COVID-19 in Pflegeheimen: Prävention und Teststrategien
Hintergrund
Seit Beginn der Pandemie stellen stationäre Pflegeeinrichtungen ein Hochrisikoumfeld für Ausbrüche von SARS-CoV-2 dar. Bewohner haben aufgrund ihres Alters und möglicher Vorerkrankungen ein besonders hohes Risiko für schwere oder tödliche Krankheitsverläufe.
Der vorliegende Cochrane Rapid Review untersucht die Wirksamkeit nicht-pharmakologischer Maßnahmen zum Schutz von Bewohnern und Personal. Dabei werden verschiedene Interventionsbereiche wie Zugangsregelungen, Kontaktbeschränkungen und Teststrategien analysiert.
Die Autoren betonen, dass die Vertrauenswürdigkeit der verfügbaren Evidenz überwiegend niedrig bis sehr niedrig ist. Dennoch stellen diese Maßnahmen oft die einzige praktikable Option dar, um Infektionen zu vermeiden, solange keine ausreichende Durchimpfungsrate in den Einrichtungen erreicht ist.
Empfehlungen
Der Cochrane Review bewertet verschiedene Kategorien von Schutzmaßnahmen. Aufgrund der methodischen Limitationen der eingeschlossenen Studien ist die Evidenzlage jedoch oft unsicher.
Die folgende Tabelle fasst die Kernauswirkungen ausgewählter Maßnahmen zusammen:
| Maßnahmenkategorie | Untersuchte Maßnahme | Möglicher Effekt auf Infektionen/Ausbrüche | Vertrauenswürdigkeit der Evidenz |
|---|---|---|---|
| Zugangsregulierung | Freiwillige Selbstisolation des Personals | Verringerung von Infektionen und Todesfällen | Niedrig |
| Zugangsregulierung | Besuchsbeschränkungen | Verringerung von Infektionen und Todesfällen | Sehr niedrig bis niedrig |
| Kontakt- und Übertragungsreduktion | Tragen von Masken und PSA | Verringerung von Infektionen und Todesfällen | Sehr niedrig |
| Überwachung und Testung | Routinemäßige Testung (asymptomatisch) | Verringerung von Infektionen und Hospitalisierungen | Niedrig bis moderat |
| Ausbruchskontrolle | Räumliche Trennung / Isolierung | Verringerung von Folgeinfektionen | Sehr niedrig bis niedrig |
Zugangsregulierende Maßnahmen
Maßnahmen zur Zugangskontrolle zielen darauf ab, den Eintrag des Virus in die Einrichtung zu verhindern. Eine freiwillige Selbstisolation des Personals gemeinsam mit den Bewohnern kann laut Review die Zahl der Infektionen verringern.
Die Quarantäne bei Neuaufnahmen sowie routinemäßige Testungen von Neuaufnahmen können Infektionen ebenfalls reduzieren. Besuchsbeschränkungen senken zwar das Infektionsrisiko, bergen jedoch das Risiko negativer Auswirkungen auf die psychische Gesundheit der Bewohner.
Kontakt- und Übertragungsreduktion
Diese Maßnahmen sollen die Ausbreitung innerhalb der Einrichtung minimieren. Es werden folgende Effekte beschrieben:
-
Das Tragen von Masken und persönlicher Schutzausrüstung (PSA) kann die Zahl der Infektionen reduzieren.
-
Die Bildung fester, nach außen abgeschlossener Kohorten von Bewohnern und Personal kann Ausbrüche verringern.
-
Verstärkte Reinigungs- und Hygienemaßnahmen zeigen einen potenziellen Nutzen zur Infektionsvermeidung.
Überwachungs- und Teststrategien
Die frühzeitige Identifikation von Infektionen ist ein zentraler Baustein der Prävention. Eine routinemäßige Testung von Bewohnern und Personal, unabhängig vom Symptomstatus, kann Infektionen, Krankenhausaufenthalte und Todesfälle verringern.
Häufigere Testungen und eine schnellere Verfügbarkeit der Ergebnisse verstärken den positiven Effekt. Eine rein symptom-basierte Teststrategie kann Infektionen ebenfalls reduzieren, ist aber potenziell weniger effektiv.
Ausbruchskontrolle und kombinierte Maßnahmen
Wenn bereits Infektionen aufgetreten sind, zielen Maßnahmen auf die Eindämmung ab. Die räumliche Trennung von infizierten und nicht-infizierten Personen sowie die Isolierung von Fällen kann die Zahl der Folgeinfektionen verringern.
Eine Kombination mehrerer Maßnahmen aus verschiedenen Kategorien ist wirksam, um Infektionen und Todesfälle zu reduzieren. Bei hohen Impfraten in den Einrichtungen muss der Nutzen restriktiver Maßnahmen stets gegen die potenziellen psychischen Schäden abgewogen werden.
💡Praxis-Tipp
Der Review warnt davor, restriktive Maßnahmen wie strikte Besuchsverbote unkritisch anzuwenden, da diese zu erheblichen negativen Folgen für die psychische Gesundheit der Bewohner führen können (z.B. Depressionen oder Delir). Es wird empfohlen, insbesondere bei steigenden Impfraten in den Einrichtungen, den infektionspräventiven Nutzen stets sorgfältig gegen die psychosozialen Belastungen abzuwägen.
Häufig gestellte Fragen
Laut dem Cochrane Review können regelmäßige Tests von Personal und Bewohnern, unabhängig von Symptomen, die Zahl der Infektionen und Krankenhausaufenthalte verringern. Häufigere Tests und schnellere Ergebnisse erhöhen dabei die Wirksamkeit.
Besuchsbeschränkungen können laut Review die Zahl der Infektionen und Todesfälle reduzieren. Gleichzeitig wird jedoch auf die potenziell schweren negativen Auswirkungen auf die psychische Gesundheit der Bewohner hingewiesen.
Die Einteilung von Bewohnern und Personal in feste, voneinander getrennte Gruppen (Kohorten) kann helfen, die Ausbreitung des Virus zu begrenzen. Die Evidenz für diese Maßnahme wird von den Autoren jedoch als sehr unsicher eingestuft.
Eine rein symptom-basierte Teststrategie kann Infektionen zwar reduzieren, ist aber laut den analysierten Modellierungsstudien weniger effektiv als ein anlassloses, routinemäßiges Screening.
Der Review zeigt, dass eine Kombination aus Zugangsregulierungen, Kontaktbeschränkungen, Testungen und der strikten räumlichen Trennung von Infizierten die besten Ergebnisse zur Reduktion von Todesfällen und Infektionen liefert.
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Quelle: Cochrane Review: Non-pharmacological measures implemented in the setting of long-term care facilities to prevent SARS-CoV-2 infections and their consequences: a rapid review (Cochrane, 2021). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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