die Therapie alle 6 bis 12 Monate pausiert werden, um Langzeitrisiken zu minimieren.

Eskalationstherapie

Wenn die Symptome nach 8 Wochen PPI-Therapie refraktär bleiben, wird ein Absetzen der PPI und der Beginn mit trizyklischen Antidepressiva (TCA) empfohlen. Die Leitlinie rät zu einer langsamen Dosistitration, um eine Sedierung ohne zusätzlichen Nutzen zu vermeiden.

Als weitere Option bei Therapieversagen oder Rezidiven wird ein 4- bis 8-wöchiger Einsatz von Prokinetika genannt. Aufgrund möglicher Nebenwirkungen wird die Anwendung der geringstmöglichen Dosis empfohlen.

Dosierung

Die Leitlinie nennt folgende Standarddosierungen für die medikamentöse Therapie der funktionellen Dyspepsie:

WirkstoffklasseMedikamentDosierung
Protonenpumpeninhibitoren (PPI)Lansoprazol30 mg täglich
Protonenpumpeninhibitoren (PPI)Omeprazol20 mg täglich
Protonenpumpeninhibitoren (PPI)Pantoprazol40 mg täglich
Protonenpumpeninhibitoren (PPI)Rabeprazol20 mg täglich
Protonenpumpeninhibitoren (PPI)Esomeprazol20 mg täglich
Trizyklische Antidepressiva (TCA)Amitriptylin10 mg zur Nacht (Startdosis)
Trizyklische Antidepressiva (TCA)Nortriptylin10 mg zur Nacht (Startdosis)
Trizyklische Antidepressiva (TCA)Desipramin25 mg zur Nacht (Startdosis)
Atypische AntidepressivaMirtazapin7,5 mg zur Nacht (bis max. 45 mg/Tag)
ProkinetikaDomperidon10 mg 3-mal täglich
ProkinetikaMetoclopramid5 bis 10 mg (30 Min. vor Mahlzeiten und zur Nacht)
Anxiolytika (Off-Label)Buspiron10 mg 3-mal täglich

Kontraindikationen

Die Leitlinie nennt folgende Kontraindikationen und Warnhinweise für die medikamentöse Therapie:

  • Domperidon: Kontraindiziert bei kardialer Überleitungsverzögerung, signifikanten Elektrolytstörungen, Herzerkrankungen, mittelgradiger bis schwerer Leberfunktionsstörung sowie bei gleichzeitiger Einnahme von QT-verlängernden Medikamenten oder starken CYP3A4-Inhibitoren. Es besteht ein erhöhtes Risiko für ventrikuläre Arrhythmien und plötzlichen Herztod (besonders ab 60 Jahren oder bei Dosen über 30 mg/Tag).

  • Metoclopramid: Warnung vor Spätdyskinesien, deren Risiko mit der Behandlungsdauer und Gesamtdosis steigt. Bei Auftreten von Nebenwirkungen wird ein sofortiges Absetzen empfohlen. Zudem besteht ein erhöhtes Risiko für Psychosen und Tod bei Personen mit Demenz.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Für eine verlässliche Diagnostik einer Helicobacter-pylori-Infektion mittels Stuhlantigentest wird darauf hingewiesen, dass Antibiotika 4 Wochen und Protonenpumpeninhibitoren (PPI) 1 bis 2 Wochen vor der Testung abgesetzt werden müssen. Ein zu frühes Testen unter laufender Säuresuppression kann laut Leitlinie zu falsch-negativen Ergebnissen führen.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie müssen für mindestens 3 Monate (mit Beginn vor mindestens 6 Monaten) Symptome wie postprandiales Völlegefühl, frühes Sättigungsgefühl oder epigastrische Schmerzen vorliegen. Gleichzeitig dürfen keine strukturellen Erkrankungen nachweisbar sein.

Die Leitlinie empfiehlt eine obere Endoskopie routinemäßig ab einem Alter von 60 Jahren. Bei jüngeren Personen ist sie indiziert, wenn Alarmsymptome wie Gewichtsverlust, Dysphagie oder Erbrechen auftreten.

Als Erstlinientherapie wird die Testung und Eradikation von Helicobacter pylori empfohlen. Bei negativem Befund oder anhaltenden Beschwerden wird eine 4- bis 8-wöchige Therapie mit Protonenpumpeninhibitoren (PPI) angeraten.

Wenn PPI nach 8 Wochen keine ausreichende Besserung bringen, wird ein Wechsel auf trizyklische Antidepressiva (TCA) in niedriger Dosierung empfohlen. Alternativ nennt die Leitlinie den zeitlich begrenzten Einsatz von Prokinetika.

Die Leitlinie empfiehlt eine initiale Therapiedauer von 4 bis 8 Wochen. Bei gutem Ansprechen sollte die Therapie alle 6 bis 12 Monate pausiert werden, um Langzeitrisiken zu reduzieren.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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