Fettleber (NAFLD): Diagnostik, ELF-Test und Therapie

Diese Leitlinie stammt aus 2016 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: NICE (2016)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die primäre nicht-alkoholische Fettlebererkrankung (NAFLD) ist durch eine übermäßige Fettansammlung in der Leber gekennzeichnet, die nicht auf übermäßigen Alkoholkonsum oder andere sekundäre Ursachen zurückzuführen ist. Das Krankheitsspektrum reicht von der einfachen Steatose über die nicht-alkoholische Steatohepatitis (NASH) bis hin zu Fibrose und Zirrhose.

Die Prävalenz der NAFLD in der Allgemeinbevölkerung wird auf 20 bis 30 Prozent geschätzt, wobei die Häufigkeit stetig zunimmt. Besonders häufig tritt die Erkrankung bei Personen mit Typ-2-Diabetes oder einem metabolischen Syndrom auf.

Auch bei Kindern und Jugendlichen steigt die Prävalenz, vor allem bedingt durch die Zunahme von Adipositas im Kindesalter. Eine frühzeitige Diagnose und ein strukturiertes Management sind daher in allen Altersgruppen von großer Bedeutung, um das Fortschreiten zu schweren Leberschäden zu verhindern.

Die Leitlinie definiert die Altersgruppen für Diagnostik und Therapie wie folgt:

AltersgruppeDefinition
KinderÜber 1 Jahr bis unter 16 Jahre
Jugendliche16 bis unter 18 Jahre
Erwachsene18 Jahre oder älter

Empfehlungen

Die NICE-Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen zum Management der NAFLD:

Risikogruppen und Screening

Es wird darauf hingewiesen, dass eine NAFLD besonders häufig bei Personen mit Typ-2-Diabetes oder metabolischem Syndrom auftritt. Die Leitlinie empfiehlt, eine Alkoholanamnese zu erheben, um eine alkoholbedingte Lebererkrankung auszuschließen.

Routine-Leberwerte im Blut sollen laut Leitlinie nicht verwendet werden, um eine NAFLD auszuschließen.

Diagnostik bei Kindern und Jugendlichen

Für Kinder und Jugendliche empfiehlt die Leitlinie einen Leber-Ultraschall, wenn ein Typ-2-Diabetes oder ein metabolisches Syndrom vorliegt und kein Alkoholmissbrauch besteht. Bei einem unauffälligen Befund sollte die Untersuchung alle drei Jahre wiederholt werden.

Bei einem Verdacht auf NAFLD wird eine Überweisung an einen pädiatrischen Hepatologen in der Tertiärversorgung empfohlen.

Beurteilung der Leberfibrose

Allen Personen mit diagnostizierter NAFLD sollte eine Untersuchung auf fortgeschrittene Leberfibrose angeboten werden. Hierfür wird der Enhanced Liver Fibrosis (ELF) Test empfohlen.

Routine-Leberwerte sollen nicht zur Beurteilung einer fortgeschrittenen Leberfibrose herangezogen werden.

Die Diagnose einer fortgeschrittenen Leberfibrose wird bei einem ELF-Score von 10,51 oder höher gestellt. In diesem Fall wird eine Überweisung an einen Hepatologen empfohlen.

Bei einem ELF-Score unter 10,51 ist eine fortgeschrittene Fibrose unwahrscheinlich. Die Leitlinie empfiehlt hier eine erneute Testung nach drei Jahren bei Erwachsenen beziehungsweise nach zwei Jahren bei Kindern und Jugendlichen.

Lebensstilinterventionen

Übergewichtigen oder adipösen Personen mit NAFLD soll eine Beratung zu körperlicher Aktivität und Ernährung angeboten werden. Die Leitlinie betont, dass körperliche Bewegung den Fettgehalt der Leber reduzieren kann.

Von der Gabe von Omega-3-Fettsäuren bei Erwachsenen mit NAFLD wird aufgrund unzureichender Evidenz abgeraten.

Patienten, die Statine einnehmen, sollen diese laut Leitlinie weiterführen. Ein Absetzen wird nur erwogen, wenn sich die Leberenzymwerte innerhalb von drei Monaten nach Therapiestart verdoppeln.

Medikamentöse Therapie

Für Erwachsene mit fortgeschrittener Leberfibrose kann in der Sekundär- oder Tertiärversorgung eine Off-Label-Therapie mit Pioglitazon oder Vitamin E erwogen werden. Dies gilt unabhängig vom Vorliegen eines Diabetes.

Bei Kindern und Jugendlichen mit fortgeschrittener Leberfibrose kann der Einsatz von Vitamin E in spezialisierten Zentren erwogen werden.

Zwei Jahre nach Beginn einer neuen medikamentösen Therapie wird eine erneute Testung mittels ELF-Score empfohlen, um die Wirksamkeit zu überprüfen. Steigt der ELF-Score an, sollte die Therapie abgesetzt oder umgestellt werden.

Kontraindikationen

Die Leitlinie nennt spezifische Kontraindikationen und Warnhinweise für die medikamentöse Therapie mit Pioglitazon:

  • Pioglitazon ist kontraindiziert bei Personen mit einer Herzinsuffizienz in der Anamnese.

  • Eine weitere Kontraindikation ist ein früheres oder aktives Blasenkarzinom.

  • Auch bei einer nicht abgeklärten makroskopischen Hämaturie darf das Medikament nicht eingesetzt werden.

  • Vor einer Therapie müssen bekannte Risikofaktoren für diese Erkrankungen, einschließlich eines höheren Lebensalters, sorgfältig evaluiert werden.

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💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie warnt ausdrücklich davor, unauffällige Routine-Leberwerte als Ausschlusskriterium für eine NAFLD oder eine fortgeschrittene Leberfibrose zu werten. Es wird empfohlen, stattdessen gezielte Verfahren wie den ELF-Test zur Risikostratifizierung zu nutzen. Zudem wird betont, dass eine bestehende Statin-Therapie bei Fettleber-Patienten in der Regel sicher ist und nicht routinemäßig abgesetzt werden sollte.

Häufig gestellte Fragen

Die Leitlinie empfiehlt zur Beurteilung einer fortgeschrittenen Leberfibrose den Enhanced Liver Fibrosis (ELF) Test. Ein ELF-Score von 10,51 oder höher spricht für eine fortgeschrittene Fibrose und erfordert eine Überweisung zum Hepatologen. Routine-Leberwerte sollen für diese Fragestellung nicht verwendet werden.

Laut Leitlinie sollen Personen mit NAFLD ihre Statin-Therapie grundsätzlich fortsetzen. Ein Absetzen wird nur dann empfohlen, wenn sich die Leberenzymwerte innerhalb von drei Monaten nach Beginn der Statin-Einnahme verdoppeln.

In der Sekundär- oder Tertiärversorgung kann bei Erwachsenen mit fortgeschrittener Leberfibrose der Off-Label-Einsatz von Pioglitazon oder Vitamin E erwogen werden. Bei Kindern und Jugendlichen wird in spezialisierten Zentren der Einsatz von Vitamin E in Betracht gezogen.

Die Leitlinie rät davon ab, Erwachsenen mit NAFLD Omega-3-Fettsäuren anzubieten. Es gibt laut den Autoren nicht genügend Evidenz, um deren Einsatz bei dieser Indikation zu empfehlen.

Es wird empfohlen, Kinder mit Verdacht auf NAFLD an einen pädiatrischen Hepatologen in der Tertiärversorgung zu überweisen. Die initiale Diagnostik sollte mittels Ultraschall erfolgen, insbesondere bei Vorliegen von Typ-2-Diabetes oder einem metabolischen Syndrom.

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Quelle: NICE Guideline on Non-Alcoholic Fatty Liver Disease (NICE, 2016). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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