Terbutalin in Schwangerschaft & Stillzeit: Embryotox
Hintergrund
Terbutalin ist ein kurzwirksames Beta-2-Sympathomimetikum (SABA), das zur Behandlung obstruktiver Atemwegserkrankungen wie Asthma bronchiale und chronisch obstruktiver Bronchitis eingesetzt wird. Es bewirkt eine rasche Relaxation der glatten Muskulatur in den Bronchien, den Blutgefäßen sowie der Uterusmuskulatur.
Die vorliegende Zusammenfassung basiert auf den Angaben von Embryotox zur Sicherheit und Anwendung des Wirkstoffs während der Schwangerschaft und Laktationsperiode. Der Erfahrungsumfang für Terbutalin in der Schwangerschaft wird als sehr hoch eingestuft.
Der Wirkstoff kann inhalativ, oral oder subkutan verabreicht werden und ist plazentagängig. Bei der inhalativen Anwendung wird der Großteil der Dosis verschluckt und unterliegt einem relevanten First-Pass-Metabolismus, während die Bioverfügbarkeit bei subkutaner Gabe 100 % beträgt.
Empfehlungen
Die Embryotox-Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen zur Anwendung:
Indikation und Therapieplanung
Laut Leitlinie ist die inhalative Therapie mit Terbutalin während der Schwangerschaft möglich. Eine systemische Therapie mittels subkutaner Gabe sollte gemäß den Empfehlungen ausschließlich akut-bedrohlichen Exazerbationen vorbehalten bleiben.
Um Asthma-assoziierte Schwangerschaftsrisiken zu minimieren, wird eine engmaschige gynäkologische und pneumologische Anbindung zur optimalen Krankheitskontrolle empfohlen.
Schwangerschaft und Fehlbildungsrisiko
Für das erste Trimenon liegen Erfahrungen zu mehreren tausend Schwangerschaften vor, die kein substantiell erhöhtes Fehlbildungsrisiko zeigen.
Für das zweite und dritte Trimenon sowie die Perinatalzeit hält die Leitlinie folgende Beobachtungen fest:
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Es zeigt sich keine Assoziation mit geringem Geburtsgewicht oder Frühgeburtlichkeit.
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Bei Anwendung sehr hoher Dosen kann es als unerwünschte Nebenwirkung zu Tachykardien bei Mutter und Kind kommen.
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Eine systemische Therapie am Ende der Schwangerschaft kann einen wehenhemmenden Effekt haben.
Stillzeit
Terbutalin gehört in der Stillzeit zu den Mitteln der Wahl unter den kurzwirksamen inhalativen Beta-2-Sympathomimetika.
Nach oraler Anwendung durch die Mutter konnten laut Leitlinie im Plasma von gestillten Säuglingen keine messbaren Terbutalin-Konzentrationen nachgewiesen werden. Bei den gestillten Kindern wurden keine medikamentenbedingten Symptome beobachtet.
Alternativen
Als besser geeignete Alternative unter den inhalativen kurzwirksamen Beta-2-Sympathomimetika in der Schwangerschaft wird Salbutamol als Mittel der Wahl genannt.
Kontraindikationen
Die Leitlinie warnt vor der hochdosierten systemischen Therapie im Rahmen der Tokolyse.
Aufgrund eines ungünstigen Nutzen-Risiko-Profils und zum Teil schwerwiegender maternaler Nebenwirkungen werden Beta-2-Sympathomimetika in Deutschland nicht mehr als Standardtherapie zur kontinuierlichen wehenhemmenden Behandlung empfohlen.
💡Praxis-Tipp
Laut Embryotox sollte die systemische, subkutane Gabe von Terbutalin in der Schwangerschaft streng auf akut-bedrohliche Asthma-Exazerbationen beschränkt werden. Es wird darauf hingewiesen, dass bei der Anwendung sehr hoher Dosen kurzwirksamer Beta-2-Sympathomimetika sowohl bei der Mutter als auch beim Feten Tachykardien als unerwünschte Nebenwirkungen auftreten können.
Häufig gestellte Fragen
Der Erfahrungsumfang für Terbutalin in der Schwangerschaft wird von Embryotox als sehr hoch eingestuft. Es gibt keine Hinweise auf ein substantiell erhöhtes Fehlbildungsrisiko, weshalb eine inhalative Therapie während der Schwangerschaft möglich ist.
Ja, Terbutalin gehört laut Leitlinie neben Salbutamol zu den Mitteln der Wahl in der Stillzeit. Bei gestillten Kindern wurden bisher keine medikamentenbedingten Symptome beobachtet.
Als besser geeignete Alternative wird Salbutamol empfohlen. Es gilt unter den inhalativen kurzwirksamen Beta-2-Sympathomimetika als Mittel der Wahl.
Die Leitlinie rät von einer kontinuierlichen Tokolyse mit Beta-2-Sympathomimetika ab. Aufgrund schwerwiegender maternaler Nebenwirkungen und eines ungünstigen Nutzen-Risiko-Profils wird dies in Deutschland nicht mehr als Standardtherapie empfohlen.
Bei der Anwendung sehr hoher Dosen kann es laut Embryotox zu fetalen Tachykardien kommen. Ein geringes Geburtsgewicht oder Frühgeburtlichkeit sind hingegen nicht mit der Medikation assoziiert.
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Quelle: Embryotox: Terbutalin in der Schwangerschaft/Stillzeit (Embryotox, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt. Vor jeder Anwendung oder Verschreibung muss die aktuelle Fachinformation konsultiert werden.