StatPearls2026

Distale Humerusfraktur: Klassifikation und Therapie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Distale Humerusfrakturen machen laut der StatPearls-Zusammenfassung etwa 2 % aller Frakturen aus. Sie zeigen eine bimodale Verteilung, die typischerweise junge Männer nach Hochrasanztraumata und ältere Frauen nach Niedrigenergietraumata betrifft.

Die Anatomie des distalen Humerus wird konzeptionell in eine mediale und eine laterale Säule unterteilt. Diese Struktur erklärt, warum bei den meisten Frakturmustern eine bikolumnare Fixierung erforderlich ist.

Eine anatomische Reposition der Gelenkfläche ist entscheidend, um das Risiko einer posttraumatischen Arthrose zu minimieren. Dies erfordert in den meisten Fällen eine operative Intervention mit anschließenden spezifischen Rehabilitationsprotokollen.

Empfehlungen

Die Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen zur Diagnostik und Therapie:

Klinische und radiologische Diagnostik

Es wird eine umfassende neurovaskuläre Untersuchung empfohlen, die die Nervi medianus, radialis, ulnaris, interosseus anterior (AIN) und posterior (PIN) sowie die distalen Pulse und Unterarmkompartimente umfasst. Auf eine Überprüfung des Bewegungsumfangs (ROM) sollte aufgrund des Risikos sekundärer neurovaskulärer Schäden verzichtet werden.

Für die radiologische Diagnostik gelten folgende Prinzipien:

  • Standard-Röntgenaufnahmen in anterior-posteriorer (AP) und lateraler Projektion, wobei die AP-Aufnahme mit 40 Grad flektiertem Ellenbogen erfolgen sollte.

  • Bei Verdacht auf koronale Scherfrakturen ist die laterale Aufnahme entscheidend; das "Double-arc sign" gilt hierbei als pathognomonisch.

  • Eine Computertomographie (CT) wird zur präoperativen Planung empfohlen, insbesondere bei Scherfrakturen.

  • Eine MRT-Untersuchung ist in der Akutsituation in der Regel nicht indiziert.

Klassifikationssysteme

Die Leitlinie führt drei gängige Klassifikationssysteme zur Einteilung der distalen Humerusfrakturen auf:

KlassifikationssystemSubtypen / Kategorien
AO-KlassifikationExtraartikulär, Partiell artikulär, Komplett artikulär
Milch-KlassifikationTyp 1 (laterale Trochlealeiste intakt), Typ 2 (Fraktur durch laterale Trochlealeiste)
Jupiter-KlassifikationHigh-T, Low-T, Y, H, Medial Lambda, Lateral Lambda, Multiplane T

Therapeutisches Vorgehen

Eine konservative Therapie mittels Gipsruhigstellung ist sehr selten und wird nur bei nicht-dislozierten Frakturen oder bei extrem hohem Operationsrisiko in Betracht gezogen.

Für die operative Therapie (ORIF) bei dislozierten Frakturen wird empfohlen:

  • Anatomische Reposition der Gelenkfläche und rigide Fixierung mit zwei Platten (mindestens 3,5 mm Stärke).

  • Die Plattenosteosynthese ist das Verfahren der Wahl, da sie eine frühzeitige Mobilisation ermöglicht.

  • Eine Totalendoprothese (TEP) des Ellenbogens sollte für ältere, wenig aktive Personen mit bikolumnaren Frakturen reserviert werden.

Chirurgische Zugänge und Komplikationsvermeidung

Bei posterioren Zugängen (Trizeps-spaltend, Trizeps-schonend oder Olecranonosteotomie) ist die Darstellung und Schonung des Nervus ulnaris zwingend erforderlich. Erstreckt sich die Plattenosteosynthese nach proximal, muss der Nervus radialis identifiziert werden.

Zur Vermeidung einer postoperativen Ellenbogensteife wird ein frühzeitiger Beginn von Bewegungsübungen empfohlen. Die meisten Rehabilitationsprotokolle sehen eine zumindest teilweise, geschützte Mobilisation innerhalb der ersten 14 Tage vor.

ClariMed durchsucht 14.000+ weitere Leitlinien
Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Laut StatPearls ist bei der operativen Versorgung über einen posterioren Zugang die Identifikation des N. ulnaris sowie des N. radialis essenziell. Der N. radialis befindet sich typischerweise etwa 10 cm proximal des medialen und 7,5 cm proximal des lateralen Randes der Fossa olecrani. Zudem wird betont, dass auf eine initiale Überprüfung des Bewegungsumfangs (ROM) in der Notaufnahme zwingend verzichtet werden sollte, um sekundäre neurovaskuläre Schäden durch dislozierte Knochenfragmente zu vermeiden.

Häufig gestellte Fragen

Die Leitlinie empfiehlt Standard-Röntgenaufnahmen in anterior-posteriorer (AP) und lateraler Projektion. Für die AP-Aufnahme sollte der Ellenbogen in einer 40-Grad-Flexion positioniert werden.

Eine konservative Behandlung mittels Gipsruhigstellung ist laut StatPearls sehr selten indiziert. Sie wird primär bei nicht-dislozierten Frakturen oder bei Personen mit einem inakzeptabel hohen Operationsrisiko in Betracht gezogen.

Das "Double-arc sign" (Doppelbogen-Zeichen) in der lateralen Röntgenaufnahme gilt als pathognomonisch für eine koronale Scherfraktur. Es weist darauf hin, dass sich die Fraktur höchstwahrscheinlich bis in die Trochlea erstreckt.

Für eine stabile bikolumnare Fixierung wird in der Regel die Verwendung von zwei kräftigen Platten empfohlen. Diese sollten laut Quelle eine Mindeststärke von 3,5 mm aufweisen, um eine ausreichende Stabilität für die Frühmobilisation zu gewährleisten.

Um einer postoperativen Ellenbogensteife vorzubeugen, wird ein frühzeitiger Beginn der Bewegungsübungen empfohlen. Die meisten Protokolle sehen eine zumindest teilweise, geschützte Mobilisation innerhalb der ersten 14 Tage nach der Operation vor.

War diese Zusammenfassung hilfreich?

Quelle: StatPearls: Distal Humerus Fractures (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

Verwandte Leitlinien

Über Google hier gelandet?

ClariMed durchsucht alle medizinischen Leitlinien

AWMF, NVL, NICE, WHO, ESC, KDIGO - Quellenzitiert, kostenlos. Speichern Sie Ihren Verlauf auf allen Geräten mit einem kostenlosen Konto.

Kostenloses Konto erstellen
Keine Kreditkarte. DSGVO-konform. In Deutschland gehostet.