COVID-19 Therapie bei Kindern: DGKJ-Stellungnahme
Hintergrund
Die Stellungnahme der Kommission für Arzneimittelsicherheit im Kindesalter (KASK) der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) befasst sich mit der medikamentösen Therapie von COVID-19 bei Kindern. Aufgrund der dynamischen Epidemiologie der Erkrankung mangelt es an systematischen Untersuchungen und belastbarer Evidenz für therapeutische Interventionen.
Im Gegensatz zu Erwachsenen, bei denen Alter und Komorbiditäten oft zu dramatischen Verläufen führen, sind schwerste Krankheitsverläufe bei Kindern laut Leitlinie eine Rarität. Die DGKJ betont, dass aufgrund dieser meist milden Verläufe in der Regel keine spezifischen Therapieempfehlungen ausgesprochen werden können.
Empfehlungen
Die DGKJ formuliert folgende Kernaussagen zur medikamentösen Behandlung von pädiatrischen COVID-19-Fällen:
Umgang mit vorbestehender Medikation
Bei pädiatrischen Patienten mit Grunderkrankungen wird davor gewarnt, eine bestehende Dauermedikation eigenmächtig abzusetzen. Ein Absetzen darf laut Stellungnahme nur nach Absprache mit den behandelnden Spezialisten erfolgen. Dies betrifft insbesondere folgende Medikamentengruppen:
-
ACE-Hemmer
-
Thrombozytenaggregationshemmer
-
Antikoagulantien
-
Inhalative Steroide
-
Immunsuppressiva
Bewertung spezifischer Wirkstoffgruppen
Für verschiedene experimentelle und symptomatische Therapieansätze liefert das Dokument folgende Einschätzungen:
| Wirkstoffklasse / Medikament | Bewertung laut Stellungnahme | Indikation bei Kindern |
|---|---|---|
| NSAID (insbesondere Ibuprofen) | Keine Hinweise auf negativen Effekt auf den Krankheitsverlauf; WHO-Warnung zurückgenommen | Kritische Indikationsstellung bleibt bestehen |
| Proteinase-Inhibitoren (Lopinavir, Ritonavir, Favilavir, Remdesivir) | Wirksamkeit nicht erwiesen; Remdesivir nur in klinischen Studien | Keine klare Indikation |
| Chloroquin / Hydroxychloroquin | Möglicher therapeutischer Ansatz; Studien bei Erwachsenen laufen | Keine klare Indikation |
| IL-6- oder IL-1-Blocker (Tocilizumab, Anakinra) | Einzelfallberichte zur Hemmung der Hyperinflammation zum Teil vielversprechend | Keine klare Indikation |
| Systemische Steroide | Hinweise auf negative Beeinflussung des Krankheitsverlaufs | Keine abschließende Bewertung möglich |
Allgemeine Therapieprinzipien
Die Leitlinie betont, dass das Prinzip der Schadensvermeidung (do not harm) oberste Priorität hat. Eine Indikation für experimentelle Therapien ist bei Kindern in der Regel nicht gegeben. Dennoch weist die Kommission darauf hin, dass im Einzelfall individuelle Heilversuche notwendig werden können.
Kontraindikationen
Die Stellungnahme weist darauf hin, dass die Behandlung mit Steroiden den Krankheitsverlauf von COVID-19 negativ beeinflussen kann. Eine abschließende Bewertung für den Einsatz bei Kindern wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung jedoch nicht gegeben.
💡Praxis-Tipp
Ein zentraler Hinweis der Stellungnahme ist der Umgang mit vorbestehenden Therapien bei chronisch kranken Kindern. Es wird ausdrücklich davor gewarnt, Medikamente wie ACE-Hemmer, Immunsuppressiva oder inhalative Steroide ohne fachärztliche Rücksprache abzusetzen. Zudem stellt die Leitlinie klar, dass Ibuprofen bei kritischer Indikationsstellung weiterhin eingesetzt werden kann, da keine belastbaren Hinweise auf einen negativen Krankheitsverlauf vorliegen.
Häufig gestellte Fragen
Laut DGKJ-Stellungnahme gibt es keine belastbaren Hinweise darauf, dass Ibuprofen den Krankheitsverlauf negativ beeinflusst. Die ursprüngliche WHO-Warnung wurde zurückgenommen, eine kritische Indikationsstellung wird jedoch weiterhin vorausgesetzt.
Die Leitlinie warnt davor, eine vorbestehende Medikation mit ACE-Hemmern ohne Absprache mit dem behandelnden Spezialisten abzusetzen. Dies gilt auch für andere Dauermedikamente wie Immunsuppressiva oder Antikoagulantien.
Für Proteinase-Inhibitoren wie Remdesivir existiert laut Stellungnahme keine klare Indikation für den Einsatz bei Kindern. Die Wirksamkeit ist nicht erwiesen und der Einsatz erfolgt primär im Rahmen klinischer Studien.
Das Dokument verweist auf Hinweise, dass eine Behandlung mit Steroiden den Krankheitsverlauf negativ beeinflussen kann. Eine abschließende Bewertung für pädiatrische Patienten wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung nicht gegeben.
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Quelle: DGKJ: COVID-19 - Medikamentöse Therapie bei Kindern (DGKJ, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.