European Respiratory Society (ERS)Guideline2020Pneumologie

FeNO-Grenzwerte bei kindlichem Asthma: Diagnostik

Diese Leitlinie stammt aus 2020 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: European Respiratory Society (ERS) (2020)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Asthma bronchiale und allergische Rhinitis sind häufige Atemwegserkrankungen im Kindesalter, die oft mit chronischem Husten, Atemnot und Giemen einhergehen. Zur Diagnostik und Verlaufskontrolle wird zunehmend die Messung des fraktionierten exhalierten Stickstoffmonoxids (FeNO) eingesetzt.

FeNO ist ein nicht-invasiver Test zur Beurteilung des Grades der Atemwegsentzündung. Er wird für die Diagnose, Beurteilung und Behandlung von Asthma herangezogen.

Diese Zusammenfassung basiert auf dem Abstract einer Studie an 176 Kindern und Jugendlichen im Alter von 5 bis 18 Jahren. Die FeNO-Messungen in der Studie erfolgten gemäß den Richtlinien der American Thoracic Society (ATS) und der European Respiratory Society (ERS).

Klinischer Kontext

Chronischer Husten ist ein häufiges Symptom in der haus- und fachärztlichen Praxis mit einer weltweiten Prävalenz von etwa zehn Prozent. Frauen im mittleren Lebensalter sind epidemiologischen Daten zufolge besonders häufig betroffen.

Die Pathophysiologie basiert oft auf einer Hypersensitivität des Hustenreflexes, die durch periphere oder zentrale Mechanismen aufrechterhalten wird. Entzündliche Prozesse, mechanische Irritationen oder neurogene Faktoren führen zu einer dauerhaften Aktivierung der afferenten vagalen Nervenfasern im Respirationstrakt.

Für Betroffene bedeutet ein chronischer Husten oft eine erhebliche Einschränkung der Lebensqualität, begleitet von Schlafstörungen, Heiserkeit oder Harninkontinenz. Zudem stellt die langwierige Ursachensuche eine Herausforderung im klinischen Alltag dar und erfordert eine strukturierte interdisziplinäre Abklärung.

Die Diagnostik stützt sich primär auf eine ausführliche Anamnese, körperliche Untersuchung und bildgebende Verfahren wie den Röntgen-Thorax. Häufige Ursachen wie Asthma bronchiale, gastroösophagealer Reflux oder das Upper Airway Cough Syndrome müssen systematisch evaluiert und ausgeschlossen werden.

Wissenswertes

Die häufigsten Ursachen für chronischen Husten bei Erwachsenen sind das Upper Airway Cough Syndrome (UACS), Asthma bronchiale und die gastroösophageale Refluxkrankheit (GERD). Auch Medikamente wie ACE-Hemmer oder chronisch obstruktive Lungenerkrankungen (COPD) müssen differenzialdiagnostisch bedacht werden.

Ein Husten wird bei Erwachsenen als chronisch bezeichnet, wenn er über einen Zeitraum von mehr als acht Wochen durchgehend besteht. Bei Kindern gilt oft bereits eine Dauer von mehr als vier Wochen als chronisch und bedarf einer genaueren pädiatrischen Abklärung.

Die hausärztliche Basisdiagnostik umfasst eine detaillierte Anamnese bezüglich Medikamenteneinnahme, Nikotinkonsum und Begleitsymptomen sowie eine Auskultation der Lunge. Ein Röntgen-Thorax und eine Lungenfunktionsprüfung (Spirometrie) gehören zu den primären apparativen Untersuchungsschritten.

Ein refraktärer chronischer Husten liegt vor, wenn trotz optimaler Behandlung der zugrunde liegenden Ursachen keine Besserung eintritt. Therapeutische Ansätze umfassen in solchen Fällen oft neuromodulatorische Medikamente oder eine spezialisierte logopädische Hustentherapie.

Warnsignale, die eine sofortige erweiterte Diagnostik erfordern, sind unter anderem Hämoptysen, ungewollter Gewichtsverlust, Ruhedyspnoe oder starker nächtlicher Schweiß. Auch ein neu aufgetretener chronischer Husten bei langjährigen Rauchern gilt als klassische Red Flag für maligne Prozesse.

Der durch ACE-Hemmer induzierte Husten entsteht durch die verminderte Degradation von Bradykinin und Substanz P in den Atemwegen. Diese Akkumulation führt zu einer Reizung der afferenten C-Fasern und löst einen trockenen, hartnäckigen Reizhusten aus.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Bei der Interpretation von FeNO-Werten in der pädiatrischen Asthmadiagnostik sollte stets auf das Vorliegen einer allergischen Rhinitis geachtet werden. Die Studienergebnisse deuten darauf hin, dass bei gleichzeitiger Rhinitis ein höherer diagnostischer Grenzwert (18,5 ppb im Vergleich zu 16,5 ppb) anzusetzen ist. Zudem ist zu berücksichtigen, dass FeNO-Werte zwar mit dem Gesamt-IgE, nicht aber zwingend mit klassischen Lungenfunktionsparametern korrelieren.

Häufig gestellte Fragen

FeNO (fraktioniertes exhaliertes Stickstoffmonoxid) ist ein nicht-invasiver Marker zur Beurteilung von Atemwegsentzündungen. Es wird zur Diagnose, Evaluation und Therapiesteuerung von Asthma eingesetzt.

Laut der vorliegenden Studie liegt der Cut-off-Wert für pädiatrische Patienten mit Asthma bei 16,5 ppb. Wenn zusätzlich eine allergische Rhinitis vorliegt, steigt der ermittelte Grenzwert auf 18,5 ppb.

Die Studienergebnisse zeigten keine signifikante Korrelation zwischen den FeNO-Werten und klassischen Lungenfunktionsparametern wie FEV1 oder FVC. Es fand sich jedoch ein signifikanter Zusammenhang mit dem Gesamt-IgE-Spiegel.

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Quelle: ERS guidelines on the diagnosis and treatment of chronic cough (2020) (European Respiratory Society (ERS), 2020). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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