Endometriose: Diagnostik, Therapie und Fertilität

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: AWMF|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die Endometriose ist eine chronische, inflammatorische Erkrankung, die häufig mit einer erheblichen Verzögerung von durchschnittlich zehn Jahren diagnostiziert wird. Sie betrifft vor allem Frauen im reproduktiven Alter und kann zu starken Schmerzen sowie Infertilität führen.

Die Pathogenese ist komplex und multifaktoriell, weshalb ein bio-psycho-soziales Krankheitsmodell herangezogen wird. Neben genetischen und hormonellen Faktoren spielen inflammatorische Prozesse eine zentrale Rolle bei der Entstehung und Aufrechterhaltung der Beschwerden.

Die Erkrankung manifestiert sich in unterschiedlichen Formen, darunter die peritoneale und ovarielle Endometriose, die tief infiltrierende Endometriose (TIE) sowie die Adenomyosis uteri. Eine kausale Therapie existiert derzeit nicht, weshalb die Behandlung auf Symptomkontrolle und den Erhalt der Lebensqualität abzielt.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie warnt davor, dass eine Endometriose der Harnblase oder des Harnleiters zu einem klinisch stummen Harnstau und einem konsekutiven Nierenfunktionsverlust führen kann. Es wird daher dringend empfohlen, bei Verdacht auf eine tief infiltrierende Endometriose oder bei ovariellen Endometriomen standardmäßig eine beidseitige Nierensonographie durchzuführen. Zudem wird betont, dass ein unauffälliger gynäkologischer Tastbefund eine Endometriose nicht ausschließt und eine strukturierte Schmerzanamnese essenziell ist.

Häufig gestellte Fragen

Zur symptomatischen Therapie von nozizeptiven Schmerzen empfiehlt die Leitlinie primär nichtsteroidale Antiphlogistika (NSAR). Bei chronischen oder neuropathischen Schmerzkomponenten können laut Leitlinie auch trizyklische Antidepressiva, Gabapentinoide oder cannabisbasierte Arzneimittel als individueller Therapieversuch erwogen werden.

Die transvaginale Sonographie wird als primäres bildgebendes Verfahren empfohlen, um ovarielle und tief infiltrierende Endometrioseherde darzustellen. Eine endgültige Diagnosesicherung der peritonealen Endometriose erfolgt gemäß Leitlinie durch eine diagnostische Laparoskopie mit histologischer Sicherung.

Die Leitlinie empfiehlt als Erstlinientherapie reine Gestagenpräparate, wie beispielsweise Dienogest. Kombinierte orale Kontrazeptiva (KOK) können als Zweitlinientherapie eingesetzt werden, wobei eine Einnahme im Langzeitzyklus favorisiert wird.

Eine Operation von Endometriomen wird laut Leitlinie bei symptomatischen Patientinnen oder bei Malignomverdacht empfohlen. Da jeder operative Eingriff am Ovar die ovarielle Reserve reduzieren kann, wird vorab eine Bestimmung des Anti-Müller-Hormons (AMH) angeraten.

Frauen mit Endometriose haben ein erhöhtes Risiko für eine eingeschränkte Fertilität. Die Leitlinie weist darauf hin, dass eine operative Sanierung der Endometriose die spontane Schwangerschaftsrate verbessern kann, während bei reduzierter ovarieller Reserve frühzeitig reproduktionsmedizinische Maßnahmen erwogen werden sollten.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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