Propofol in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Embryotox (2026)|Arzneimittel-Fachinformation|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Propofol ist ein häufig verwendetes Injektionsnarkotikum, das sich durch einen raschen Bewusstseinsverlust und eine schnelle Aufwachzeit auszeichnet. Nach intravenöser Gabe flutet es schnell im Gehirn an und wird rasch wieder umverteilt.

Der Wirkstoff passiert die Plazenta zügig, wobei die fetalen Blutkonzentrationen etwa 70 Prozent der mütterlichen Werte erreichen. Die Embryotox-Datenbank stuft Propofol als Medikament der Wahl ein, erfordert jedoch stets eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung.

Zu den Hauptindikationen zählen die Einleitung und Aufrechterhaltung einer Allgemeinanästhesie sowie die Sedierung bei Kurzeingriffen. Auch die Sedierung beatmeter Personen im Rahmen einer Intensivbehandlung gehört zum Anwendungsgebiet.

Empfehlungen

1. Trimenon

Laut Embryotox liegt für Propofol ein hoher Erfahrungsumfang vor. Ein teratogenes Risiko ist bisher nicht beschrieben und wird gemäß der Leitlinie auch nicht erwartet.

Die Anwendung für eine Kurznarkose, beispielsweise zur Eizellentnahme bei einer Sterilitätsbehandlung, zeigt keine negativen Einflüsse auf die Rate der eingetretenen Schwangerschaften.

2. und 3. Trimenon sowie Perinatalperiode

Propofol wird häufig zur Einleitung einer Vollnarkose beim Kaiserschnitt eingesetzt. Negative Auswirkungen auf das Neugeborene wurden hierbei laut Quelle bisher nicht beobachtet.

Im Vergleich zu Thiopental zeigen sich keine Unterschiede bei Apgar-Werten, Säure-Basen-Parametern oder dem neurologischen Zustand der Kinder. Propofol scheint Thiopental bezüglich Anwendungssicherheit und Dosierung sogar überlegen zu sein.

Bei indizierten maternalen oder fetalen Operationen mit einer Dauer von über drei Stunden im 3. Trimenon wird eine strenge Risiko-Nutzen-Abwägung gegenüber anderen Anästhetika empfohlen.

Stillzeit

Der Übergang von Propofol in die Muttermilch ist sehr gering, die relative Dosis liegt bei etwa 1 Prozent. Bisher wurden keine Symptome bei gestillten Kindern nach einer mütterlichen Narkose berichtet.

Die Leitlinie formuliert folgende Empfehlungen für die Stillzeit:

  • Das Stillen ist möglich, sobald die Mutter nach der Narkose in der Lage ist, das Kind selbstständig anzulegen.

  • Eine zusätzliche Stillpause oder das Verwerfen von Muttermilch ist nicht erforderlich.

  • Eine eventuelle Verminderung der Milchmenge ist meist auf perioperative Flüssigkeitsrestriktionen zurückzuführen und keine direkte Medikamentenwirkung.

Kontraindikationen

Die Leitlinie warnt vor einer Langzeitsedierung mit Propofol in der Schwangerschaft.

Nach mehrtägiger Sedierung wurde bei Erwachsenen und Kindern das Propofol-Infusions-Syndrom (PRIS) mit teils tödlichem Ausgang beschrieben.

Für Langzeitsedierungen, beispielsweise zur Beatmung auf der Intensivstation, wird dringend empfohlen, auf andere Medikamente auszuweichen.

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💡Praxis-Tipp

Ein wichtiger Praxisaspekt ist der Verzicht auf eine routinemäßige Stillpause nach einer Propofol-Narkose. Es wird betont, dass Mütter ihr Kind sofort wieder stillen dürfen, sobald sie motorisch und kognitiv in der Lage sind, es selbstständig anzulegen. Das häufig praktizierte Abpumpen und Verwerfen der ersten Muttermilch ist laut Embryotox nicht evidenzbasiert und nicht erforderlich.

Häufig gestellte Fragen

Ja, Propofol wird häufig zur Einleitung der Vollnarkose bei einer Sectio verwendet. Laut Embryotox wurden bisher keine negativen Auswirkungen auf das Neugeborene, wie etwa schlechtere Apgar-Werte, festgestellt.

Eine zusätzliche Stillpause oder das Verwerfen der Muttermilch wird von der Leitlinie nicht empfohlen. Das Stillen kann fortgesetzt werden, sobald die Mutter das Kind wieder eigenständig anlegen kann.

Von einer Langzeitsedierung mit Propofol in der Schwangerschaft wird aufgrund des Risikos für ein Propofol-Infusions-Syndrom (PRIS) abgeraten. Es wird empfohlen, in diesen Fällen auf alternative Sedativa auszuweichen.

Propofol gilt als Medikament der Wahl. Als mögliche Alternative zur Narkoseeinleitung nennt die Quelle lediglich Thiopental, wobei Propofol bezüglich der Anwendungssicherheit meist überlegen ist.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt. Vor jeder Anwendung oder Verschreibung muss die aktuelle Fachinformation konsultiert werden.

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