NKLM-Entwurf: Stellungnahme der DGKJ
Hintergrund
Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) nimmt in dieser Stellungnahme Bezug auf den Entwurf des Nationalen Kompetenzbasierten Lernzielkatalogs Medizin (NKLM). Grundsätzlich wird das Vorhaben begrüßt, einen deutschlandweit gültigen Lernzielkatalog zu etablieren.
Ein solcher Katalog soll die Anforderungen an angehende Ärztinnen und Ärzte nachvollziehbar beschreiben. Zudem soll er an den aktuellen wissenschaftlichen Stand sowie an sich verändernde Rahmenbedingungen anpassbar sein.
Nach intensiver Prüfung durch die Gremien der DGKJ wird der vorliegende Entwurf jedoch abgelehnt. Es wird ein Bedarf an einer grundlegenden Überarbeitung festgestellt, da die aktuelle Fassung erhebliche formal-strukturelle und inhaltliche Defizite aufweist.
Empfehlungen
Die Stellungnahme der DGKJ formuliert folgende zentrale Kritikpunkte und Positionen zum NKLM-Entwurf:
Strukturelle und formale Defizite
Laut DGKJ weist der Katalog insbesondere in den ersten Kapiteln eine zu kleinteilige und unübersichtliche Struktur auf. Die Gliederungstiefe wird als sehr unterschiedlich und nicht adäquat für die Bedeutung der einzelnen Lernziele bewertet.
Zudem wird kritisiert, dass einige Lernziele inhaltlich falsch zugeordnet oder beziehungslos aufgelistet sind. Auch fehlerhafte Querverweise und nicht erklärte Abkürzungen werden in der Stellungnahme bemängelt.
Mangelhafte Repräsentation der Pädiatrie
Die Zusammenstellung pädiatrischer Aspekte wird als willkürlich, unvollständig und schlecht priorisiert eingestuft. Dies betrifft insbesondere die Kriterien Häufigkeit, medizinische Relevanz und Modellcharakter für das generelle Verständnis der Medizin.
Die Fachgesellschaft bemängelt konkret folgende inhaltliche Lücken:
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In den Kapiteln zu Konsultationsanlässen und Erkrankungen fehlen wichtige pädiatrische Krankheitsbilder und Leitsymptome.
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Es gibt keine eigenständige Repräsentanz der Pädiatrie in diesen prioritären Kapiteln.
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Bei den Untersuchungsverfahren werden lediglich drei pädiatrische Punkte genannt.
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Auch im Bereich der Notfallmaßnahmen ist die Kinder- und Jugendmedizin unzureichend abgebildet.
Grundsätzliche Forderungen
Es wird gefordert, dass der Lernzielkatalog formal so angelegt sein muss, dass er regelmäßig an den aktuellen Wissensstand angepasst werden kann. Darüber hinaus wird betont, dass die medizinische Ausbildung weiterhin vor allem naturwissenschaftlich ausgerichtet bleiben sollte.
💡Praxis-Tipp
Die Stellungnahme verdeutlicht, dass pädiatrische Krankheitsbilder und Notfälle in allgemeinen medizinischen Curricula oft unterrepräsentiert sind. Es wird darauf hingewiesen, dass eine eigenständige und priorisierte Betrachtung der Kinder- und Jugendmedizin für eine umfassende ärztliche Ausbildung unerlässlich ist.
Häufig gestellte Fragen
Die DGKJ lehnt den Entwurf ab, da er aus Sicht der Kinder- und Jugendmedizin erhebliche formal-strukturelle und inhaltliche Defizite aufweist. Es wird eine grundsätzliche Überarbeitung des Katalogs gefordert, da eine bloße Korrektur im Bewertungsverfahren nicht als ausreichend erachtet wird.
Laut Stellungnahme fehlen wichtige pädiatrische Krankheitsbilder, Leitsymptome sowie spezifische Untersuchungsverfahren und Notfallmaßnahmen. Zudem wird das Fehlen einer eigenständigen Repräsentanz der Pädiatrie in den prioritären Kapiteln kritisiert.
Die Fachgesellschaft betont, dass die medizinische Ausbildung auch zukünftig vor allem naturwissenschaftlich ausgerichtet sein sollte. Zudem muss ein Lernzielkatalog so strukturiert sein, dass er regelmäßig an den aktuellen Stand des Wissens angepasst werden kann.
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Quelle: DGKJ: Stellungnahme der DGKJ zum Entwurf des Nationalen Kompetenzbasierten Lernzielkatalogs Medizin (DGKJ, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.