Chloroquin in Schwangerschaft & Stillzeit: Embryotox
Hintergrund
Chloroquin ist ein bewährtes Malariamittel aus der Gruppe der 4-Aminochinoline. Aufgrund weltweiter Resistenzen von Plasmodium falciparum wird es heute jedoch nur noch selten und spezifisch bei Malaria tertiana oder Malaria quartana eingesetzt.
Neben der antiparasitären Wirkung besitzt der Wirkstoff entzündungshemmende Eigenschaften. In höheren Dosierungen wird er daher als antirheumatische Basistherapie bei rheumatoider Arthritis und systemischem Lupus erythematodes (SLE) verwendet.
Die vorliegende Zusammenfassung basiert auf den Empfehlungen von Embryotox zur Sicherheit und Anwendung des Medikaments in der Schwangerschaft und Stillzeit.
Empfehlungen
Die Embryotox-Datenbank stuft den Erfahrungsumfang für Chloroquin in der Schwangerschaft als hoch ein. Bisherige Beobachtungen sprechen gegen ein fetotoxisches Risiko im zweiten und dritten Trimenon.
Rheumatische Erkrankungen
Für die Therapie rheumatischer Erkrankungen formuliert die Quelle folgende Hinweise:
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Der Einsatz als antirheumatische Basistherapie gilt in der Schwangerschaft als akzeptabel.
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Bei systemischem Lupus erythematodes wird eine Fortführung der Therapie ausdrücklich empfohlen, um krankheitsbedingte Gefährdungen der Schwangerschaft zu vermeiden.
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Eine erhöhte Abortrate unter hohen Dosen lässt sich nicht eindeutig vom Einfluss der schweren Grunderkrankung abgrenzen.
Malaria
Für die Indikation Malaria gilt laut Quelle:
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Eine Behandlung der Malaria tertiana und quartana ist in der Schwangerschaft möglich.
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Bei über 1000 exponierten Schwangeren fand sich kein Hinweis auf ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko.
Stillzeit
Der Wirkstoff geht in die Muttermilch über und ist im Urin gestillter Säuglinge nachweisbar. Bisher wurden jedoch keine Auffälligkeiten bei den Kindern beschrieben.
Die Leitlinie empfiehlt folgendes Vorgehen:
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Bei kurzfristiger Therapie kann uneingeschränkt gestillt werden.
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Bei langfristiger und hoch dosierter Einnahme muss eine individuelle Nutzen-Risiko-Abwägung erfolgen.
💡Praxis-Tipp
Laut Embryotox sollte bei einer hoch dosierten Chloroquin-Therapie im ersten Trimenon eine weiterführende Ultraschalldiagnostik angeboten werden. Dies dient der Bestätigung einer unauffälligen fetalen Entwicklung. Zudem wird bei systemischem Lupus erythematodes vor einem unkritischen Absetzen gewarnt, da eine Exazerbation die Schwangerschaft ernsthaft gefährden kann.
Häufig gestellte Fragen
Einige Autoren raten laut Embryotox ausdrücklich von einem Absetzen bei systemischem Lupus erythematodes ab. Eine Exazerbation der Erkrankung stellt eine ernsthafte Gefährdung für die Schwangerschaft dar.
Als besser geeignete Alternativen bei rheumatischen Erkrankungen nennt die Quelle Hydroxychloroquin, Prednisolon, Sulfasalazin oder Azathioprin. Die Auswahl sollte sich nach der spezifischen Erkrankung und Krankheitsaktivität richten.
Bei einer kurzfristigen Einnahme kann laut Empfehlung normal gestillt werden. Erfolgt die Therapie jedoch langfristig und in hoher Dosierung, wird eine individuelle Einzelfallentscheidung gefordert.
In Studien mit über 1000 exponierten Schwangeren zeigte sich kein Hinweis auf ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko. Auch bei langfristiger, hoch dosierter Therapie konnten keine visuellen, akustischen oder sonstigen Entwicklungsdefizite nachgewiesen werden.
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Quelle: Embryotox: Chloroquin in der Schwangerschaft/Stillzeit (Embryotox, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt. Vor jeder Anwendung oder Verschreibung muss die aktuelle Fachinformation konsultiert werden.